Abgehandelt: Mieze Medusa & Tenderboy - Tauwetter

Ob Slam Poetry, Spoken Word, Literatur oder HipHop-Musik - in all diesen Domänen fühlt sich Österreichs Mieze Medusa heimisch. Mit "Tauwetter" macht sich die Künstlerin nun auf, ihre Reputation in der deutschsprachigen HipHop-Szene weiter auszubauen. Dabei kann sie auf die qualitativ hochwertigen Produktionen Tenderboys zurückgreifen, die Miezes Ausführungen druckvoll aus den Boxen polternd untermalen. Raptechnisch durchaus passabel liefert Fräulein Medusa inhaltlich schwere Kost, beschäftigt sich zum Beispiel auf "Aus Prinzip paranoid" mit der fortschreitenden Überwachung menschlicher Lebensräume. Dabei lässt sich das Album stilistisch am besten in die Kategorie "gerappte Literatur" einordnen. Höhepunkte bietet "Tauwetter" in Form der Stücke "Ich bin Fan", "Brackwasser" und der ungewöhnlichen Produktion von "Angst fressen Seele auf", welche fast ausschließlich aus eingesungenen Versatzstücken Didi Bruckmayrs besteht. Alles in allem besticht Mieze Medusa auf "Tauwetter" durch eine eigenständige Herangehensweise an die Materie HipHop, womit sie gleichzeitig den durchschnittlich engstirnigen HipHop-Kopf als potentielle Zielgruppe eliminiert.

Wertung: 4/6

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