Texta - Grotesk (Review)

Seit nunmehr mehr als zehn Jahren versorgt Sie die Mundart-Sprechgesangskapelle Texta mit unterhaltsamen Alben österreichischer Zunge. Nach diversen mehr oder sehr viel mehr erfolgreichen Einzelbemühungen tat man sich anno 2011 erneut zusammen, um mit "Grotesk" ein weiteres Gemeinschaftsprodukt aus Linz in die Welt zu entlassen. Während Green Berlins Dead Rabbit dem Titeltitel "Grotesk" (mit Soprano & Average) eine würdige Untermalung spendiert, zeichnet der hauseigene Flip für die musikalische Umsetzung der restlichen Anspielstationen verantwortlich. Dabei bewegen sich die Produktionen auf qualitativ hohem Niveau zwischen klassisch hochgeregelten Seelen-Auswahl-Stampfern ("Driving me wild") und moderat orientalisch angehauchten Werken ("Ka Genie"), die stets zutiefst im HipHop-Kontext verwurzelt bleiben.

In ihren verbalen Ausführungen keine Rücksicht auf etwaige Sprachbarrieren nehmend, arbeiten sich die parlierenden Protagonisten durch einen umfassenden Themenkatalog rund um klassische Repräsentanten ("Ka Genie"), öffentlich ausgetragene Grabenkriege ("Driving me wild"), soziale Isolation ("Strange"), politische Absurdität ("Grotesk"), fehlgeleitete Veränderungsansätze ("So änderst du nichts") und nachhaltige Sinngebung ("Mein Baby"). Dabei fällt bei einer positiven Bewertung des vierzehn Anspielstationen umfassenden Tonträgers nicht zuletzt die in Nahperfektion vorgelebte Feinabstimmung der einzelnen Kapellenkollegen ins Gewicht, die selbst den fliegenden Sprecherwechsel während eines Verses spielerisch leicht erscheinen lässt. Das macht ungemein Spaß und zerberstet jedwede Sprachbarriere. Daher sei Ihnen der Erwerb von "Grotesk" nachdrücklich befohlen. Zur Tat!

1 Kommentar:

  1. HerrMerkt der nächste Kleist?

    Schöne Review, Texta wird wohl mal gehört, hab die bisher immer irgendwie ignoriert

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