Herr Merkt spricht mit HipHop: Olli Banjo

                                                            Pressefotos von Katja Kuhl


Verehrte Leserinnen und Leser,
als langjährigem Anhänger war es mir eine große Ehre, den großartigen Olli Banjo anlässlich seines neuen Albums "Kopfdisco" für ein ausführliches Interview mit "Herr Merkt spricht über HipHop" gewinnen zu können. Daher möchte ich Sie ohne weitere Umschweife auf das nachfolgende Interview verweisen!
 


Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten. Es ist mir nicht möglich in Worten zu artikulieren, welch große Ehre dies für mich ist! Wie geht es Ihnen?
Mir geht es hervorragend, danke. Und ein Interview mit Herrn Merkt ist auch für mich etwas sehr erfreuliches.

Bei vergangenen Interviews wurde mir von Leserseite vorgeworfen, ich stelle zu wenige HipHop-relevante Fragen. Gestatten Sie mir bitte, die entsprechenden Fragen zu Beginn des Interviews kurz abzuhandeln. Möchten Sie vielleicht zum Einstieg einen Ihrer Kollegen disrespektieren? Franky Kubrick wird in letzter Zeit immer wieder gerne genommen. 
Jeder, der mein Album gehört hat, hat ja mitbekommen, dass ich fünf bekannte Rapper aus Promogründen namentlich disse. Dies im Interview zu tun liegt mir fern, dafür sind ja bekanntlich Alben da (lacht).

Wie viele Schuhe nennen Sie Ihr Eigen?
Ich würde sagen schätzungsweise 30 Paar.

Kein Album ohne Produzenten. Viele Grüße gehen an dieser Stelle an die Bounce Brothas, Roe Beardie, Benni Blanco und DJ Flow. Wie oft wurden Sie während der aktuellen Promo-Phase für „Kopfdisco“ bereits gefragt, welche Produzenten Beats beisteuerten? Notfalls gebe ich mich auch mit einer ungefähren Schätzung zufrieden!
(lacht). Gefühlte Millionen Mal. Ich finde es schön, dass sie von solchen, auch auf Google per einmaligem Mausklick zu bekommenden, Informationen absehen.

In letzter Zeit werden Rapper gerne nach dem nächsten großen Ding in der Deutschrap-Szene gefragt. Hand auf’s Herz: wie schwer fällt es Ihnen, bei solch einer Frage nicht an erster Stelle Ihren eigenen Namen zu nennen? Wen sehen Sie in der Zukunft ganz oben?
Da wäre interessant zu wissen, was denn „ganz oben“ heißt. Ganz oben bedeutet für mich Künstler mit einer echten, loyalen Fanbase. Ich denke da an Künstler wie Kool Savas, Dendemann, Blumentopf und Olli Banjo. Ich bin zum Anstand erzogen worden, deshalb nenne ich mich gerne als letztes. Auch zu nennen sind Bands wie Die Orsons und für wen ich es mir wünschen würde sind Leute wie Mädness, Morlockk Dilemma oder MoTrip.


1993 zeigten Sie mit der „Deutschen Reimachse“ und dem Titel „100% Positiv“ sogar „Bravo Hits“-Präsenz. Ihr nächstes wahrnehmbares Lebenszeichen folgte stark verbessert im Jahre 2000 / 2001. Haben Sie sieben Jahre an Ihrem Stil gefeilt oder was war in der Zwischenzeit los?
In der Zwischenzeit wollte ich Fußballprofi werden und verbrachte meine Freizeit zu 90% auf dem Trainingsgelände von Victoria Aschaffenburg. Meine Rap-Karriere lag zwischenzeitig auf Eis und wurde erst 2001 wieder richtig in Angriff genommen.

Bereits im Jahre 2005 veröffentlichte Kazik das „Kingz of HipHop“-Rap-Quartett. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass Sie in diesem Quartett nicht vertreten sind und das Spiel somit für mich beinahe unspielbar wird. Können Sie Hintergründe nennen, warum Sie nicht berücksichtigt wurden? Stünden Sie prinzipiell für einen Nachfolger zur Verfügung?
Ja, ich stehe gerne zur Verfügung. Keine Ahnung warum ich nicht gefragt wurde – ich kenne das gar nicht wirklich und mich anscheinend der, der es gemacht hat auch nicht.

