Max Herre - Hallo Welt! (Review)

"Hallo Welt!" bestellen
Nachdem sich Max Herre in der Spielzeit 2009 mit seinem vernachlässigbaren Tonträger "Ein geschenkter Tag" vom HipHop im engeren Sinne des Wortes abwandte, kehrt der ehemalige Freundeskreis-Musiker nun mit "Hallo Welt!" zurück in den Schoß, dem seine Karriere einst entsprang. So produzierte der aus Stuttgart stammende Wahlberliner an der Seite seines Produktionsteams Kahedi im Jahre 2012 genau das seelenvoll instrumentierte HipHop-Album, das man von einem altersweisen Max Herre erwarten konnte.

Bereits mit dem äußerst passend gewählten Titeltitel als Einleitung intoniert der Protagonist den optimistischen Tatendrang, der in den folgenden rund 60 Minuten "Hallo Welt!" wie ein roter Faden durchziehen soll. So entpuppt sich "Hallo Welt!" als wohlklingendes Loblied auf das Leben, welches neben dem eigenen Nachwuchs ("Vida" mit Aloe Blacc) und dem Verliebtsein ("Fühlt sich wie Fliegen an" mit Cro & Clueso) jedoch auch die negativen Seiten des weltlichen Daseins nicht unter den Tisch fallen lässt. Dabei gibt sich der reimende Protoganist neben einer Abhandlung der temporären Trennung von seiner Ehefrau Joy Denalane ("DuDuDu" und etwas fröhlicher in "Nicht vorbei bis es vorbei ist") erwartungsgemäß auch wohl dosiert politisch ("Berlin - Tel Aviv" mit Sophie Hunger; "Aufruhr" mit Patrice & Fetsum) ohne dabei in platte Parolen zu verfallen.

Neben altbekannten Weggefährten wie Samy Deluxe und genrefremden Gastmusikern wie Sophie Hunger, Clueso, Aloe Blacc und Philpp Poisel bewies Max Herre auch bei der Wahl von stark aufstrebenden HipHop-Vorreitern wie Marteria, Tua, Cro und Megaloh als Versbeisteuerer ein ausgezeichnetes Händchen. So veredeln Tua, Marteria und Megaloh die Nummern "Solang", "Kahedi Dub" und "Rap ist" jeweils mit ihren Beiträgen, während Cro "Fühlt sich wie Fliegen an" immerhin nicht schlimmer macht als es ohnehin schon ist, ohne dabei die Kuh wirklich vom Eis zu holen. Vermutlich war sie einfach schon zu weit drauf - ein meiner Meinung nach fehlplatzierter Regress in vergangen geglaube Singer-/Songwriter-Zeiten. Zum Glück bleibt es jedoch bei diesem Ausrutscher, der durch grandiose HipHop-Nummern wie "1992" und vor allem "Rap ist" an der Seite von Megaloh mehr als kompensiert wird!

So präsentiert sich Max Herre in der Spielzeit 2012 in Form von "Hallo Welt!" mit einem lupenreinen HipHop-Album, das alte Freundeskreis-Verehrende nicht enttäuschen und, wie der Erfolg von "Wolke 7" zeigt, in gleichem Maße neue Zielgruppen erschließen sollte. Alles in Allem also eine wunderbare Heimkehr zum HipHop, die den Zuhörenden dafür dankend hinterlässt, dass Max Herre offensichtlich doch noch erkannte, dass man mit HipHop in Würde altern kann. Verhaften Sie das!

Kommentare:

  1. Woher haben Sie das Album eine Woche vor dem offiziellen Verkauf?

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  2. clueso und aloe blacc genrefremd?
    hiphop ist nur ein wort?

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  3. Gut geschrieben. Die Zeile "..immerhin nicht schlimmer macht als es eh schon ist.." über Cro sagt mir sehr zu.

    Ich denke wird ein gutes Album.
    Werde mir jetzt auch eine Universal-Connection aufbauen. :D

    Cheers & frittierte Grüße

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  4. Is wieder sehr schön geraten. Propz dafür.
    Bin gespannt, obs mir auch zusagen wird.

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  5. Wie ist das dann mit "..immerhin nicht schlimmer macht als es eh schon ist.." und "Ausrutscher" gemeint ? Ich mag Cro nämlich auch und finde seinen Part ( was man bis jetzt gehört hat + Konzert ) echt nice.

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    1. Er schreibt seine Texte wahrscheinlich nicht mal selbst, und auch wenn sind sie schlecht

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  6. Vielversprechende Kritik!
    "Review" Herr Merkt sie werden unvorsichtig mit ihren Anglizismen! ;)
    Samy, Tua, Marteria, Megaloh, Patrice, Fetsum hört sich super an,
    freu mich auf das Erscheinungsdatum!

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  7. Ich bin auch vorsichtig optimistisch was das Album angeht. Was ich bisher lesen und hören durfte klingt auf jeden Fall vielversprechend. Das Problem ist, dass ich bei Max Herre automatisch "Esperanto" als Messlatte anlege und daher von den letzten Veröffentlichungen nur mäßig begeistert war

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  8. Also Rap ist.. ist ja schonmal überüberragend.
    Einstürzen Neubauen! konnten sie nicht soviel abgewinnen? Ichfeiers.

    Wenn ihre Schlusssätze stimmen und es so weitergeht, ist das Album ein Geschenk. Wünsche ihm Erfolg.

    Props an Cro.

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  9. Ach und auch an den 17:49 Uhr Kommentar

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  10. Aloe Blacc ist hier vielleicht als Sänger bekannt, angefangen hat er aber als Rapper und ist auch immer noch als Rapper aktiv (siehe zum Beispiel seine Gruppe Emanon mit Exile). "Genrefremd" ist hier also nicht korrekt.

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  11. Die Review kann man so unterschreiben. Bei "Fühlt sich wie Fliegen an" habe ich das Gefühl, es musste irgendwas für die Frauen aufs Album. Es ist zwar Max, es ist Clueso, es ist Cro .. aber zusammen .. hmm .. nicht mein Lieblingstrack. Frag mich allerdings, wieso Afrob auf keinem Track zu hören ist .. Der Junge ist doch mehr wert als nur Backup-MC bei großartigen Live-Auftritten .. Der Kauf der Deluxe-Edition hat sich jedenfalls gelohnt.

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    1. Ja Afrob wäre natürlich auch was feines gewesen,
      bis auf den Live Ausschnitt von Splash ist er auf dem Album nicht vertreten.
      (War ein verdammt geiler Auftritt!)

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