Cro - Raop (Review)

"Raop" bei amazon
Wer nach nur achtzehn Monaten im großen HipHop-Spiel HipHop-Köpfe bundesweit dazu verführt in Foren, Blogs, Facebook und/oder Kinderzeitschriften ihre Wertschätzung oder alternativ deren Ermangelung zu kommunizieren, der hat zweifelsfrei sehr viel - um nicht zu sagen alles - richtig gemacht. So sah man in Stuttgart zurecht keinerlei Veranlassung, abgesehen von einem auf der kommerziellen Natur des Tonträgers beruhenden weitgehenden Verzicht auf die dem HipHop-inhärente Sample-Kunst, von der bisherigen Erfolgsrezeptur abzuweichen, die Cro mit "Easy" an die Spitze einer neuen HipHop-Kohorte spülte. Folgerichtig reimt sich der parlierende Protagonist auf "Raop" unbeschwert durch die Schönheit seines Seins und verbreitet dabei reichlich gute Laune, die der interessierte HipHop-Kopf im Rahmen der "Drei Tage, drei Singles"-Offensive rund um "Du", "King of Raop" und "Meine Zeit" bereits ausgiebig am eigenen Leib erfahren durfte. Auch die verbleibenden Anspielstationen schlagen in dieselbe Kerbe und fließen fröhlich beschwingt durch das Tonausgabesystem des Musikabspielgerätes Ihres Vertrauens. Dabei offenbaren in den Ohren Ihres geschätzten Rezensenten vor allem das die Vergangenheit rekapitulierende "Nie mehr" sowie das bereits seit Monaten zirkulierende "Einmal um die Welt" bei jedem Hördurchgang ein beinahe unfassbares Ohrwurmpotential. Unfassbar sind unterdessen auch die Doubletime-Kombos, mit denen der maskierte Musiker der versammelten selbstherrlichen Realkeeper-Fraktion bereits im "Intro" inklusive selbstironischer Kopier-Referenz das Fürchten lehrt. Da auf "Raop" der Anspruch jedoch offensichtlich nicht darin bestand, den nicht regelmäßig dem HipHop lauschenden Musik-Kopf mit technischen Meisterleistungen zu überfordern und somit abzuhängen, bleibt es bei der einleitenden Machtdemonstration und die Performanz des parlierenden Protagonisten wird für die verbleibenden Anspielstationen auf ein massenkompatibleres Niveau zurück gefahren - jedoch nicht weil er es muss, sondern weil er es kann. Um das perfekte Album für den Sommer der Spielzeit 2012 zu komplettieren, wurde darüber hinaus auf eine leichtfüßige Instrumentierung durch Cro selbst, Gold-Bastler Dexter, Shuko und Jopez zurückgegriffen. Schönes Ding!

Kommentare:

  1. Kann noch einmal Stellung zum letzten Track genommen werden, der ja ganz untypisch traurig und sentimental sein soll?

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    1. Der letzte Track ist etwas untypisch traurig und sentimental, da er das Ende einer Beziehung thematisiert. Dennoch bleibt der "Gute Laune"-Faktor des Albums in meinen Augen dadurch unberührt.

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  2. Mit einem Beat von Shuko kann man auch wirklich nichts falsch machen. Ich freue mich, wenn in wenigen Tagen meine Tape-Edition des Albums ankommt und ich das gute Stück im Walkman abspielen kann! Eimsbush-Style! Die Easy-Single hat derweil übrigens Platin erreicht. Ein Hoch auf Indielabels!

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  3. Frechheit, das Dexter und Shuko ihre Beats für sonen Scheiß hergeben....

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    1. Da die guten Herren aber auch Geld brauchen um die Miete zu bezahlen, sollte man ihnen dies vergeben. Wenn dann auch noch ein gutes Instrumental daraus entsteht, oder sogar Cro seine Art Musik zu machen ändert ist die Kooperation des Popprinzen und unserer Lieblingstrackbastler doch nur erstrebenswert.

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    2. Man sollte einfach mal akzeptieren, dass der Hass, den Cro erntet, hauptsächlich aus einer Hörerschicht kommt. Nahezu alle Künstler in Deutschland zollen Cro Respekt für seine Arbeit und sein Talent. Zumal er mit dem, was er macht, in den Staaten nicht wirklich etwas Besonderes wäre, er ist einfach derjenige, der mit dieser Art von HipHop in Deutschland erfolgreich ist. Zwei kostenlose Mixtapes, etliche Freetracks und im Spätsommer folgt bereits ein weiteres Mixtape, das finde ich persönlich aller Ehre wert und gehört honoriert. Der Rest ist Geschmackssache. Respekt, der wohl wichtigste Bestandteil der HipHop-Kultur, spielt in Deutschland eine sehr kleine Rolle und das ist sehr schade!

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    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    4. Da ist halt die Frage, wie man HipHop definiert und wo jeder seine Grenzen setzt. Wenn man Cro nun mal als Pop wahrnimmt und nicht als HipHop, muss man auch keinen Respekt geben. Respekt geht dann lieber an die Leute, die nach eigenem Ermessen eher der Kultur zuträglich sind. Es ist ja nicht so, dass man generell keinen Respekt verteilt... nur halt lieber anderweitig.

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    5. "Wenn man Cro nun mal als Pop wahrnimmt und nicht als HipHop, muss man auch keinen Respekt geben."

      Achso, man muss also jemandem weil er anders ist keinen Respekt geben?
      Was ist das denn bitte für eine Logik?
      Respekt ist ja wohl nicht nur ein HipHop-Wert, von HipHoppern für HipHopper sozusagen, sondern einer der gesellschaftlichen Grundwerte. Es ist wirkltich kein Wunder, das die Gesellschaft so unsolidarisch ist, wenn es jeder nur für nötig befindet sich selbst und seinen Homies Respekt zu zollen.

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  4. Sie sind momentan auch nicht der mit einer Besprechung auf seiner Seite. Die Plattform "plattentests.de" hat ebenso eine Rezension ins Netz gestellt.

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  5. Bäm!

    Cros Album "Raop" feiert Heute sein Release.

    Wir haben uns nicht lumpen lassen und direkt Heute auch schon das Review geschrieben!

    http://kombos.de/2/65/review-cro-quot-raop-quot-premium-edition/

    Kombos Magazin

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    1. Bäm!

      Cros Album "Raop" feiert Heute sein Release.

      Die Feuilletons diverser Tageszeitungen haben sich bestimmt auch nicht entgehen lassen eine Review zu schreiebn.

      Checkt das!

      www.jetztzumkisokausrufezeichen.de

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  6. Ihr solltet euch vielleicht nochmal den Duden schnappen ...

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  7. welches lied ist denn von dexter produziert?

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  8. Von Dexter ist der letzte Song! "Ein Teil"

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