Wie gehen Sie mit den Sellout-Vorwürfen bezüglich der Savas-Single „Techno Pilot“ um, zu der Sie auch einen Vers beitragen? Bei einer repräsentativen Umfrage in meinem Freundeskreis attestierte dem Song beispielsweise niemand Hitpotenzial und ich wurde dazu genötigt, den „Müll“ (O-Ton meines ehemals besten Freundes) umgehend auszuschalten.
Sellout betreiben gerade ganz andere Leute im Rap-Geschäft! Mir ist das bis jetzt noch nicht zu Ohren gekommen! „Technopilot“ ist kein kalkuliertes Pop-Drecksstück sondern ein Livebrett, mit technisch anspruchsvollen Strophen, das aus Spaß entstanden ist!

Am 28.05.2010 erschien Ihr neues Album „Kopfdisco“ und Sie sind gerade von der „John Bello Story 3“-Tour mit Kool Savas zurück gekommen. Leider musste ich feststellen, dass Sie auf dieser Tour keine Titel des Albums präsentiert haben. Warum?
Alles stand im Zeichen der Bellomanie! Wir hatten ja eine unfassbar coole Zeit im Bellocamp und diesen Spirit, diesen Flavour wollten wir 1 zu 1 auf die Bühne bringen! Die "Kopfdisco"-Zeit bricht jetzt an ! Ich werde beispielsweise auf dem Splash erstmals neue Tracks spielen! Ich bin sehr gespannt wie Songs wie „Zicke Zacke“ und „Randale in der Sonderschule“ live abgehen!

Sie gelten – vermutlich zurecht – als eine von Deutschraps führenden Livebands. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre energetischen Auftritte eine Menge Kraft kosten. Wie bereiten Sie sich körperlich auf Ihre Auftritte vor?
Das stimmt tatsächlich, nach meiner Show bin ich wirklich total am Arsch, als wäre ich den Iron Man gelaufen oder hätte fünf Runden UFC gekämpft! Ich gehe beispielsweise vor einer Tour tatsächlich einige Wochen vorher joggen, hebe Gewichte etc. Mein Gewicht (man vergleiche meine Optik im Video "Technopilot“ und meine Optik jetzt) variiert ja immer je nach Jahreszeit und VÖ-Plan.....Dementsprechend fit oder fertig bin ich dann immer nach einer Banjo-Live-Sause. Das anstrengendste Konzert meines Lebens hatte ich im "Römer" in Bremen! Es war so unfassbar heiß in dem Laden, dass ich buchstäblich fast umgekippt bin! Ich habe (kein scheiss) "Wie ein Schuss" auf einem Barhocker performed, weil ich nicht mehr konnte (lacht). Manolito wollte sich schon nach dem 3. Song setzen, aber wir haben eisern durchgehalten. Oben im Backstage hab ich dann fast gekotzt vor Überanstrengung. Es war aber ein legendärer Abend! Grüße an alle die dort waren. :-)

„Kopfdisco“ beherbergt wieder einmal jede Menge Live-Abriss-Material. Konzipieren Sie Ihre Nummern vorab auf Bühnentauglichkeit oder entsteht diese während des Schreibens?
Das entsteht beim Schreiben. Das ist ein natürlicher Prozess wie eigentlich jeder Song, den ich schreibe. Ich finde, sobald man versucht einen Song schon vorher in ein Korsett zu stecken, hört man das. Es wirkt dann automatisch künstlich und steif. Ich versuche, das zu vermeiden. Ob ein Song Live funktioniert stellt sich erst im Nachhinein heraus. Aber ich wette, dass „Zicke Zacke“ und „Randale in der Sonderschule“ brutal abgehen werden.

Kopfdisco“ erscheint sowohl als „Standard Edition“, als auch als unwesentlich teurere „Premium Edition“ mit einigen Bonustiteln. Charakterisieren Sie bitte für meine interessierten Leserinnen und Leser den durchschnittlichen Käufer der „Standard Edition“. Wer macht denn so was?
Sie meinen warum die Premium Edition nur unwesentlich teurer ist? Das müsste man die Händler fragen. Darauf hat man als Künstler nur wenig bis keinen Einfluss. Aber da die Premium über Amazon für unter 13 Euro zu bekommen war, ist das ja wohl eher ein Grund zur Freude.

