Maeckes - KIDS (Review)

"KIDS" ist der Abschiedsbrief des neunjährigen M. W., aus dessen Perspektive Stuttgarts Maeckes in insgesamt 14 Anspielstationen ein düsteres Bild unserer Gesellschaft zeichnet. Atmosphärisch treffend instrumentiert von Maeckes, Marlon, DJ Yooter, Valencia und Knastingers formuliert Deutschraps großer Poet messerscharfe Bestandsaufnahmen eines tristen Lebens zwischen Entwurzelung, Zukunftsangst und der verlorenen Leichtigkeit des Seins. Damit macht "KIDS" auf rein inhaltlicher Ebene zwar definitiv keinen Spass, avanciert aber dennoch durch die Art der Umsetzung besagter Inhalte zum Pflichtkauf der noch jungen Spielzeit 2010.

Von der Bookletgestaltung bis hin zum feinsinnigen Wortwitz, der die einzelnen Anspielstationen durchzieht, ist "KIDS" nicht weniger als der vorläufige Höhepunkt des künstlerischen Schaffens des Markus Winter. Mit eigenständiger Klangästhetik emanzipiert sich Maeckes nachhaltig von dem ihm fälscherweise anhaftenden Spassrapper-Image und wächst zum kompletten Künstler mit einem unfassbaren Gespür für fesselnde Geschichten, absurde Übertreibungen und hervorragende Metaphorik. Um keiner der vollkommenen Nummern Ungerecht zu werden, verzichte ich an dieser Stelle gerne auf die Nennung von Anspieltipps und überlasse Ihnen die Auswahl Ihrer persönlichen Favoriten, von denen der anspruchsvolle HipHop-Kopf auf dem vorliegenden Tonträger reichlich finden wird. Einfach grandios - mehr bleibt hierzu nicht zu sagen!

Wertung: 6/6

Kommentare:

  1. Schön gesagt. Einfach ein unglaublich gutes Album.

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  2. ich bin gangbanger wie santana

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  3. Habs heute auch endlich mal gehört, der Orsonshase hats gebracht :)

    Sehr schönes Album und die Wertung hat es sich absolut verdient. Ich war noch nie so begeistert von einem Album, welches ich erst einmal gehört habe.

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  4. Mal eine knappe Review, die alles Entscheidende mitteilt und zum richtigen Ergebnis kommt. Nicht so wie bei laut.de, wo begeistert alle Tracks durchgenudelt werden, um dann zum Schluss einen Stern abzuziehen, weil die Scheibe durch das hohe Niveau zu anspruchsvoll geworden ist, um sie am Stück durchzuhören.

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  5. kann der review leider nicht zustimmen. hab mir die cd bestellt und habs bisher nicht geschafft sie durchzuhören. ich bin der größte maeckes fan, aber im vergleich zu gerards ausgezeichnetem blur beispielsweise ist mir die scheibe zu ... gewollt... tolles konzept aber umsetzung vermittelt mir zu wenig. viele sachen wirken nicht tiefgründig, sondern ausschließlich inhaltsarm abstrakt. klar ist maeckes intelligent und schaffts so, ein vokabular zu wählen, das nicht stumpf wirkt, aber die tiefe erschließt sich mir leider nicht.
    die klangästhetik finde ich auch nicht sonderlich anspruchsvoll. ich verweise wieder auf gerard.

    wenns nicht maeckes wäre sondern ein unbekannter künstler - so wage ich zu behaupten - würde diese platte nicht 6 von 6 bekommen, sondern einfach nicht bemerkt werden.

    für mich bleibt daher kezman als höhepunkt des schaffens des herrn winter.

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  6. Habe des album auch am heutigen tag erworben und kann der rezension nur beipflichten....musikalisch alles rund und inhaltlich keineswegs leere hüllen sondern viel gut getarnte kreative thematik....

    beste cd die ich seit langem gehört hab

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  7. also ich finde das Album ist äusserst gut gelungen, viele interessant gestaltete Lieder mit klasse Beats, natürlich keine Musik zum schnell mal reinhören. Was ich noch schnell anmerken muss, ist die wirklich schlechte Bewertung in der neuen "Bravo-HipHop-Spezial" --> 0 von 5 Sternen, Haben die das Album überhaupt mal angehört???

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  8. Die BravoHipHopSpecial nannte damals auch die nie existierende Kollaboration mit einem US-Z-Klasse-Rapper als absoluten Anspieltipp von "Liebling, ich habe das Label geschrumpft" (Deluxe Records). So viel zur Glaubwürdigkeit dieses Schundblatts!

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