Mein Album: Antihelden - Kein Happy End!

Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich der Veröffentlichung ihres grandiosen Albums "Kein Happy End!" standen mir die beiden Antihelden Abroo und Dra-Q erfreulicherweise für die Rubrik "Mein Album" Rede und Antwort.

Wann erscheint das Album?
25.06.2010

Über welches Label und welchen Vertrieb?
NewDEF/Flavamatic/Roughtrade

Welche Gäste haben Sie geladen?
Sabac Red (Non Phixion), Morlockk Dilemma, Kamp, Amaris, Tatjana, Conny Walker & Mortis One

Wer hat produziert?
Snowgoons, MecsTreem, Sicknature, Mortis One, Sneezy ( Hammer & Zirkel)

Wie kamen Sie auf den Titel des Albums?
Q: Wir fanden "Kein Happy End" als Titel einfach passend für die Tonalität der Platte - ob man das nun auf Musik oder auf die Gesellschaft beziehen will, wird man beim Hören des Albums entscheiden müssen. Vielleicht meinen wir uns auch einfach selbst - wir erleben das unglückliche Ende unseres Rapper-Daseins...
90er Jahre Boom Bap Tracks und gesellschaftskritische Texte, die nichts mit "Ich stech Dich ab, hier ist Ghetto" zu tun haben... ein verstaubtes Überbleibsel des Golden Era Hardcore Sound - keine Happy Hipster Mucke.
Es lädt halbwissende Deutschrapinternetkids zum Haten ein ... der olle Sack mit dem Exlabel auf dem Arm, dieser Ex-Joe Rilla Nazijünger (Spaß!!! Rilla ist ganz sicher kein Fascho) und der Typ, der seit 20 Jahren Mucke macht und bis auf McDonalds, Status Yo! und Ostblokk (Ja, auch mit Joe Rilla) nie was zu Stande gebracht hat. :-) Kein Happy End eben.
A: Nazijünger von Rilla...wie das klingt. Das einzig braune an mir ist ein Leberfleck auf meiner linken Arschbacke! Hahaha! Man kann „Kein Happy End“ auch auf die Musik-Industrie beziehen.
Alles geht den sogenannten Bach runter. Jeder beschwert sich über die sinkenden Verkäufe, aber kauft selbst keine CDs mehr. Alles Heuchler! Selbst im Deutschrap gab es schon alles mittlerweile.
Strassenrap, Gangsta-Rap, Spass-Rap, Dipset-Rap, Emo-Rap, Pathos-Rap...selbst Rap aus der Sicht eines Sneakers. So ein Quatsch! Jeder hat sich ausprobiert und alle haben ihre Phase gehabt. Nun kommen wir bald zum Ende und es wird kein Happy End! Zurück zum „aus dem Kofferraum verkaufen“ und zurück zu den „Skills“! Das ist kein Wunsch, das ist eine Prognose!

Können Sie die Leser mit einer Anekdote zur Entstehung des Albums oder spezifischer Tracks beglücken?
A: Ich habe keine Anekdote. Die meisten Erinnerungen an den Entstehungsprozess habe ich weggesoffen. Alles gelöscht. Obwohl. Was ganz lustig war: Für 2-3 Songs habe ich meinen Laptop mit vor das Mic genommen.
Entweder war der Drucker immer leer oder ich war schlicht und einfach zu faul sie auszudrucken. Sah bestimmt sau-dämlich aus. Aber egal. Man sieht so richtig old school bin ich dann auch wieder nicht, sonst hätte ich einfach Stift und Papier genommen und schon wäre es kein Problem gewesen. Aber es war ja nur ein Net-Book. :)
Q: Der Track "Generation Doomed" mit Mortis und Sabac Red wäre da ein passender Kandidat. Sabac hatte eine recht spontane Show in Berlin, da er gerade in Europa unterwegs war. Er war also allein mit seiner Frau in Berlin für einige Tage. Ein gemeinsamer Freund, Manuu (DJ Illegal/Snowgoons), hat uns dann per Mail introduced und meinte, Sabac könne sich an mich wenden, um sich Berlin zeigen zu lassen.
Als Non Phixion Fan der ersten Stunde war das für mich natürlich super. Wir hatten uns dann bei seiner Show getroffen und sofort 3 h vor dem Club gequatscht - bei seiner Show hat er gefragt, ob ich nicht spontan Lust hätte einen 16er zu bringen. Am nächsten Tag sind wir dann zu viert durch Berlin gezogen - Er & seine Frau und ich mit meiner - schön auf Tourimodus. Dann haben wir uns am späteren Abend ein paar Bier im Späti geholt und bei uns zu Hause gechillt und Beats gehört - die Idee zum gemeinsamen Track kam dann von ihm. Das fand ich sehr nice.

