Gutachten: Kalim - Sechs Kronen

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Nachdem sich Hamburgs Straßenrap-Hoffnung Nate57 mit seinem letzten Tonträger "Land in Sicht" bedauernswerterweise in das Mittelmaß verabschiedete, springt dieser Tage Alles oder Nix' Kalim in die Presche, um mit dem Mixtape "Sechs Kronen" die Straßen der Hansestadt im Norden mit Nachdruck zurück auf die Karte zu setzen. In einer kompakten halben Stunde zelebriert der parlierende Protagonist dabei die von den Beatbauern David Crates, Crooky Jazz, Gee Futuristic und Reaf glänzend umgesetzte Klangästhetik der US-Westküste der Neunziger. Damit beschwört Kalim nicht zuletzt aufgrund der geschäftlichen Verbindungen Vergleiche mit SSIO herauf, die der talentierte Sprechsänger jedoch nicht zu scheuen braucht. So bewegt sich der Hamburger Reimer nicht nur im direkten Vergleich auf dem gemeinsam eingespielten "Nein, leider niemals!" auf Augenhöhe mit dem Bonner Kollegen, sondern braucht auch dank hervorragenden Einzelleistungen wie "Stadtrundfahrt", "Hohlspitzgeschosse", "1995" oder "Dichter und Denker" sowie auf Gemeinschaftsbemühungen mit Nate57 ("Hauptsache es läuft") und Xatar ("BKA") indirekte Vergleiche mit der Konkurrenz aus den eigenen Reihen nicht zu scheuen. Inhaltlich wird hier der Sparte Straßenrap selbstverständlich nicht mehr viel hinzugefügt, dennoch sollte "Sechs Kronen" dank der maximal erfrischenden Umsetzung binnen Jahresfrist in den Kanon verpflichtend zu rezipierender Tonträger aus besagtem Genre aufgenommen werden. Ich bin sehr angetan!

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