Sorgenkind - Weltretter auf Jobsuche (Review)


Obwohl meine Kernkompetenzen primär in der Begutachtung deutschsprachigen Sprechgesangs angesiedelt sind, habe ich die Reviewanfrage für Sorgenkinds Gesangs-/Sprechgesangshybriden "Weltretter auf Jobsuche" gerne angenommen. So scheint der verantwortliche Erstautor durchaus in der HipHop-Szene verwurzelt zu sein. Gleichermaßen scheint der Sprechgesangsanteil auf dem vorliegenden Werk deutlich zu überwiegen, so dass der Künstler bei seinem Publikationsvorhaben durchaus an den in unserer Szene üblichen Bewertungskriterien gemessen werden sollte.

Prinzipiell ist festzustellen, dass der Protagonist in punkto Wortwitz und Vortrag die grundlegenden Anforderungen des Genres erfüllt, gleichwenn der Vortrag bezüglich des Sprachflusses noch ausbaufähig ist. Dieses Manko überspielt Sorgenkind jedoch spielend mit glänzend kreativen Textideen und einer guten Portion Selbstironie, die sowohl im Titeltitel, als auch in "Ich hasse Sorgenkind" besonders gut zum Tragen kommt. Auch wenn der ein oder andere Kollege reinen Nachwuchsarbeiten ohne erfahrene Anleitung mit einer gewissen Skepsis begegnet, halte ich in diesem besonderen Falle die Kooperation mit musikalischen Nachwuchskräften wie Djin und Ami am Mikrophon und Clayne, Peet, Voddi Beats, Taifun Beats, Jay-ho Beats, Moretime Productions und fabsbeats an den Reglern für durchaus begrüßenswert, zumal diese sich auf einem qualitativ ansprechenden Niveau bewegen und den Tonträger mit ihren Kompetenzen durchweg bereichern! Ein kleinerer Kritikpunkt ergibt sich meines Erachtens aus einer unvollständigen Referenzliste. So wäre eine Zitation von Merkt (2008, 2009, 2010), der sich vor allem im Bereich der Nachwuchsförderung einen Namen machte (siehe http://www.herrmerkt.de, 2010), angebracht. Als Reviewer wäre es mir ein Anliegen, dass diese Referenz in einem potentiellen Revisionsverfahren eingefügt wird!

Fazit: Das zu begutachtende Werk wirkt in seiner Gesamtkonzeption schlüssig und bedient sich aktuell gängigen Produktionsmethoden, um die Inhalte glaubhaft zu vermitteln. Damit ist die Publikation als national vertriebener physikalischer Tonträger durchaus angemessen, so dass ich eine Akzeptanz des Beitrages mit kleineren Revisionen befürworte! Ich wünsche den Autoren viel Erfolg bei ihrem Publikationsvorhaben!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte kommentieren Sie die Beiträge mit dem Maße an Respekt gegenüber den Künstlern, das auch Ihnen entgegengebracht werden soll.
Kritik ist durchaus erwünscht, aber nur in einem angemessenen Ton und von konstruktiver Natur.
Sollten Sie sich nicht daran halten, wird die freie Kommentarfunktion demnächst eingestellt und Kommentare sind nur noch nach Registrierung möglich!