David Battle - Absolute Niceness (Review)

Notiz an selbst: Nächstes Mal bitte zuerst das Snippet prüfen, bevor ein Album explizit für Reviewzwecke entgegengenommen wird. Ansonsten freundlichst auf das relativ erfolgreiche Radio verweisen und die Perlen picken. Durch das Befolgen dieses Ratschlags bleiben mir hoffentlich in naher und ferner Zukunft ähnliche Review-Erfahrung wie mit David Battles Solowurf "Absolute Niceness" erspart. Darauf werden auf 19 Anspielstationen (inklusive unlustigen Skits) ohne eigenes Künstlerprofil sämtliche US-Rap-Trends der vergangenen fünf Jahre durchgenudelt, die man sich dann als verantwortungsvoller Reviewer mehrfach zu Gemüte führt. Dabei bleibt dann leider nicht viel mehr hängen als: Autotune auf "Vor Mitternacht", homosexueller Kehrversgesang auf "Mic und ich", heruntergepitchte Stimme auf "Ehrlich währt am längsten", Latino-Geschmack auf "Amore Gitane" und "Slow down, speed up"-Versstrukturen auf "Slow down, speed up". Dabei wird die Schublade des Mittelmaßes nur in seltensten Fällen in die positive Richtung verlassen. So geschehen auf der "falsche Freunde"-Abrechnung "Ehrlich währt am längsten" (Anmerkung des Verfassers: Ich liebe gepitchte Hooks!) und "Unter Druck". Stark in die entgegengesetzte Richtung schlägt die Nadel hingegen beim unsäglichen "Mic und ich" aus, auf dem unter anderem in Form von Gangbang-Fantasien der Mikrophonfetischismus zelebriert wird. Ein klassisches Beispiel aus der Kategorie "Wenn Konzeptsongs schief gehen". So liefert der Berliner David Battle trotz unverkennbarer Ressourcen im Doppelzeit-Rap mit der vorliegenden Veröffentlichung "Absolutes Mittelmaß (mit Tendenz nach unten)" ab. Es wird für zukünftige Veröffentlichungen empfohlen, anstatt auf Patchwork-Alben auf ein klares Künstlerprofil mit Wiedererkennungswert zu setzen. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie mit derartigen Produktionen keinerlei Erfolg haben werden und Ihrer künstlerischen Karriere nachhaltig schaden. Schwer zu glauben, dass man sich damit heutzutage noch Erfolg verspricht. Damit die musikalischen Verantwortlichen für dieses Sammelsurium der Beliebigkeiten nicht ungeschoren davon kommen, anbei noch die Produzentenliste: KD Supier (???), Keoz, Azian Thug, Ilan Schulz, Young Roon, Bryan das X, Big Bennay, LMP, Aichna und Fabian Astor. Wertung: 2/6

Kommentare:

  1. Snippet gecheckt...finds, wie fast alles von david battle sehr fresh...aber halt echt ansichtssache was für einen selbst gute rapsongs ausmachen eben.

    gruss

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  2. "homosexueller Kehrversgesang"
    Schade, dass sich Herr Merkt dann doch immer noch selbst demontieren muss...

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  3. Eine richtig harte Selbstdemontage. Sie haben Recht. Ich gelobe Besserung!

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  4. Sehr gute Review, es ist auf jeden Fall hoch anzurechnen, wenn es jemand mal schafft ehrlich seine persönliche Meinung darzulegen. Als abschreckendes Beispiel sei nur die Backspin erwähnt, welche es seit ungefähr 2 Jahren schafft jedem Album die gleiche Wertung zu geben und zu denken, dass würde niemandem auffallen.. weiter so!

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  5. Hallo Herr Merkt,
    der Kommentar zum "homosexuellen Kehrversgesang" des anonymen Kollegen ist nicht ganz falsch. Wenn man es sich zur Aufgabe macht, Platten zu kritisieren - ja sogar Empfehlungen an die Künstler zu richten, was sie zukünftig besser machen sollten - sollte man selbst zumindest ein Stück weit kritikfähig sein und diese nicht nur einfach mit ironischer Arroganz übergehen.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Herr Krull

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  6. so siehts aus, aber herr merkt sitzt ja auf seinem "ich habe die rap-weisheit mit löffeln gefressen"- thron.

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  7. jeder hat eine meinung, aber nur wenige trauen sich was zu sagen wenn es gegen die masse geht.
    deshalb geht die backspin etc. auch unter. dieses rapgame ist nur noch eine auf connection aufbauende wiederholung von etwas was es schon gab. jeder idiot kommt in die backspin wenn ein redakteur mit ihm befreundet ist. wenn ich mir überleg über wen die backspin nie berichtet und die herr merkt unterstützt, dann muss ich schon sagen das herr merkt mir mehr gebracht hat. gleiches gilt für die juice, rap. de und die sonstigen wichtigen.
    wenn ihr anderer meinung habt ok aber lasst ihm seine.

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  8. finde das album cool.

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  9. haha ich kenn das album nciht aber die review ist so witzig das ich neugierig geworden bin.

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  10. Kritik ist kein problem, nur im diesen fall kann ich das schwer verstehn.hab das album gehört und fand es eigentich recht gut und abwechlungsreich

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