 Ob Geschichtenerzählen, Tiefsinniges oder Verbalinjurien – für den externen Beobachter scheinen Sie sich überall zuhause zu fühlen. Was betrachten Sie jedoch selbst als Ihre Paradedisziplin? Erwartet die Zuhörerin / den Zuhörer auf „Kopfdisco“ eine ähnlich ausgewogene Mischung wie auf den Vorgängeralben?
Ja, ich finde das Album ist sehr ausgewogen. Ich hab endlose Nächte damit verbracht, welche Songs ich auf das Album packe und in welcher Reihenfolge etc. Auf so etwas lege ich extremen Wert. Ich wollte ein perfektes Album schaffen! Wie Sie schon anführten, fühle ich mich in jeder Disziplin pudelwohl. Ich könnte gar nicht sagen, was mir am liebsten ist und wo ich am besten bin. Ich versuche wie Zinedine Zidane alles zu perfektionieren. (Hust) ;-)


Auf „Kopfdisco“ arbeiten Sie wieder einmal mit Xavier Naidoo zusammen - nicht Ihre erste Zusammenarbeit: wir erinnern uns gerne an „Schizogenie“ und „Zeichen der Zeit“. Wie kam seinerzeit der Kontakt zustande, was dürfen wir in Zukunft in dieser Konstellation erwarten? Wie sehr ärgert es Sie, dass „Zeichen der Zeit“ als Beweis dafür herangezogen werden kann, dass offenbar doch nicht alles Gold geht, was Xavier Naidoo anfasst?
Wir kennen uns schon lange. Wir hatten uns auf einer Veranstaltung kennengelernt, auf der er mir Komplimente für mein Album gab. Ja, dass ZDZ nicht kommerziell funktioniert hat ist in der Tat sehr sehr schade. Wir hatten nur Gutes im Sinn und wollten eine komplette Platte Jesus widmen. Immerhin ist es eine Platte für Christen die man sich ja jederzeit bei Interesse kaufen kann. Sozusagen für die Ewigkeit! :-)

Im Schatten Ihres Rockprojekts „Dein Freund“ kam die Ankündigung von „Kopfdisco“ unerwartet und überraschend, man könnte einen Schnellschuss nach dem Erfolg der dritten „John Bello Story“ mit massiver Beteiligung Ihrerseits vermuten. Was entgegnen Sie derartigen Stimmen?
Das würde ja bedeuten, ich hätte die Songs nach Bello geschrieben, was ja unmöglich wäre, insofern Unsinn!

Ich persönlich vergöttere Ihre Beiträge auf Synthie-Produktionen wie „Gesundes Gift“, „Du siehst mich nicht“ oder „BANJO“. Inwiefern befürchten Sie, mich (und andere Hörerinnen / Hörer mit einem ähnlichen Geschmack) mit „Dein Freund“ vor den Kopf zu stoßen?
Die Gefahr besteht natürlich, aber lässt sich gleichzeitig ja gar nicht vermeiden. Ich kann nur versuchen, die Leute von meinem musikalischen Talent, was Gitarrenspiel und Songwriting angeht, zu überzeugen. Aber den, der bei dem Sound einer elektrischen Gitarre Pickel bekommt werde ich nur schwer überzeugen können. Ich hoffe das trifft auf Sie nicht zu ;-).

In diesem Sinne bedanke ich noch einmal für das Interview und wünsche Ihnen, dass sich der Ihnen entgegengebrachte Respekt aus einem Großteil der HipHop-Szene endlich in Verkaufszahlen niederschlägt. Möchten Sie diese Plattform noch dazu nutzen, um meine Anhängerinnen und Anhänger persönlich zum Kauf Ihrer Produkte aufzurufen?
Ich danke ihnen für das Interview und bedanke mich bei der deutschen Hip Hop Szene für Platz 15 in den Albumcharts! Mit echtem Hip Hop ist das eine fantastische Sache und ich bin überglücklich, ein Teil dieser Kultur sein zu dürfen. Lasst uns zusammen gegen Pop-Dreck schießen ;-). One love! Wir sehen uns auf den Konzerten...

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Kommentare:

  1. Schmerzt ihre Kehle noch von Banjos Penis, den sie anscheinend bis zum Schaft in ihren Hals gesteckt haben?
    Objektive Berichterstattung ftw!

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  2. is echt müll das interview

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  3. Schön, wie wenigstens der erste Kommentator die Objektivität wahrt! http://www.youtube.com/watch?v=LzEl3JS6pgI ;-)

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  4. Ihr Hater-Gestalten hier, seid ja echt mal traurig.

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  5. @Merkt: Ich frage mich weshalb gerade Sie die Kommentarfunktion aktiviert haben. Bringt es ihnen mehr Besucher ein? Nur Idioten die nichts anderes im Leben erleben werden außer Arbeitsamt, schlechte Musik, Rotwein in Tetrapak und eine fette, übelriechende behaarte Grotte.

