Kool Savas - Aura (Review)

Kurz angebunden gibt sich dieser Tage Deutschraps König Kool Savas, der Ihnen im Rahmen seiner mittlerweile dritten Einzelleistung "Aura" in knapp 35 Minuten insgesamt zwölf Anspielstationen serviert. Gemäß dem Albumtitel lassen die durchweg hochwertigen und teils Gänsehaut induzierenden Produktionen von Beatbauern wie Melbeatz, 7Inch, DJ Smoove, Sir Jai, Jerrycanists, Hätrz, Sinch & Ken Kenay und Baltar dem Protagonisten genügend Raum, um auf dem epischen Klangteppich seine unbeischlafbare Aura zur vollsten Entfaltung zu bringen. Als Beleg hierfür seien der eindrucksvolle Titeltitel sowie das aggressiv-angreifende Intro "Der Letzte meiner Gattung" ins Felde geführt.

Selbstredend wird schon beim Genuss dieser beiden Anspielstationen mehr als deutlich, dass sich Kool Savas auch auf dem vorliegenden Tonträger in technischer Hinsicht nicht lumpen lässt und seine Verse mit größtmöglicher Präzision auf den musikalischen Unterbau schmiedet. Als besonders prächtige Exemplare seien diesbezüglich auch das sensationell betitelte "Optimale Nutzung unserer Ressourcen", das getriebene "Stampf" sowie das "Can't nobody hold me down" rezitierende "King of rap / Ein Wunder" nicht verschwiegen. Inhaltlich die Kritikpunkte an vergangenen Großtaten aufgreifend, öffnet sich Kool Savas auf "Aura" einem breiteren thematischen Spektrum. Wurden auf vergangenen Veröffentlichungen die persönlicheren Töne noch geschickt zwischen den Zeilen eingestreut oder an die reimenden Kollaborateure delegiert, so gesellen sich auf dem vorliegenden Tonträger explizit persönliche Anspielstationen wie "Die Stimme" und "Nichts bleibt mehr" zu den genretypisch obligatorischen Repräsentanten à la "Und dann kam Essah".

Bei den technischen Standards, die der Protagonist selbst vorgibt, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auf "Aura" lediglich Olli Banjo, seines Zeichens ebenfalls Technikfanatiker, einen Gastvortrag einbringen und an der Seite von Kool Savas scheinen darf. Auch gesanglich werden mit der Verpflichtung von Xavier Naidoo auf dem für Anhänger der ersten Stunde sicherlich enttäuschenden "LMS 2012" keine Risiken eingegangen, so dass "Aura" musikalisch höchsten Ansprüchen genügt. Leichte Abzüge gibt es lediglich in der B-Note, da vereinzelte Pointen im Stile von "wa(a)gemutig wie WeightWatchers" beim Rezensenten einfach nicht zünden wollen. Dem guten Gesamteindruck ist dies jedoch nur in geringfügigem Maße abträglich. Greifen Sie beherzt zu!

Kommentare:

  1. gerade wagemutig wie weightwatchers ist doch total witzig

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  2. ich geb n beischlaf auf den greis!

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  3. ich frag mich an manchen stellen wie man beats mit sooo ausgelutschten 808 drums feiern kann (king of rap mal aussen vor, da passt es) ... aber ne dann doch lieber premo die drums klauen!

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  4. Leider eine allzu zahme Review. Das Album kann höchstens auf 2 Tracks das erwartete Niveau erreichen, dazu ist die Laufzeit gemessen an guten Tracks ein Witz. Ähnlich wie auf laut.de frage ich mich bei dieser Review, worauf die komplett übertriebene Lobhudelei basiert.

    Herr Merkt, hören sie bitte auf in ihren Reviews wie eine Promo-Maschine der jeweiligen Künstler zu klingen!

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  5. Meine Reviews fallen deshalb immer positiv aus, weil ich nur noch Alben reviewe, die es sich verdient haben. Im Anbetracht der Tatsache, dass ich aus Zeitgründen nicht einmal alle Alben reviewen kann, die in meinen Augen mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, habe ich einfach keine Lust dazu, mit bestenfalls mittelmäßigen Alben, bei denen einfach gar nichts hängen bleibt, meine Zeit zu verschwenden.

    Wenn Sie in Ihrer Einschätzung darüber, welche Alben Aufmerksamkeit verdient haben, von meiner Einschätzung abweichen, dann ist das natürlich Ihr gutes Recht. Aber tun Sie bitte mir und sich den Gefallen und sparen sich die Arroganz, Ihre Meinung zu Alben als allgemeingültig hinzustellen. Ich nehme mir auch weiterhin das Recht heraus, meine Meinung ohne Rücksicht auf Ihre Befindlichkeiten niederzuschreiben. Wenn Ihnen das nicht passt, dann bleiben Sie dieser Seite doch einfach fern. Leser wie Sie braucht niemand!

