Funkverteidiger - F.V. (Review)

"F.V." bestellen
Nachdem die Funkverteidiger rund um Pierre Sonality den im Untergrund verorteten HipHop-Kopf bereits in der Spielzeit 2010 auf ihre Seite ziehen konnten, entfernt man sich für den am 01.08.2013 erscheinenden Tonträger "F.V." für insgesamt siebzehn Anspielstationen noch weiter vom momentan gängigen Konsens-Klang deutschsprachiger HipHop-Produktionen. Umschmeichelten auf dem direkten Vorgänger sporadisch noch eingängige Soul-Samples das Ohr des Zuhörenden, besticht das neue Werk vor allem durch roh treibende Produktionen aus den Maschinen von Dextar, Odd Job, Mr. Lipster und Marcus B, auf denen sich die Zeremonienmeister Pierre Sonality, The Finn, Mase, Maulheld, Katharsis und Lars vom Dorf mit markanten Schlagzeilen verewigen. Bekratzt und beschnitten wird das Resultat kunstvoll von Plattenreitern wie DJ Ronny Montecarlo, DJ Lukutz, DJ Meta Zwo und Dextar. Wo andernorts viele Köche dazu neigen, den Brei zu verderben, hat man bei den Funkverteidigern offensichtlich reüssiert, sich auf eine einheitliche Klangästhetik zu einigen, welcher sich die einzelnen Zeremonienmeister auf Albumlänge unterordnen. Nebst einer bemerkenswerten Kohärenz auf der Produktionsseite ist auch inhaltlich ein roter Faden zu erkennen, der sich subgenreüblich primär aus der Überhöhung des eigenen Schaffens sowie der HipHop-Kultur bei gleichzeitiger Diskreditierung der Konkurrenz speist. Vermutlich ist es auch der Zusammensetzung der Funkverteidiger aus unterschiedlichsten Charakteren geschuldet, dass sich trotz der inhaltlichen Eindimensionalität während des gesamten Durchlaufs keine Langeweile einstellt und sich der Rezensent glänzend unterhalten fühlt. So erschufen die Funkverteidiger mit "F.V." nach meiner bescheidenen Einschätzung eine Pflichtveranstaltung für den HipHop-Kopf, der sich an rohem Klang ohne unnötige Schnörkel erfreuen kann. Ich grabe es!

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