Poesiealbum: Big Tune

Anlässlich der Veröffentlichung ihres Albums "Melodinner" über Hannover Robust erklärten sich Big Tune freundlicherweise bereit, sich in mein Poesiealbum einzutragen. Zusätzlich können Sie sich anhand der audiovisuellen Umsetzung von "Verhört" einen Eindruck von der HipHop-Kapelle verschaffen.

Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv?
K (ritzt gewitzt winzige Rauten in die Haut eines [toten] Spanferkels): Seit 1998. Allerdings nicht so in der jetzigen Besetzung.
Monoe: In der sechsten Klasse, das muss so `92 gewesen sein, wurde bei uns an der Kochschule ein Talente-Abend durchgeführt. Da hab ich „Die Da!“ von den Fanta 4 nachgerappt.
110 Max (reibt den Schweinbauch behände mit Salz ein): Wenn’s danach geht, war ich mit K auf unserem damals zusammen gekauften Yamaha-Keyboard und einem Mikrofon über einen alten Verstärker schon aktiv. So sollten wir unser nächstes Album auch produzieren, fällt mir dabei ein. (kurze Pause) Hat ja beim letzten auch gut geklappt.

Wann hat Ihnen der erste Hörer, der nicht aus Ihrem Freundeskreis stammt, Talent attestiert?
Paco: Als ich in einem Camping-Urlaub in Spanien im Duschhaus stand und während des Duschens sang und rappte, bekam ich Applaus, nachdem ich aus meiner Kabine kam. Insbesondere von den Mädels aus den Duschen nebenan. Das muss so `97 gewesen sein.
Monoe (näht den Bauch des Spanferkels zu, nachdem er das Vieh auf den Drehspieß gewuppt hat): Ich sag nur „Talente-Abend“ inna Kochschule!

Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben?
K (zündet die Kohle an): „Seit der Geburt heiß’ ich Kurt“ von Frank Zander. In einem Interview in der TAZ bezeichnet er sich als den ersten deutschen Rapper.
Monoe: „Dabei habichmichnoch gefragt wiesesichdas leisten kann“, aber auch genauso geflowt!

Mit welchem Ihrer Tracks/ Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden?
Tobi One (platziert zielsicher einen schrumpeligen Granny Smith im Schweinemaul): „Mr. Vain“. Da missfällt mir im Nachhinein das Dudelsacksolo.
110 Max: Mit unserem Debütalbum „Melodinner“. Da erreicht meine Zufriedenheit nur magere 135 %. Aber mit dem nächsten Ding werde ich wieder zufriedener sein. Yamaha sei Dank.

Horrorszenario: Sie sterben einen plötzlichen unerwarteten Tod! Als welcher Rapper werden Sie wiedergeboren?
K: Als K. Der ist echt cool!
Monoe: Ich bin unsterblich!
Ghostcut: Ich sterbe jeden Tag tausende Tode, wenn mein Tymianticker sich verspätet…
Pacodelic: Er meint mich…hihi.

Was war die unangenehmste Frage, die Ihnen jemals in einem Interview gestellt wurde? Was war die Antwort?
Max (streicht immer wieder Öl auf die Haut): …die Sau muss ordentlich schwitzen, Jungs.
Tobi One: „Das nennen Sie Mousse au chocolat?“ Meine Antwort: „Nein, Herr Dr. Rösler. Das nenne ich ‚Halt die Fresse’-Auflauf!“

Würden Sie zu Promo-Zwecken andere Rapper öffentlich disrespektieren? Wenn ja, welche?
Ghostcut: Nein. Nicht zu Promozwecken. Nur zum Spaß.

Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben?
K (legt noch ein paar Kohlen nach. Die Sau soll ja auch ordentlich schwitzen): Bravo Hits 7. Aber nur weil da „I like to move it“ drauf war... Glaub’ ich zumindest.
Monoe: Irgendeine Thunderdome...Die hab’ ich beim letzten Bandtreffen auch mal angemacht und den Jungs gesagt, das seien jetzt unsere Instrumentals für’s nächste Album.

Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen?
K: Zuerst mal würde ich das bei uns eher Musikkarriere nennen. Und wir machen die Musik in erster Linie, weil wir da Bock drauf haben. Die Marktsituation ist uns scheißegal. Wenn wir uns am Markt orientieren würden, müssten wir ja eventuell Musik machen, die wir gar nicht machen wollen.
Ghostcut: Uns interessiert eher die Marktsituation auf dem Wochenmarkt, um leckere Zutaten zu finden. So, und jetzt lass uns mal endlich die Sau hier anschneiden.
(zerlegt mit einem verdammt großem Messer das fertige Spanferkel)
Tobi One: Mir ist der Appetit vergangen. Ich guck’ mal, was auf www.hannover-robust.de abgeht.

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