Genetikk - D.N.A. (Review)

"D.N.A. bei amazon
Aufmerksame Lesende dieser Seite haben den Namen Genetikk bereits seit dem 14.10.2010 auf dem Radar. Just an diesem Tag veröffentlichte das Duo seinen Tonträger "Foetus", den ich in meiner gewohnten Weitsicht als einen der Pflicht-Hypes des Jahres kategorisierte. Nicht einmal drei Jahre, einen Plattenvertrag bei Selfmade Records und ein hörenswertes Album namens "Voodoozirkus" später, sind Genetikk zurecht zu einem gewichtigen Hauptdarsteller unserer HipHop-Kultur aufgestiegen. So servieren Ihnen Beatbauer Sikk und Zeremonienmeister Karuzo im Rahmen ihres neuen Tonträgers "D.N.A." insgesamt 22 Anspielstationen, die dem anspruchsvollen Hörenden kaum einen Wunsch offen lassen. Einerseits demonstriert Genetikk reichlich Traditionsbewusstsein, welches sich in einer im besten Sinne rohen Klangästhetik sowie einer beachtlichen Bandbreite von Zitaten aus deutschsprachigen Genreklassikern manifestiert. Andererseits prägen die beiden Saarländer einen eigenständigen, unverkennbaren Stil, der unverbraucht zukunftssicher aus den Boxen bläst und sich vor keinem Konkurrenzprodukt zu verstecken braucht.
Während Karuzo inhaltlich seit jeher auf dem schmalen Grat zwischen Straße und Rucksack wandelte, fügt der reimende Protagonist seinem Themenspektrum auf "D.N.A." im eklatanten Widerspruch zum Titel "Sorry" eine persönliche Facette hinzu, die Stücken wie "Strawberry Fields", "Kappa Alpha Rho", "Plastik" oder "Alles möglich" durchaus gut zu Gesichte steht. Darüber hinaus wissen selbstverständlich auch klassische Repräsentanten à la "D.N.A.", "Champions", "Yes Sir" und "Triumph" zu überzeugen und versetzen die Häupter der Zuhörenden in Übereinstimmung mit dem ausgeschriebenen Albumtitel (Anmerkung der Redaktion: "Da Neckbreaker Aliens") in heftige vertikale Bewegungen.
Für die Gastbeiträge auf "D.N.A." zeichnen arrivierte Kollaborationspartner wie sido, MoTrip, Kollegah und RZA verantwortlich, die jedoch verhältnismäßig blass bleiben und dem Gastgeber zuvorkommend die Bühne überlassen. Dieser nimmt die Einladung dankend an und zerlegt die handwerklich einwandfrei produzierten Bretter Sikks mit seinem über sämtliche Zweifel erhabenen Flow, der sich passgenau über die musikalische Basis schmiegt. So gelang Genetikk mit ihrem mittlerweile dritten Tonträger ein kleines Meisterwerk, welches den Maßstab für zukünftige Veröffentlichungen in der Sparte Deutschrap um Einiges in die Höhe verschiebt. Immer noch ein Pflicht-Hype!

1 Kommentar:

  1. Ein absoluter Pflichtkauf! Genetikk erfinden das Rad zwar in keinster Weise neu, aber für mich als älteren Jahrgang machen die Jungs genau das, was ich mir immer von Samy und Creutzfeld & Jakob als Weiterführung ihrer Debutalben erhofft hatte. Was ich meine ist der roughe Sound und Karuzos konsequenter Flow. Um den Bogen noch einmal zum Anfang zu spannen, was Sie machen ist nicht neu für mich, sondern vielmehr eine absolut grandiose Weiterentwicklung einer totgeglaubten Sparte im Deutschrap. Pflichtkauf, Album des Jahres. Danke Jungs ;)

    AntwortenLöschen

Bitte kommentieren Sie die Beiträge mit dem Maße an Respekt gegenüber den Künstlern, das auch Ihnen entgegengebracht werden soll.
Kritik ist durchaus erwünscht, aber nur in einem angemessenen Ton und von konstruktiver Natur.
Sollten Sie sich nicht daran halten, wird die freie Kommentarfunktion demnächst eingestellt und Kommentare sind nur noch nach Registrierung möglich!