Mein Album: Exzem - Schreibmaschine

Anlässlich seines Albumdebüts "Schreibmaschine" stand Ihnen Tunnelblick Musics Exzem im Rahmen der Rubrik "Mein Album" Rede und Antwort. Lesen Sie selbst!



Welche Gäste haben Sie geladen?
Neben Mr. Knight aka Großmaul und Günna sind die alten Crewmitglieder Dna, Molek und Fratch am Mikrofon.

Wer hat produziert?
Dj-Amin, Tobrock, The Gunna, Dj ill, Profil, Deckah, Dufsen und Exzem himself

Wenn Sie mir nur drei Titel aus Ihrem aktuellen Album vorspielen dürften, welche wären das? Bitte begründen Sie Ihre Angaben!
"Sweet Candy": Hier habe ich versucht, dieses One-Love-Graffiti Ding mal anders zu verpacken. Ich mochte solche Songs irgendwie nie. Selbst Bands, von denen ich viel gehalten habe, wirkten, wenn es um dieses Thema ging, aus einem mir unerfindlichen Grund nicht authentisch. Ich selbst bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden und freue mich, dass auch dieser Teil meiner Vergangenheit trotz aller Skepsis seinen Weg auf den Longplayer gefunden hat.
"Zweite Person": Weil der Track von der Idee her am längsten gebraucht hat, um über die Skizze hinaus zu reifen.
"Night & Day": Der Song ist der letzte, bevor ich begonnen habe, die Songs für's Album zu setzen. Der Song ist für mich so eine Art Grenzstein, der der Albumproduktion ein klar definiertes Ende gesetzt und mir den Kopf frei gemacht hat.

Warum braucht der HipHop-Kopf Ihr aktuelles Werk, wenn er all Ihre bisherigen Veröffentlichungen bereits besitzt?
Weil er sich dann seit Jahren auf mehr gefreut hat und mich unter Umständen auch schon mal persönlich danach gefragt hat.

Wo würde sich Ihr aktuelles Werk einreihen, wenn Sie Ihre bisherigen Veröffentlichungen in eine Rangreihe bringen müssten?
Da es sich um mein Debutalbum handelt, denke ich erübrigt sich dieser Punkt zumindest teilweise. Da ich mich aber das erste Mal sowohl als DJ, Rapper und auch als Produzent betätigt habe, würde ich dieses Release an die Spitze setzen. Allein aus dem Grund, weil es alle Bereiche in denen ich aktiv bin, zusammenführt und vereint.

Wo sehen Sie sich mit Ihrem aktuellen Werk in der Deutschrap-Hierarchie?
Ich möchte mich in punkto Hierarchie nicht irgendwem unter-, zu- oder überordnen. Dazu bin ich aufgrund der Fülle der auf dem Markt befindlichen Releases auch gar nicht in der Lage. Für mich liegt der Competition-Gedanke nicht mehr so sehr im Fokus.

Können Sie meine Leserinnen und Leser mit einer Anekdote zur Entstehung des Albums oder spezifischer Tracks beglücken?
Es hat tatsächlich erst im dritten Anlauf geklappt. Beim ersten kam es nach Abschluss aller Aufnahmen zu einem Headcrash der Festplatte im Studio und sämtliches Material war verloren. Beim zweiten denk ich war die Leitung einfach zu lang und das Projekt ist quasi im Sande verlaufen. Beim dritten Anlauf hat es dann endlich geklappt, mit der Unterstützung aller Beteiligten, das Ding fertig zu bekommen.

Gab es zu Beginn der Produktionsphase Ihres Albums einen Vorsatz / einen Wunschgast, den Sie im Verlauf der Albumproduktion wieder aufgeben mussten?
Ja, ursprünglich hatte ich das ehrgeizige Vorhaben, jeden Song auf dem Album von unterschiedlichen Leuten produzieren zu lassen. Da sich das Ganze aber so sehr in die Länge gezogen hat, sind viele Beats einfach oft gekippt worden oder gar verschollen.

Was hat es mit dem Titel Ihres Albums auf sich?
Ich habe mich schon immer sehr für das Schreiben interessiert. Damals habe ich auf der alten Maschine meiner Mutter immer herum getippt und Kauderwelsch geschrieben. Ich wusste nie so recht, was ich schreiben wollte, aber das Ding war halt faszinierend. Die Entscheidung zum Titel kam, nachdem ich den gleichnamigen Song gemacht hatte. Auch wenn er nicht die Single geworden ist, so ist der Titelsong doch sehr bezeichnend. Die Strophen enden mit der Zeile "... hier kriegt ihr nichts als mich und meine Schreibmaschine." Man bekommt mich und das was ich zu sagen habe. Ich schreibe wie eine Maschine, klar, unmißverständlich, eigen und dennoch für jeden entzifferbar, das personifiziert die Figur auf dem Cover deren Geschichte sowohl im Booklet, als auch im Video weiter beleuchtet werden.

Wie lange haben Sie an Ihrer aktuellen Veröffentlichung effektiv gearbeitet?
Effektiv gearbeitet ungefähr ein Jahr. Diese effektiven Phasen haben sich aber mit Unterbrechungen auf fünf Jahre und mehr erstreckt.

Dürfen sich Ihre Anhängerinnen und Anhänger auf eine Konzertreise zum Album freuen?
Eine Tour ist derzeit nicht angesetzt. Mein Job gibt es auch nicht her, mehrere Wochen am Stück auszusetzen. Dennoch sind wir gewillt, Shows zu spielen was das Zeug hält.

Welche Erwartungen / Hoffnungen verbinden Sie mit Ihrem aktuellen Album?
Ich hoffe, dass ich die Erwartungen derer erfüllen kann, die ich jetzt über Jahre hinweg immer vertröstet habe und natürlich, dass sich der Sympathiesantenkreis vergrößert und ich mehr Leute mit meinen Sachen erreichen kann. Ist ja immer so eine Sache mit Debutalben. Außerdem freue ich mich darauf, nicht mehr immer nur als der DJ von irgendwem wahrgenommen zu werden, sondern als eigenständiger Künstler.

amazon versendet ab 20 Euro versandkostenfrei. Was würden Sie zu Ihrem Album dazu bestellen, um Versandkosten zu sparen?
Den Ratgeber „Per Anhalter durch die Galaxis“. In der Limited Edition mit Handtuch und dem komischen Fisch für's Ohr.

1 Kommentar:

  1. Habs gekauft und für gut empfunden. Meine Lieblingstracks sind eindeutig: "Genug ist genug" und "Schreibmaschine". Klasse Beats, ziemliche geile Texte, finde das sollte man echt supporten.
    Das Album ist bis jetzt mein Album des Jahres und eindeutig ein Grund warum man die "Neue Hip Hop Welle" unterstützen sollte.

    AntwortenLöschen

Bitte kommentieren Sie die Beiträge mit dem Maße an Respekt gegenüber den Künstlern, das auch Ihnen entgegengebracht werden soll.
Kritik ist durchaus erwünscht, aber nur in einem angemessenen Ton und von konstruktiver Natur.
Sollten Sie sich nicht daran halten, wird die freie Kommentarfunktion demnächst eingestellt und Kommentare sind nur noch nach Registrierung möglich!