    Ist es das Wert? Werden Sie gerne beleidigt? Sind Sie masochistisch veranlagt oder möchten Sie einfach mit dem Strom schwimmen (Blogger müssen Comments zulassen)? Interessiert Sie wirklich die wertlose Meinung dieser kleinen, voller Mindertigkeitskomplexen behafteten 7.Klässlern?

    Machen Sie es doch so wie Zerberster.org, dort wird auf die Meinung der Leute geschissen. Es geht darum dass man es macht und nicht was die Leute davon halten, denn wenn ich die Comments unter ihren Beiträge lese, wird einem schlecht. Die Leute besuchen ihr Blog nur noch um den Frust aufs eigene Leben herauszulassen, ohne Sitten, Manieren und Verstand. Sie bieten solchen eine Plattform, ob es Sie schmerzlich trifft ist eine andere Sache, aber das Niveau ihres Blogs sinkt rapide. Die Besucher sollen sich ihre Meinung über ein Beitrag machen, sich freuen und weiterziehen.

    Oder fragen Sie mitten auf der Strasse auch alle Passanten an ob Sie denen gefallen oder nicht.

    Jeder der zum ersten Mal dieses Blog besucht, lässt sich die Meinung dieser Honks einreden (gerade Personen die mit Rap nur einwenig zu tun haben), ohne je eine eigene Meinung über einen Beitrag gemacht zu haben. Durch diese Kommentare sieht sich ein Fan anderer Musikrichtung das Niveau vom deutschen Hiphop. Diese Personen werden sich auch in Zukunft damit nicht befassen, denn wie Olli Banjo mal sagte: "Scheiße ist nunmal nicht symphatisch".

    Viel Erfolg weiterhin.

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  6. Ich persönlich muss ja sagen, dass die Kommentarfunktion ein nicht wichtiger, aber doch interessanter Bestandteil eines Blogs ist. Ist halt für mich als Leser interessant, zu wissen, was andere Menschen von gewissen Inhalten denken, und ein einigermaßen gefestigter Mensch kann auch mit Kritik umgehen - vor allem, wenn er weiß, dass die Mehrheit auf seiner Seite steht.

    Deshalb würde ich Sie, Herr Merkt, darum bitten, Feedback in Form von Kommentaren und "Ihre Meinung zählt"-Klicks weiterhin zuzulassen. Ich kann Ihre Begeisterung für den Herrn Banjo bisher nicht nachvollziehen, sehe es aber als Ihr gutes Recht, ihr weiterhin Ausdruck zu verleihen - woran sich freilich mancher Kommentator ein Beispiel nehmen könnte - und danke Ihnen vielmals für die zufriedenstellende Führung meines persönlichen Lieblings-Blogs.

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  7. Interview... okay
    kommentare? lustig bis lächerlich
    Banjo? Über der geile hund

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  8. jaja die lieben Kommentatoren... leider oft genug nur Youtube-Niveau :)
    Weiter so Herr Merkt!

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  9. sprücheklopfer mehr nicht

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  10. "kommentare? lustig bis lächerlich" - sagt einer, der keinen vollständigen, kohärenten Satz auf die Reihe bringen kann.

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  11. Fehlende Objektivität in einem Blog zu bemängeln zeigt, dass die Kommentarschreiber das ganze hier noch nicht verstanden haben. Klar hat Herr Merkt auch journalistisch bereits die Messlatte über die der durchschnittlichen Blogs gelegt, aber es bleibt trotzdem sein eigenes Medium. Als bekennender Olli Banjo Fan braucht Herr Merkt also hier nicht "neutrale" Interviews führen. Außerdem gibt er allen Interviews einen persönlichen Anstrich und fragt (glaube ich) nie nur die typischen Fragen, die immer wieder und wieder von anderen "Journalisten" gestellt werden.

    MfG YeLm YeLm YeLm

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  12. Hach, im Römer damals, das war schon was. "Wir sagen, finnische Sauna, finnische Sauuuuuuuna!" Erst den Lito aufm Klo getroffen und dann fast auf die Bühne gekotzt wegen der ekligen Luft! :D Aber das sind die besten Konzerte! Die, die einen so richtig fertig machen!

    Achso, ja, sehr schöne Interview Herr Merkt, sehr schönes Interview. Weitermachen! ;)

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