Creme Fresh - Organisiertes Zerbrechen (Review)

Kennen Sie noch Creme de la Creme? Genau: das war jene Kapelle, die im vergangenen Jahrtausend für den Track "Haschisch Kakalake" verantwortlich zeichnete! Und was hat die Kapelle Creme de la Creme mit dem Album "Organisiertes Zerbrechen" zu tun? Genau: rein gar nichts! Warum ich die Veteranen an dieser Stelle dennoch erwähne? Fragen Sie dies bitte all die Verpeiler, die Creme de la Creme auch noch nach Jahren der Dementi mit der Münchner Nachwuchs-Kapelle Creme Fresh verwechseln! Dabei erfüllten die Münchner - bestehend aus Keno, Fatoni und Bustla - bereits mit dem grandiosen Album "Hast du Feuer!" sämtliche Anforderungen, um sich mit hochwertiger Kunst vom niemals produzierten Hit zu emanzipieren.

Mit "Organisiertes Zerbrechen" erscheint nun über Kophörer Recordings der mancherorts lange erwartete, passend betitelte Nachfolger! Auf ihrer aktuellen Veröffentlichung sprengt das Trio mit schöner Regelmäßigkeit in der HipHop-Szene etablierte Songstrukturen oder vielmehr Hörgewohnheiten, um mit Nummern wie "Back" Minimalismus auf die Spitze zu treiben oder mit dem treibenden "Renovieren" den beinahe schon oxymorischen Begriff "Bonzen Punk" zu prägen. Weitere Glanzlicht des bunten Reigens verschiedenster Inspirationsquellen stellen das baltisch instrumentierte "Niedertracht", sowie die sofort fesselnde Eröffnungsnummer "Scherben" dar. Auch "Break", auf dem Klang und Wort eine grandiose Symbiose eingehen und die herausragend vorgetragenden "Rechnungen" sind in diesem Kontext nicht zu unterschlagen.

Alles in allem werfen Creme Fresh mit "Organisiertes Zerbrechen" alles andere als ein ordinäres HipHop-Album. Vielmehr besticht die Münchner Kapelle durch eine erfrischend individuelle Herangehensweise an die Materie HipHop. Damit generiert man zwar einerseits ein Alleinstellungsmerkmal, riskiert aber andererseits, in einer Zeit der ungewissen Zukunft (siehe "2012") seiner Zeit voraus zu sein! Ich verbleibe jedenfalls mit den wärmsten Empfehlungen!

Wertung: 5/6

1 Kommentar:

  1. Von dem gibts ein geiles Interview auf Rap.de!

    http://rap.de/features/949

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