Die Orsons - Das Chaos und die Ordnung (Review)

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Nach einer ersten Machtdemonstration in Form der EP "Jetzt" waren die Erwartungen an den Tonträger, der die Die Orsons in der Spielzeit 2012 im Albumformat auf die nächste Ebene heben sollte, natürlich stärkstmöglich ausgeprägt. Entsprechend ausgeprägt waren dann allerdings auch die Perlen des Angstschweißes, die sich auf den Stirnen des ein oder anderen HipHop-Kopfes auftaten, als die ersten Töne der Vorab-Single "Horst und Monika" an der Seite von Jedermanns Liebling Cro über die Bildschirme der Nation flimmerten. So entpuppte sich der erste Vorbote auf das mit großen Erwartungen verbundene Album, das mittlerweile auf den Titel "Das Chaos und die Ordnung" hörte, als unverschämt eingängige Popschlager-Nummer im Schafspelz, bei der selbst einem Auftritt im Musikantenstadl nichts im Wege gestanden hätte. Es spricht wohl für die außerordentliche Qualität der Die Orsons, dass "Horst und Monika" mittlerweile nicht nur im Albumkontext, sondern nach mehrmaligen Hördurchgängen auch individuell ganz prächtig funktioniert.

Weit weniger gewöhnungsbedürftig präsentieren sich die Die Orsons hingegen auf den herausragenden Nummern "Zambo Kristall Merkaba", "Vodka Apfel Z" sowie "Rosa, blau, grün", die nahtlos an die stärksten Momente der EP "Jetzt" anknüpfen und den vier reimenden Protagonisten Platz für reichlich Wortwitz gepaart mit technischem Anspruch geben. Weiterhin wurde, obwohl das Album in der Gesamtschau deutlich die Handschrift der beiden ausführenden Produzenten Tua und Maeckes trägt, der nötige Freiraum für alle Kapellenmitglieder geschaffen, um sich selbst zu verwirklichen. So stünde beispielsweise das herzerwärmende SLASH herzzerreißende "Für immer Berlin" jedem KAAS-Album wunderbar zu Gesichte. Auch würde das kunstvoll vorgetragene "Lagerhalle" als qualitativer Leuchtturm ein jeden Tua-Dubstep-Albums durchgehen, während "Unperfekt" in einer früheren Version bereits die Maeckes-EP "Manx" gekonnt bereicherte.

Alles in Allem praktizieren die Die Orsons auf "Das Chaos und die Ordnung" Eklektizismus in seiner reinsten Form. Man vereint verschiedenste Einflüsse aus den Bereichen HipHop, Rock, Pop, Schlager und Dubstep unter einem gemeinsamen Dach, ohne dabei in Beliebigkeit abzudriften. So entstand in den vergangenen Wochen und Monaten ein äußerst vielfältiger, dennoch überraschend homogener Tonträger, der die Die Orsons als gereifte Kapelle ausweist, die sich mit diesem Werk endgültig musikalisch gefunden und selbst verwirklicht zu haben scheint. Man möchte mehr davon!

Kommentare:

  1. Chimperators fanboy SLASH dicksucker nummer eins!

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  2. Ich stimme Ihnen grundlegend zu und bin ebenfalls von dem Album begeistert.
    Allerdings haben sie etwas vergessen!

    KAAS - "Für immer Berlin"
    Tua - "Lagerhalle"
    Maeckes - "Unperfekt"

    Und wo bleibt Plan B, mit "Mars" ? :)

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    1. Der fällt in meinen Augen gegenüber von den Anderen leider etwas ab, aber natürlich dennoch eine hörenswerte Nummer.

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  3. Sehr gelungenes album nur etwas zu wenig plan b und ein bisschen zu monoton

    Die orsons doku ist auch sehr sehenswert!

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  4. Schöne Review, vielleicht etwas zu wenig über das Album selbst, das wirklich ganz wundervoll ist. Plan B kommt mir bei manchen Rezeptionen ein wenig zu schlecht weg, jeder seiner Parts ist sehr unterhaltsam. Natürlich hat er nicht die Metaphern eines Tua oder Maeckes, aber grad in seinen einfachen Worten ist "Mars" für mich ganz wundervoll.
    MFG

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  5. Gute Review. Und Horst&Monika gewinnt tatsächlich mit jedem Hören, das hätte ich nicht gedacht. Plan B ist m.E. leider auch auf der LP etwas unterrepräsentiert.
    Was mich im Gegensatz zu den gängigen Rezensionsmeinungen (laut.de, rap.de, Sie) allerdings stört ist, dass tatsächlich mehrere Songs auf dem Album sind, die genausogut auf ein Soloalbum gehören könnten - das finde ich schade.

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  6. Je weniger Plan B, desto besser.

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