JAW & Hollywood Hank - Menschenfeind (Review)

Wenn Sie schon immer wissen wollten, was blutige Penisse mit Toffifee gemein haben, dann sind Sie auf der kollaborativen Bemühung "Menschenfeind" von JAW und Hollywood Hank bestens aufgehoben. Da es bei nur knapp 40 Minuten Spielzeit keine Zeit zu verlieren gibt, werden die einzelnen Anspielstationen mit hoch frequenten politischen Unkorrektheiten gespickt, die in der guten alten Zeit sicherlich Aufsehen erregt hätten. Diesbezüglich weiß vor allem die instrumentale Reinterpretation des Tracks "Sozialphobie" an der Seite von Selfmades Favorite mit höchst brisanten Themen von Fritzl bis gelebter Pädophilie hervorzustechen. Während die restlichen Anspielstationen zwar nicht derart offensichtlich die Grenzen des guten Geschmacks hart penetrieren, sind auch Tracks wie "Hardcore" oder "Kranke Welt" nicht für sanfte Gemüter gemacht. Passend zum Titel "Menschenfeind" geben JAW und Hollywood Hank auf Albumlänge den Misanthropen, was naturgemäß das thematische Spektrum der vorliegenden Veröffentlichung ungemein einschränkt. Aus der musikalischen Perspektive betrachtet, passiert das alles auf einem ansehnlichen Niveau. Die beiden reimenden Protagonisten tragen ihre Verse druckvoll vor und umgehen mit adäquater Selbsteinschätzung raptechnische Fallstricke, die bei dem ein oder anderen Kollegen bereits in Katastrophen mündeten. Auf Produktionsseite unterstreichen Konstruktionen von JAW, den Beatgees, Vizirbeats und Adolph Gandhi den druckvollen Vortrag der Reimenden und machen das Album zu einer runden Angelegenheit. Dazu tragen natürlich auch Gastbeiträge thematisch einschlägiger Künstler wie Mach One oder Favorite bei. Zusammenfassend lässt sich "Menschenfeind" als ein gelungenes Spiel mit dem Tabubruch beschreiben, welches dem beachtlichen Ruf von JAW und Hollywood Hank in der hiesigen HipHop-Szene durchaus gerecht werden kann, wenn auch die Dampfmaschine nicht neu erfunden wird. Kann man kaufen! Wertung: 4/6

Kommentare:

  1. sehr gut, ich find das ding auch sehr gut. vor allem tracks wie "hardcore" lösen bei mir lachkrämpfe aus :D ich würde ja gerne mal die hook zitieren, weiß aber nich, ob das hier gerne gesehen wäre :D

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  2. ich hätte dem album locker 5/6 punkten gegeben^^ ich finde es is ein durch und durch gelugnenes album und obwohl ich es seit dem release quasi rauf und runter höre gibt es keinen track der langweilig oder nervig geworden ist.

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