Maeckes - Manx EP (Review)

Ein gewisser Herr Merkt saß am gestrigen Freitag rund vierzig Minuten vor seinem Rechner und kam aus dem wohlwollenden Mitnicken nicht mehr heraus. Was war passiert? Kool Savas' "Aura" war gerade abgelaufen und für gut befunden, als die ersten Klänge von Maeckes' "Manx" in Form von Bits und Bytes vom externen Speichergerät abgerufen und im Musikabspielgerät seines Vertrauens wiedergegeben wurden. Inhaltlich wie musikalisch oszillierend zwischen "Kids" und früheren Großtaten im Kontext von Maeckes & Plan B entpuppt sich "Manx" in nur acht Anspielstationen (zuzüglich Bonus-Titel) als allumfassende Offenbarung für den anspruchsvollen HipHop-Kopf. Bestechend auffassungssicher parliert sich der Protagonist raptechnisch einwandfrei durch treffende Alltagsanalysen ("Zoom"), ermutigt die Zuhörerin / den Zuhörer abseits ausgelutschter "Kopf hoch"-Rhetorik zur Selbstverwirklichung ("SLBST"), gibt sich an der Seite von einem glänzend aufgelegten JAW beißend-ironisch ("Pisse in Weingläsern"), haucht in Kollaboration mit Plan B der ad acta gelegten "White trash"-Attitüde neues Leben ein ("Black swan"), reist nachdem Oberflächlichkeit angeprangert wird ("Probleme weglächeln") gemeinsam mit Tua in das der Oberflächlichkeit zum Opfer gefallene "Niemandsland", beschäftigt sich nachvollziehbar mit der eigenen Fehlbarkeit ("Unperfekt") und schließt den offiziellen Teil mit dem schonungslos offenen "Gossip", bevor im inoffiziellen Teil Google die Welt erklärt ("Explain the world to me" in einer Neuinterpretation von Marlon). Dadurch, dass Maeckes all diese Themen mit schlafwandlerischer Sicherheit in gute Musik zu übersetzen weiß, entpuppt sich die EP "Manx" bereits beim ersten Hördurchgang als Pflichtprogramm für den intelligenten HipHop-Kopf zwischen Kehl und Kiel. Dieser Eindruck sollte sich auch nach einigen weiteren Hördurchgängen bestätigen. Ganz großartiger Scheiß und mit kleinem Abstand der bisherige Höhepunkt der Spielzeit 2011.

Kommentare:

  1. ich liebe sie für ihre Kritik

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  2. Die EP ist ganz stark!
    Insbesondere die Laufzeit (39 min) möchte ich hier ansprechen, die im Vergleich zu manchen Alben (Aura - 35 min) länger ist.
    Sehr gute Review, der ich zu 100% zustimmen kann.
    Zusammen mit XOXO mein Release des Jahres!

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  3. kritik kann auch positiv sein XD

    Nein im Ernst tolle EP fürn super Preis

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  4. gestern bei itunes gekauft...
    von mir gib es auch nur lob :)
    danke m a e c k e s !!!

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  5. Für mich auch die EP des Jahres und deutlich vor den meisten Alben.

    Endlich auch mal ein Argument für die Leute wo meinen, Chimperator macht keinen Rap mehr.

    Manx muss sich in diesem Jahr vor keinem Release verstecken und verdient es in einem Atemzug mit Aura oder XOXO gennant zu werden.

    Ich muss sogar zugeben, es gefällt mir mehr als Aura, was ich vor einem Monat nicht für Möglich gehalten habe.

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  6. eine erfreuliche überraschung das ding

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  7. Nach dreiwöchigen Hörens muss ich sagen, dass es tatsächlich ein gutes Werk ist, mir aber einzelne Killerzeilen wie "80 gig musik gegen eine cd, die ich nicht skip'" fehlen. Und Jotta darf gerne wieder wie vor 4-5 Jahren rappen, was Betonungen anbelangt. Und Du kannst nicht schreiben, nur weil Du "anders" formulierst, das liest sich verkrampft und nicht lässig. Du darfst Dir als Vorbild gerne Tony Sunshine (r.in) nehmen.

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