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  6. Ich hatte nicht die Absicht in meinem Post arrogant zu klingen, oder sie persönlich anzugreifen - ich fürchte ich habe meine Unzufriedenheit/Entäuschung über das Album, von welchem ich mir wesentlich mehr erhofft hatte, an ihrer Review ausgelassen.
    Auch sehe ich absolut ein, dass sie nur Alben reviewen die es aus ihrer Sicht verdient haben (ein Umstand den ich im Übrigen nicht kritisiert habe, zumal ich in der Regel bezüglich der Qualität eines Albums mit Ihnen einer Meinung bin).

    Langer Rede, kurzer Sinn: Bitte Entschuldigen sie meinen vorherigen Post, insbesondere den letzten Satz.

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  7. @Martin Merkt
    was ist eigentlich passiert nachdem die zeituhr rechts am bildschrim abgelaufen war?

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  8. Ich mag diesen Savas ja wirklich,
    aber so Mukke kann ich mir einfach nicht geben.

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  9. Das ist natürlich ein Blog über deutschsprachigen Rap, und sein Urheber hat schon wiederholte Male seine himmelschreiende Ignoranz anderen Musikstilen gegenüber, die sich ausserhalb seines offenbar im Grenzbereich Kellerassel liegenden Horizontes befinden, freiwillig und ohne Not zur Schau gestellt (ich denke hierbei beispielsweise an die kaum anders als bizarr zu bezeichnende erweiterte Jahresbestenliste 2007, die sehr zum Leidwesen meines Zwerchfells in den darauffolgenden Jahren keine Fortsetzung fand.) Man ist also einiges gewohnt. Dass aber der Verursacher dieses Blogs, der von sich in der ihm genuinen Großkotzigkeit immerhin behauptet über HIPHOP zu sprechen, nicht in der Lage ist elementarste Referenzen richtig zuzuordnen - Referenzen wohlgemerkt, die auf das Herz des eben erwähnten HipHops weisen und die jedem der sich auch nur oberflächlichst damit beschäftigt, bekannt sein müssten - ist dann an Engstirnigkeit und musikgeschmacklicher Provinzialität selbst für diesen Ort ein noch nicht da gewesener Höhepunkt. Man gratuliert!
    Aufgemerkt der Herr: 'King of Rap/Ein Wunder' rezitiert mitnichten 'Can't nobody hold us down' sondern das epochenmachende 'The Message'.
    Gott zum Gruße

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  10. oh ha, da haste jetzt aber einen dicke dicken fehler gefunden und konntest einmal alles raus lassen was? armeseliger spinner

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  11. Das Lustige daran ist, dass ich nur darauf gewartet habe, dass der erste Lesende auf diese Sollbruchstelle anspringt. Dass es gleich so wunderschön wird, konnte ich nicht ahnen! ;)

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  12. Schön dass hier dem Unwissen und der Borniertheit gehuldigt wird. Dass die Unkenntnis des wichtigsten Songs der Hip Hop Geschichte einen mittleren Skandal darstellt wird Ihnen, entgegen meiner naiv gehegten Hoffnung, vielleicht erst nach längerer Kontemplation einleuchten. Mein grenzenloser Optimismus erträumte sich eine Antwort a la: Sehr geehrter Herr Golden Arms ...blabla...unverzeihlicher Fehler...blabla...Spex-Abo zwecks Horizonterweiterung bereits bestellt... blabla...in immerwährender Dankbarkeit...usw usf.
    Nun, man kann niemanden zu seinem Glücke zwingen. Dass Sie aber, mit Ihrer stark monokulturellen Musikauffassung der stetig zunehmenden Musikantenstadlisierung der deutschen Hip Hop Szene Vorschub leisten, die immer weniger werdende Schritte davon entfernt ist, eine für gute und interessante Musik gänzlich unbrauchbare Parallelwelt darzustellen, das sei Ihnen noch auf Ihrem Weg mitgegeben.
    Gott zum Gruße

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  13. welch riesiger Haufen Hirnwixe

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  14. das album ist so dumm man kann es kaum glauben. 20 minuten rap auf 35 minuten gestreckt, dazu nur raps mit denen savas sich als gott darstellt. das wäre ja ok gewesen, so vor 10 jahren, aber sich immer nur zu feiern ohne etwas dafür zu tun, NAJA WEMS GEFÄLLT.

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