Waes & Upset - HipHop is' wer böse guckt (Review)

Hinter dem ironisch-treffenden Titel "HipHop is' wer böse guckt" verbirgt sich das Debut-Album der Ruhrpott-Kombo Waes & Upset. Auf insgesamt 15 Anspielstationen wandeln Rapper Waes und DJ Upset bezüglich der gekonnten Überschreitung sämtlicher Grenzen des "guten Geschmacks" auf den Spuren K.I.Z.s, deren DJ Craft auf der gekonnt umgesetzten Vokal-Schnitt-Kollage "Kingz am Cut" für knapp eineinhalb Minuten vorbei schaut. Ansonsten kommt das Duo mit Ausnahme eines ordentlichen Beitrags von AmmO auf dem Remix der passend betitelten und pathosbeladenen "Monsterballade" ohne Fremdbeiträge aus, so dass sich genügend Raum für Waes' morbid-humoristische Ausführungen ergibt. Gleichwenn man sich inhaltlich zwischen Komparativen und Superlativen der eigenen Bosheit bewegt, geschieht dies stets in einer derart erfrischenden Art und Weise, dass sich der Verehrer einschlägiger Werke auch mit "HipHop is' wer böse guckt" nur in Ausnahmefällen langweilen wird (z.B. auf "Sympathie für den Teufel" oder "Wir fahr'n zur Hölle"). So sind Tracks wie die "F-Wort Single", "Sing" oder "Stirb 2.0" höchst unterhaltsam und somit unbedingt empfehlenswert. Da Waes trotz gegebenem Steigerungspotential größere raptechnische Fehltritte zu umschiffen weiß, dürften Anhänger von K.I.Z. Freude am vorliegenden Album haben, gleichwenn sowohl textlich, als auch musikalisch noch lange nicht deren Qualität erreicht wurde. Wertung: 4/6

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