Poesiealbum: Lea-Won (inkl. exklusivem Download)

Der Münchner Lea-Won ist in der HipHop-Szene ob seiner offen ehrlichen Art, mit der er gerne einmal aneckt, nicht unumstritten. Dessen unbeeindruckt, hat der Rapper/Radio-DJ für die kommenden Monate eine ganze Reihe von Projekten in der Flötenlinie. Neben dem Projekt "Indem" ist für die kommenden Monate eine Download-EP mit dem Produzenten Provo geplant. Einen ersten Vorgeschmack darauf liefert Ihnen der Track "Unten liegen", den Sie an dieser Stelle exklusiv herunterladen können. Eine schlüssige Auseinandersetzung mit der leidigen Hurensohn-Thematik. Download "Unten liegen" Selbstverständlich ließ es sich Lea-Won an dieser Stelle nicht nehmen, sich in mein Poesiealbum einzutragen. Lesen Sie selbst, was der Münchner zu sagen hat. Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv? Im Alter von 9 jahren hab ich schon mal so Radio-Sendungen-Moderationen spaßeshalber mit nem Freund aufgenommen und dabei Michael Jackson songs gesummt und imitiert. So rap-mäßig dann ab 1999 und richtiger ab 2001, alles autodidaktisch und daheim erstmal. Wann hat Ihnen der erste Hörer, der nicht aus Ihrem Freundeskreis stammt, Talent attestiert? ich hatte außer Freundeskreis ja keinen Freundeskreis, höchstens einen Freund, der Xzibit, Nas und Warren G gefeiert hat und mich durch die Maxi-CD-instrumentals jener Artists zum rappen brachte. Wer mir als erstes von außerhalb "Talent" attestierte, wird wohl eine Hörerin gewesen sein und kein Hörer, aber so genau weiß ich das auch nicht mehr. Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben? ich hätte keine Punchline eines Kollegen gerne selbst geschrieben, warum auch? Aber mir fallen sicher sehr viele Zeilen ein, die ich super finde, wenn ich anfange, zu überlegen. Mit welchem Ihrer Tracks/Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden? Ich bin eh kaum mit was zufrieden, was älter als 24 Stunden ist, hinzukommend hab ich auch kein gutes Homestudio, um spontane Features mal eben schnell zu recorden und außerdem wollen mich Kollegen eher selten auf ihren Platten haben. Sie lassen sich eher überreden, dass sie sich erbarmen, auf meinen Releases mal eine Strophe fallen zu lassen, aber das muss ja auch nicht unbedingt sein. Es gibt auch zu wenig Rapper, mit denen ich unbedingt etwas machen wollen würde. Aber die features mit Koljah, Fatoni, Fairfax, Qwer usw find ich immer noch klasse eigentlich. Horrorszenario: Sie sterben einen plötzlichen unerwarteten Tod! Als welcher Rapper werden Sie wiedergeboren? Vielleicht als ein Rapper, der dann in 24 Jahren die Leute schockiert, mit seinen Songs Kontroversen über Begriffe wie "Hurensohn" oder "Opfer" auslöst (wie damals andere Kontroversen über Begriffe wie "Nigger" auslösten), die Leute überrascht, inspiriert, beglückt und umhaut und solche Steckbriefe ausfüllt? Aber ich weiß auch nicht genau, wie das mit dem Wiedergeboren-Werden laufen soll. Was war die unangenehmste Frage, die Ihnen jemals in einem Interview gestellt wurde? Was war die Antwort? Es gibt keine Fragen, die mir unangenehm sind. Ich wähle meine Antwort so aus, dass dem Fragesteller seine eigene Frage unangenehm wird und habe selbst meinen Spaß dabei. Würden Sie zu Promo-Zwecken andere Rapper öffentlich disrespektieren? Wenn ja, welche? Natürlich, legendär ist ja mein "Springt, springt (vom Hochhaus)" track (Remix ihrem "Jump Jump" Remake)von dem Fler/G-Hot/Tomekk-Quatsch damals. Ich denke aber nicht in Promo-Kategorien, sondern eher in Propaganda-Kategorien. Wenn mir ein Rapper unangenehm auffällt, dann sag ich meine Meinung, egal ob bekannt oder unbekannt, ob Internet oder live on stage... Wenn ich jemandem Disrespekt entgegen bringe, dann aber wegen inhaltlicher Aussagen und nicht aufgrund dessen, weil er oder sie vielleicht noch nicht technisch so super toll rappen kann wie ich oder andere. Da aber fasst alle Rap-Aktiven in Deutschland respektlos gegenüber anderen (wie Sexarbeiterinnen, Schwulen oder Frauen) sind oder sich verbal so geben, hat da kaum jemand meinen Respekt verdient und ist somit fast jeder diss-würdig. Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben? Vielleicht Sabrina Setlur "Du liebst mich nicht"? Ich hab mir auf bewusste Art und Weise als erste Rap-CDs Wu-Tang Forever, Quadratur des Freundes-Kreises und Life After Death von BIG gekauft. Letztere würde ich heute nicht mehr kaufen. Auf Platte (Vinyl) war mein erster Kauf "Rock on" von den Absoluten Beginnern. Auch wenn ich das nachfolgende Bambule-Album irgendwie über weite Strecken als belangloser empfand, als es im ins-Deutschrap-Fieber-kommenden Umfeld allgemein aufgenommen wurde, war das ne coole 12inch Platte. Heutzutage höre ich vor allem Musik, die es kostenlos im Internet gibt. Auch deshalb, weil mein jetziges Zimmer zu klein ist, um meine Plattenspieler noch aufzustellen und Schallplatten zu viel kosten. Deshalb überlege ich auch sehr gut, ob ich mir wirklich Musik kaufen will, und wenn, dann mach ich das beim Künstler selbst, zb auf dem Konzert. Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen? Lustigerweise z.B. genau das. Und vor allem erstmal ich selbst. Dann motivieren mich noch die Menschen, die ich liebe, plus die Menschen, die ich hasse oder die mich oder andere an freier Freude und freier Entfaltung hindern. Mich motiviert natürlich all das, was ich erlebe, weil es mich inspiriert und ich dann gar nicht anders KANN. Mich motivieren keine wirtschaftlichen Erfolge, sondern eher die persönlichen und das, was mir Spaß an Rap und den Folgen macht, das, was in meinem Leben dazu führt, dass ich Rap machen muss, um überhaupt klarzukommen. Lea-Won online

Kommentare:

  1. Brüder im Geiste. Showin some respect.

    Endlich mal jemand der sich gedanken macht. ;)

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  2. HerrMerkt: OPFER!
    Lea-Won: OPFER!

    Fazit: räudiger SCHEISS!

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  3. jau sympathisch, bis auf die beginner sache :D
    weil die bambule ist eine der wenigen Deutschrap alben Pre 2000 die ich noch regelmässig höre

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  4. schönes interview ......meinungstechnisch hab ich da jetze nix viel zuzupflichten .....kann nur mein respekt da lassen ...und hoffen das nochmehr so offene und geistreiche rapperchen nein mc`s aus der versenkung .......hinaus treten und mein ohr erreichen.......

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  5. diesa lea won is der großte voll spast!

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  6. Hab Lea Wonj in Leipzig auf der Demo gesehen.
    Aus dem kann noch was werden =)

    Hat mir nur Leid für ihn getan dass die Stimmung da so im Arsch war

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  7. Interview mit Lea-Won in der IMC Radio Mixshow:

    http://sirpreiss.wordpress.com/2012/05/08/imc-radio-mixshow-052012-mit-lea-won-telefoninterview/

    Abchecken!

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