Mittwoch, 1. Juli 2009
Hart nachgefragt: MOK
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Hart nachgefragt
Verehrte Leserinnen und Leser,
stolz präsentiere ich Ihnen meine neue Rubrik "Hart nachgefragt", bei der sich ausgewählte Künstler Fragen stellen, die dort hingehen, wo es weh tut.
Als erstes hat sich der Berliner Rapper und Graffiti-Künstler MOK, der am 26.06.2009 sein komplett von Woroc produziertes Album "Most Wanted" auf den Markt warf, meinen Fragen gestellt. Sehen Sie selbst, wie man auch unangenehme Fragen professionell meistern kann!
Sie waren bis vor kurzem auf der Flucht. Können Sie schon über die Ursachen sprechen?
Ja, ich wollte eine zeit lang auf Graffiti-Tour durch Europa gehen. Darum habe ich mich an meinem Wohnsitz abgemeldet, ohne mich woanders wieder anzumelden. In diese Zeit fiel ein Gerichtstermin. Da ich nirgendwo gemeldet war, wurde ein Haftbefehl ausgestellt. Als Writer lebt man in einer Parallelwelt. Man ist automatisch vorsichtiger als andere Menschen.
Was entgegnen Sie den Stimmen, die Ihre Flucht vor der Staatsgewalt als PR-Kampagne abtun?
Nicht viel, ich halte es einfach mit der Wahrheit. Ich kann verstehen, dass die Kids inzwischen bei sowas immer an Promo denken, aber nachfragen, was es evtl. damit auf sich hat, tut ja auch keiner. Allein die Meldung reicht doch für die Headlines. Darum kann ich verstehen, wenn Leute es nötig haben sowas zu inszenieren.
Ist es Zufall, dass Ihr Album schon vor den Fluchtmeldungen als "Most Wanted" angekündigt wurde? Oder Vorahnung?
Das ist mehr ein netter Zufall. Der Titel stand schon lange fest, bevor die Geschichte mit der Polizei überhaupt aktuell wurde.
Auf "Gemein wie 10" schießen Sie gegen Bushido und EGJ, auf "Mr. Lover Lover" gegen Farid Bang. Wer ist der Nächste, wenn es mit dem erhofften Karriereschub wieder nicht klappt?
Im Gegensatz zu vielen Rappern war ich nie der typische Geld-Hai. In erster Linie bin ich Graffiti Writer. Wenn ich Namen nenne hat das immer einen Grund, es gibt immer eine Geschichte dazu. Allerdings zerre ich diese Geschichten nicht an die Öffentlichkeit, weil ich Musik und Privates trenne. Rap ist für mich Competition, ich bin ein Freund klarer Worte. Ich spreche Dinge lieber aus, als hinterm Rücken von anderen die Snitch zu spielen. So kann man morgens besser in den Spiegel schauen.
Wie bekommt man einen Produzenten wie Woroc dazu, seine Platte zu produzieren?
Wir kennen uns schon ewig. Es war schnell klar, dass er das Album in die Hand nehmen wird. Seine Beats sind das Beste, was einem Rapper passieren kann. Parallel zu mir für „Most Wanted“ hat auch Liquit Walker die ganze Zeit im Studio aufgenommen. Seid gespannt auf sein Album, der Junge hat Feuer. Da kümmert sich auch Woroc drum. Also...„Most Wanted“ ist jetzt draußen Leute...und ich geh mein nächstes Piece malen...
PS: Sollten auch Ihnen harte Fragen an Persönlichkeiten der hiesigen HipHop-Szene auf der Zunge brennen, sind Sie recht herzlich eingeladen, mir diese per eMail mit dem Betreff "Hart nachgefragt (KÜNSTLERNAME)" an herr.merkt@googlemail.com zuzuschicken.
4 Kommentare:
Bitte kommentieren Sie die Beiträge mit dem Maße an Respekt gegenüber den Künstlern, das auch Ihnen entgegengebracht werden soll.
Kritik ist durchaus erwünscht, aber nur in einem angemessenen Ton und von konstruktiver Natur.
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MOK du Opfa
AntwortenLöschenhart, hart
AntwortenLöschenWow, was für harte Fragen. Krassester Internetjournalismus... Und wie bekommt man Woroc dazu, seine Platte zu produzieren?!? Wer von den Berliner Pseudogangstern hatte denn noch keinen Woroc-Beat? Und dass er nebenbei das Walker-Album produziert hat, beweist ja mal wieder die Massenware...
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschendie Idee an sich finde ich gut, aber wäre es dazu passend, wenn man auch nachhakt. Das ist natürlich dann auch wieder eine organisatorische Änderung. Nur so als Idee.
Trotzdem: Weiter so!!