Gutachten: Karate Andi - Pilsator Platin

"Pilsator Platin" bei amazon
Artikelbeschreibung
Als regelmäßiger Teilnehmer der Reihe "Rap am Mittwoch" erarbeitete sich Zeremonienmeister Karate Andi in den vergangenen Monaten und Jahren einen ansehnlichen Ruf in Berliner Szenekreisen, den der gute Herr mit seinem Einstand im Albumformat "Pilsator Platin" (VÖ: 31.01.2014) nun auf bundesweiter Ebene ausbauen möchte. Mit diversen nicht auf dem Album enthaltenen Appetithäppchen ("Schon wieder", "Blutüberströmt", "Tanz den Kachelmann" und "Arztnei und Starkbier") sowie den beiden Album-Vorboten "Generation Andi" und "Morgen hör ich auf" wurden erste Akzente gesetzt, die die grundlegende Richtung des Tonträgers abstecken.

Positive Aspekte
Bereits bei den ersten musikalischen Einblicken wurde dem aufgeschlossenen Rezipienten vor Augen geführt, dass ihn auf "Pilsator Platin" hochklassiger Wettbewerbsrap unter starkem Alkoholeinfluss erwarten würde. Gepaart mit den Wortfluss von Karate Andi wunderbar fördernden Produktionen von Beatbauer 7Inch entstehen dabei zwölf in der Gesamtschau durchaus hörenswerte Anspielstationen, die zwischen den beiden Polen "herausragend" und "guter Durchschnitt mit Wachstumspotential" oszilieren. Dabei ist die Mehrzahl der Titel deutlich auf der Habenseite zu verbuchen. Exemplarisch hierfür seien die beiden bereits bekannten Titel "Generation Andi" und "Morgen hör ich auf", der Geschichtenerzähler "Big Trouble at Little Hermannsplatz", das einleitende "Willkommen im Karateclub" sowie das ausleitende "Doppelpunktklammerauf" genannt, auf denen der Protagonist mit handwerklich einwandfreier Arbeit und solider Lyrik überzeugt, die auch Gastredner Mortis auf "So viel gemeinsam" mühelos bestätigt.

Negative Aspekte
Neben den überwiegend positiven Argumenten, die einen Kauf des Albums durchaus rechtfertigen, stört sich der Rezensent an dem ein oder anderen Kehrvers, der sich durch den Einsatz von Autotune ("Der Boss vom Hinterhof") und Gesang ("Breakdancebattle" und "Goldener Schuss") nicht wirklich in ein etwas roheres Gesamtpaket einfügt, welches Karate Andi in den Augen des Verfassers wunderbar zu Gesichte steht. Dennoch haben wir es bei "Pilsator Platin" mit einem der ersten qualitativen Leuchttürme der Spielzeit 2014 zu tun, den Sie unbedingt ausprüfen sollten.

Gesamtnote: 2

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