Mittwoch, 1. Juli 2009
M-Riebold & Maxmiles - Überbrücken zur Hoffnung (Review)
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Plattenkritiken
Obwohl vom großen Curse mit Unmengen an Vorschusslorbeeren bedacht, hat es Marcel Riebold bis dato noch nicht dauerhaft auf den Schirm durchschnittlich ignoranter HipHop-Köpfe geschafft. Den curseschen Attributen Genie, Besserkönner und Mathematiker stehen Schubladendenken, Beiß-Vorwürfe und Ignoranz gegenüber. Während selbst sidos Drogendealer mittlerweile Chartwürden genießt, harrt einer Curses Lieblingsrapper weiterhin seinem Dasein am Rande der deutschen HipHop-Gesellschaft.
Dabei bringt M-Riebold einige Ingredienzen mit, die einen hervorragenden MC ausmachen: eine zum Zuhören einladende Stimme, großes lyrisches Talent und fortgeschrittene Fertigkeiten am Mikrophon. Eben jene Stärken, die seinerzeit Curse zu seiner Führungsposition in der hiesigen HipHop-Szene verhalfen. Da die differenzierte Auseinandersetzung mit Künstlern anscheinend nicht zum Standardrepertoire deutscher HipHop-Köpfe zählt, werden diese Parallelen gerne als "beißen" fehlinterpretiert. Vermutlich hätte der Mathematiker diesbezüglich weniger Schwierigkeiten, würde er asozial neben dem Takt durch ein Kollabo-Album mit Kollegah stolpern.
Glücklicherweise wählt M-Riebold auf seinem zweiten Album "Überbrücken zur Hoffnung" den schwierigen Weg und versucht, Sie mit anspruchsvollen Texten, die mit Maxmiles' höchst musikalischen Produktionen eine beinahe unheimliche Symbiose eingehen, auf seine Seite zu ziehen. Dabei setzt der Künstler trotz seiner offensichtlichen Vorliebe für Wrestling ("Die größte Show auf Erden") anstatt auf den nächsten Schockeffekt eher auf persönliche Töne ("Inspiration", "Wir erinnern uns" mit Trauma). Dabei werden vornehmlich die Inhalte in den Vordergrund gerückt, während sich die angenehmen Produktionen elegant im Hintergrund halten. Obwohl eine derartige Fixation auf Inhalte auf Albumlänge des Öfteren gründlich schief geht, beweist M-Riebold, dass er über ausreichend lyrische und raptechnische Fertigkeiten verfügt, um solch ein Album zu tragen. Kaufen! Nicht nur wegen des Curse-Features!
Wertung: 5/6
Download "Beifahrer Musik/Daft Punk"
Download "Medizin (Drumatic Version)"
Download "Retour" (Michael Jackson Tribute)
4 Kommentare:
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Sie sprechen mir aus der Seele Herr Merkt...
AntwortenLöschenschade dass heutzutage anscheinend zur Karriere nur schlechtes Deutsch zu sprechen und keinerlei talent braucht solange man über irgendwelchen mist erzählt der reine fiktion ist...aber solange ers alle 2 takte wiederholt bleibt er ja real...
absolut schickes teil das album. aber anstatt in der review nur auf ignorante einzukloppen, hätten sie auch mehr übers album an sich schreiben können ;)
AntwortenLöschendas ist ein tolles album.. ich hoffe die leuten checken das durch ihre review. der junge hat es verdient!
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