Kraftklub - Mit K (Review)

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Insgesamt dreizehn felsige Schlager versammelt Karl-Marx-Stadts musikalisches Aushängeschild Kraftklub auf seinem ersten Tonträger im Albumformat, der pädagogisch wertvoll auf den Titel "Mit K" hört. Spätestens wenn das eröffnende "Eure Mädchen" mit satten Gitarren, Bass und Schlagzeug ohne größere Umschweife die Schlagzahl der nachfolgenden knapp 45 Minuten vorgibt, ahnt das aufgeweckte HipHop-Köpfchen, dass die weiteren Anspielstationen bis hin zum episch gestalteten Ausklang in Form von "Wieder Winter" nicht mit den üblichen HipHop-Maßstäben zu vermessen sein werden und die Assoziation zur HipHop-Kultur vorwiegend in den Wurzeln der sympathischen Sachsen zu sichten wäre. Da Gattungen jedoch prinzipiell egal sind und Musik in einer besseren Welt sowieso ausschließlich in den beiden höchst subjektiven Schubladen "gut" und "schlecht" wahrgenommen werden sollte, müsste der aufgeschlossene Freigeist die mit sehr viel Ironie und Wortwitz vorgetragenen Erzeugnisse der Kapelle nach einer mehr oder minder ausgiebigen Eingewöhnungsphase zu würdigen wissen. Mit permanentem Blick auf die Tanzfläche werden dabei scharfzüngig intranationale Migrationswellen ("Ich will nicht nach Berlin"), die medizinisch sanktionierte Intoxikation Schutzbefohlener ("Ritalin / Medikinet"), Heimat ("Karl-Marx-Stadt") und Mädchen ("Songs für Liam", "Kein Liebeslied") abgehandelt. Natürlich dürfen mit "Liebe", "Scheissindiedisko" und "Zu jung" auch drei altbekannte Leuchttürme der hervorragenden EP "Adonis Maximus" in leicht überarbeiteter Fassung nicht fehlen, wobei jedoch kritisch anzumerken wäre, dass vor allem "Zu jung" durch die im Rahmen der Überarbeitung abhanden gekommenen Ecken und Kanten des Originals in der Gunst des Rezensenten nicht gerade hinzu gewinnt. Abseits dieses kleinen Schönheitsfehlers offenbaren Kraftklub auf "Mit K" durchaus "Lieblingsband"-Potential, so dass mit Spannung abzuwarten bleibt, wohin der Weg des sympathischen Quintetts in der näheren Zukunft führen wird. Ich grabe das!

Kommentare:

  1. Spiegelt im Wesentlichen meine Ansichten wieder (Props, Herr Merkt!) - besonders die Neuvertonungen der Demosongs enttäuschen, während der Rest wirklich stark ist.

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  2. Word. Wobei sue bei der Albumversion von "scheissindiedisco" ja selbst sagen, dass die alte Version besser ist.

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  3. Echt ein hammer Album, und grade das ruhigere "Kein Liebeslied" hätte ich so nicht erwartet.
    Ich grabe das auch, Wort.

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  4. Klingt für mich streckenweise einfach zu gleich und glatt - für mich ist das Album reinster Durchschnitt.

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  5. Bin ich froh, dass ich kein aufgeschlossener Freigeist, sondern HipHop-Nazi bin. Sonst würde ich mir diesen Schund womöglich auch noch anhören ;)

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