Kool Savas - Die John Bello Story III (Review)

Vermutlich war es eine überzogene Erwartungshaltung, die mich nach dem ersten Genuss von Kool Savas' "Immer wenn ich rhyme" (mit Olli Banjo und Azad) als Vorbote für "Die John Bello Story III" verhältnismäßig ernüchtert zurück ließ. Spätestens seit dem ersten Komplettdurchlauf des besagten Tonträgers ist diese Ernüchterung jedoch einer wohlwollenden Einschätzung des vorliegenden Produkts gewichen.

So besticht die aktuelle "John Bello Story" mit hochklassigen Produktionen von Melbeatz & !Bazz, Rooq, Sir Jai, Matheo und Riptor sowie mit interessant und konsequent umgesetzten Konzepten. Allen voran ist hierbei natürlich das sensationelle "Mach doch dein Scheiss" (mit Mo Trip, Olli Banjo, Franky Kubrick & KAAS) zu nennen, auf dem sich die reimenden Protagonisten mit gekonnt eingestreuten Zitaten des legendären Klaus Kinski abwechseln und damit extremst kurzweilige Unterhaltung generieren. Nicht weniger spektakulär fällt das Rooq-produzierte, gemeinsam mit Ercandize eingespielte "Orchestrator" aus - Gänsehaut!

Auch "Techno Piloten" (mit Olli Banjo) weiß als Wolf im Schafspelz auf ganzer Linie zu überzeugen. Selten haben deutschsprachige MCs ein derart hochfrequentes Techno-Geschoss derart spielerisch entschärft. Grandios! Eben jenes Attribut lässt sich auch für "Weck mich nicht auf" im Riptor Remix (mit Curse und Moe Mitchell), "MySpace" (mit Olli Banjo, Mo Trip & Moe Mitchell), den Tourreport "Rhythmus meines Lebens" sowie die Hater-Abrechung "Immer das Schlechte" (mit Curse, Olli Banjo, Ercandize & Amar) vergeben. Auf der limitierten Essah Edition wissen zusätzlich das aggressiv vorgetragene "Wand" und der unfassbar stark besetzte Mammut-Remix des eingangs erwähnten "Immer wenn ich rhyme" (mit Curse, Franky Kubrick, Tone, PMA, Kitty Kat, Ercandize, Amar, Sinan, Vega, Tua, KAAS, Fiva MC & Mo Trip) unbedingt zu überzeugen.

Das Glanzlicht der dritten "John Bello Story" wird jedoch ohne die direkte Beteiligung des Gastgebers gesetzt. So vertonte Stuttgarts Franky Kubrick auf dem Stück "Die John Bello Story" aus der Vogelperspektive die bewegte Vergangenheit des offiziellen "King of Rap" und verweist damit im Alleingang sämtliche Straßen-Märchen, die der durchschnittliche Raphörer offensichtlich mit Inhalten verwechselt, in die Schranken. Das ist Inhalt, das ist ehrlich!

Abzüge in der B-Note gibt es lediglich für das schwache Intro "Denn ein Bello kommt selten allein", sowie zwei stark unlustige Skits von Buddy Ogün. Im Gegensatz zu seinem Rap-Alter Ego Sizzlac auf der zweiten "John Bello Story" vermag Goldkehlchen Moe Mitchell als Sänger den durchaus positiven Gesamteindruck vom vorliegenden Produkt nicht zu schmälern. Alles in allem ist die dritte "John Bello Story" ein rundes Produkt mit hohem Unterhaltungswert. Technisch gesehen befindet sich Kool Savas sowieso schon längst auf einer ganz anderen Ebene als die g-g-g-g-ganzen Träumer.

Wertung: 5,5/6

Kommentare:

  1. buddy ogün nich lustig finden ....
    aber mittermeier is bestimmt der king xD

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  2. alles mist. auch das album is nich der burner. finde das moe einfach nicht singen kann und auf nem richtigen rapalbum nichts zu suchen hat. ob nun manuellsen oder moe alles dumm und schlecht.

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  3. Ich bin auch etwas enttäuscht.
    Keine Überraschungen drauf - zumindest keine positiven.
    Meine persönliche Wertung wäre eher 5 als 5,5...

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  4. Mir gefällt das Album auch, bis auf ein paar Aussetzer. Die Skits sind auch eher unlustig, aber bei "Der einzige Rapper der hübsch is, ne, das is Haddaway!" musste ich lachen. Großartige Line!

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  5. moe mitchel is das grausamste auf dem ganzen werk.

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  6. ich liebe auch das album

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  7. ganz große klasse , das album ist schön

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  8. hm weg nach draussen mit nicht einem wort erwähnt wie in jedem anderem review! .. habter alle angst die meinung zu sagen ? oder gar angst ihr könntet es falsch interpretieren ? ich meine essah auf autotune wäre meiner meinung nach mehr als nur ne rand notiz wert.

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