Marteria - Zum Glück in die Zukunft (Review)

Nach gut zweijährigem Vorlauf stellt Rostocks Marteria dieser Tage in Form von "Zum Glück in die Zukunft" nach "Base Ventura" seinen zweiten Langspieler zur öffentlichen Begutachtung bereit. Entsprechend der offiziellen Lesart versammeln sich darauf zwölf Anspielstationen, die die ehemalige Fußballhoffnung / Laufstegschönheit in Zusammenarbeit mit The Krauts, die auch schon für Peter Fox' "Stadtaffe" verantwortlich zeichneten, einspielte. Wortbeiträge wurden unterdessen von Peter Fox, Jan Delay, Casper, Yasha und Miss Platnum untergebracht.

Quantitativ recht übersichtlich, wächst "Zum Glück in die Zukunft" qualitativ zu einen veritablen Meisterwerk heran, dessen künstlerische Brillianz sich nur schwer in angemessene Worte bannen lässt. Sei es die Autobiographie im Videospiel-Modus ("Endboss"), eine Abhandlung über die unverblümte Übermittlung negativer Nachrichten ("Wie mach ich dir das klar?" mit Jan Delay) oder die Beschreibung bidirektionaler gegengeschlechtlicher Anziehung ("Marteria Girl" und "Kate Moskau") - stets findet der Protagonist die passende Idee und / oder das ausgefeilte Wortspiel, um nahezu jede semantische Einheit des vorliegenden Tonträgers in eine zitierfähige Pointe zu verwandeln. Hinzu kommt mit "Verstrahlt" ein hypnotisch blubbernder Hitgarant, der sich dank sensationellen Kehrvers-Gesängen von Yasha unaufdringlich, aber nachhaltig im Gehörgang des Rezipienten festsetzt und bis auf weiteres dort verbleibt. Zu den zwölf offiziellen Anspielstationen von "Zum Glück in die Zukunft" gesellen sich in der limitierten Sonderausgabe weiterhin alle Instrumentale sowie die Titel "Zum König geboren", "Neue Nikes" und "Maradona Shirt", die sich bereits in unzähligen Hördurchgängen als unbeischlafbar erwiesen.

Klangästhetisch bewegen sich die Produktionen der Krauts auf höchstem Niveau zwischen kühler Elektronik und warmem HipHop, punktuell ergänzt durch Einflüsse aus artverwandten Genres wie Grime, Dubstep oder BalkanBeat. Nicht zuletzt geeint durch Marterias prägnantes Organ verschmelzen all diese Einflüsse zu einer kunstvollen Melange, die in der Gesamtschau wesentlich zur Neupositionierung der Kunstform HipHop beitragen dürfte. Ein moderner Klassiker!

"Zum Glück in die Zukunft" hier bestellen (CD)
"Zum Glück in die Zukunft" hier bestellen (Vinyl)

Kommentare:

  1. Hatte Marteria schon lange als "ok" auf dem Plan, seit ich gestern mittag auf myspace das neue album in voller länge (geiles geschenk)angehört hab, komm ich nicht mehr vom bildschirm weg! unglaublich gutes album, das hebt deutschen rap wirklich in eine neue dimension, da eröffnen sich klangwelten, da wird gezeigt, das echter rap und elektro wirklich harmonieren können und nicht nur zum partyabriss a la atzen taugt! als sahnehäubchen hat der typ ne ausserordentliche stimme und schafft es deepe inhalte in wumsende tracks zu packen, ich bin beinah fassungslos! um mit meth's worten zu schließen: "See this is what they meant to do!"

    AntwortenLöschen
  2. jedem dem ichs zeige, findet den Sound geil und kauft das auch weil die was neues Supporten wollen. Hier geht es um mehr als nur eine Cd hier geht es um einen Neuanfang :P

    AntwortenLöschen
  3. istn geiles album geworden, die genialsten texte hat aber immernoch kollegah (hoodtape vol. 1 -> fuck yea.)
    und was heisst hier neuanfang, marteria ist ja nun wirklich kein newcomer mehr..

    AntwortenLöschen
  4. Der Imagewechsel verlief perfekt, Smudo und Co werden Kohle scheffeln ohne Ende mit ihm! Die Vermarktungsschiene Kid Cudi auf deutsch scheint zu funktionieren!

    Ps: Ich kaufe mir die Vinyl! :-)

    AntwortenLöschen
  5. wenn marteria top 5 geht muss er in Berlin mit bushidos leuten kämpfen und seine karriere an den Nagel hängen! deswegen hoffe ich auf platz 6

    AntwortenLöschen
  6. Mich wundert etwas, dass so gut wie jede Review von "neuem Sound" etc spricht, dabei war "Base Ventura" um einiges innovativer!
    Das Einzige was mich bei Marterias Album stört ist damit auch die Anbiederung an Peter Fox.. einer von den Idioten reicht doch. ;)

    AntwortenLöschen

Bitte kommentieren Sie die Beiträge mit dem Maße an Respekt gegenüber den Künstlern, das auch Ihnen entgegengebracht werden soll.
Kritik ist durchaus erwünscht, aber nur in einem angemessenen Ton und von konstruktiver Natur.
Sollten Sie sich nicht daran halten, wird die freie Kommentarfunktion demnächst eingestellt und Kommentare sind nur noch nach Registrierung möglich!