Welche Tracks liegen Ihnen besonders am Herzen? Warum?
Q: "Generation Doomed" mit Mortis und Sabac Red wie erwähnt. "Glühbirnengesellschaft" mit Morlockk ist auch super, da das Thema einfach auch sehr gut umgesetzt wurde. An sich gibt es keinen Track den ich nicht feiern kann. "Glauben" ist auch ein sehr guter Song, da er so untypisch ist - beat- und raptechnisch sticht der sehr heraus. Ich flexe hier sogar ein wenig in Doubletime - obwohl ich ja sonst eher für meinen langweiligen Flow gehatet werde ;-).
A: Ach die spinnen alle mit „langweiliger Flow“. Ihre ganzen Idole rappen langweilig. Da ist es dann aber „kreativ“. Dieser Drake oder der Männerküsser Lil' Wayne rappen langweilig und alle feiern den Flow! Egal. Zurück zur Frage. Ich mag den „Industrie is fuckt“ Song vom Album. Wie der arrangiert ist und das Thema passt so unglaublich gut zur Atmosphäre vom Beat. Mortis One hat den produziert. Ausserdem mag ich den „1 zu der 2 shit“ (von Sicknature / Snowgoons) und den „Armageddon“ (von Mecstreem)...die haben beide sehr viel Energie und sind perfekte Live-Tracks. Die knallen!

Wie hoch würden Sie Ihre persönliche Zufriedenheit mit dem Album auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht zufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) einschätzen?
A: Das hat ein bisschen was vom „Perfekten Dinner“. Also ich gebe uns 9 Punkte. Einen Punkt Abzug weil wir einen Song, den wir geplant hatten, nicht realisiert bekommen haben. Der wäre das I-Tüpfelchen gewesen.
Q:Ich würde schon eine 10 geben, will aber mit dem nächsten Album noch zufriedener sein (falls das geht) und gebe deshalb eine 9.

Warum sollte der HipHop-Kopf das Album unbedingt gehört haben?
Q: Weil er hier ein echtes Hip Hop Album geboten bekommt. Kein reines Rap-Album.
A: Weil wir und die dran beteiligt sind, uns ja nicht ALLE irren können. Nee...Spass! Weil es etwas ist, das momentan einfach fehlt. Gute, alte Hausmannskost zwischen all dem Fastfood und Soja-Futter.

Wo kann der interessierte Leser ein Snippet hören?
http://www.youtube.com/watch?v=2Nb4dMgQmUY

"Kein Happy End!" hier bestellen

Kommentare:

  1. Schlechtes Album, mehr sag ich nicht. Eine Review findet ihr auf Zerberster.org

    Eine Zumutung!

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  2. 62% können keine Zumutung sein. Ich bin zwar noch nicht ganz durch damit, aber es sind doch bereits einige Tracks im Gehör geblieben. Nicht ganz so oldschoolig, wie ich es mir erhofft hätte, aber bisher in meinen Augen ein gutes Album, das sich dem Zeitgeist immerhin nicht widerstandslos beugt.

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  3. Gutes Album, schlechte Review auf Zerberster.org Die Review ist nichts weiter als dummes Gehate. Schon allein der Anfang - "es soll wie frühere Deutschrapalben klingen" ist ein Witz. Wenn man mal 5 Minuten investiert, weiß man, dass die beiden sich soundmäßig definitiv nicht auf Deutschrap berufen. Und das ist auch super! Vielleicht sollte man ein Album auch richtig hören und verstehen bevor man rezensiert. Aber egal, Haterkids bleiben Haterkids und nennen Ekos Album Album des Monats. Schade nur, dass der Herr Zerberster es für nötig hält über die Kritik hinaus zu haten. Ich finde das Album sehr gelungen und freue mich über das Interview hier.

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  4. Gerade bin ich über das Olli Banjo Interview gestolpert, das in den Kommentaren einen langen Beitrag von Zerberster.org beinhaltet, in welchen er Kommentarfunktionen in Blogs als unsinnig bezeichnet weil dort eh nur Gehated würde. Nutzt aber eben diese Kommentarfunktion, um das Antihelden Album zu haten. Achja, solche Blogger braucht der deutsche Hip Hop! Wie nennt man sowas? Richtig, Heuchlerei!

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  5. @zerberster: Hast du sonst nichts zu tun als rumhaten, dumm rumlabern und irgendeine nicht ernstzunehmende Scheiße zu schreiben? Und warum hier - haste keine Klicks auf deiner komischen unwichtigen Seite. geh doch mal Eko hören und lass uns in Ruhe

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  6. Sowas regt mich echt auf. Soller halt seinen Deutschen Ghettorap in den Tod feiern. Die Zerberster Kritik ist komplett bescheuert und unfundiert. Es regt mich doppelt auf, sie überhaupt gelesen zu haben. Es ist ja nicht einmal sachlich geschrieben. Die einzige Kritik - die ich aber hier nur (verglichen mit älteren Produktionen) nachvollziehen kann, ist, dass Abroo noch ein wenig mehr abgehen könnte, bei den Tracks. Aber auch das ist WEIT ENTFERNT von gelangweilt eingesprochen und auch nur auf 1-2 Titeln der Fall. Dra-Q wiederum überrascht mich auf dem Album auf ganzer Linie. Ich war vorher skeptisch wegen Mäcces und so. Aber ich bin echt beeindruckt. Egal. Schönes Interview, vielleicht rezensiert Herr Merkt die Platte noch ohne kindliches Gehate.

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