Fler - FLER (Review)

Die letzten Wochen waren nicht einfach für Patrick Losensky. So scheiterte der Plan, dass es bei seinem mittlerweile vierten Solo-Album "FLER" alleine um die Musik und nicht um irgendwelche Images gehen sollte, gleich an mehreren Faktoren: Anruf von King Zaza, Beef mit Selfmade Records, Trennung von Aggro Berlin, Versöhnung mit Bushido, sido und Desue löschen Fler aus ihren MySpace-Topfriends. So war der Name Fler in den vergangenen Wochen in der Blogosphäre zwar omnipräsent, jedoch ging es dabei in den seltensten Fällen um die Musik, die der Berliner auf seinem seit dem 27.03.2009 erhältlichen vierten Silberling verewigte. Wenn man die beiden Vorab-Videos zu den Tracks "Check mich aus" und "Ich sing nicht mehr für Dich" (mit Doreen) betrachtet, war dies vielleicht sogar gut so, da diese aus dem Albumkontext herausgenommen doch recht unspektakulär wirken und erst zusammen mit vierzehn weitere Anspielstationen zu einem stimmigen Gesamtbild beitragen. Djorkaeff, Shuko, Paul NZA, Beatzarre und Marek Pompetzki schneidern Fler einen unverkennbaren Trademark-Sound auf den Leib, der nahtlos an die subtil bedrohliche Atmosphäre des letztjährigen "Südberlin Maskulin"-Albums anzuknüpfen weiß. Inhaltlich erfindet Fler weder das Rad, noch sich selbst neu. Dennoch gelingt es ihm auf dem persönlichen "Ich werde nie vergessen" (mit Beatzarre an der Hook) und dem autobiographischen "Ewigkeit" Glanzpunkte zu setzen und den Hörer vor der Anlage zu fesseln. Weiterhin sticht "Was ist Peace??!?!" mit Gastbeiträgen von Godsilla und Sera Finale, sowie friedfertiger Botschaft ("Was ist Peace? Peace ist wenn die Rapper sich auf Tracks dissen, es dabei bleibt, wenn die Rapper sich auf Tracks dissen!") als Highlight aus dem Album heraus. Jedoch geht es auch auf "FLER" hart zur Sache. Erwartungsgemäß wird der Beischlaf mit weiblichen Erziehungsberechtigten und Gegnern vollzogen. Diesbezüglich sind "Sag warum!?" und "Scheiß auf Dich" (mit Bass Sultan Hengzt) als Hochlichter der vorliegenden Veröffentlichung zu nennen. Auch der dezente Autotune-Einsatz auf "Meine Strasse" fällt zu meiner eigenen Überraschung positiv ins Gewicht und macht den entsprechenden Track zu einem kleinen Ohrwurm. Alles in allem kann der geneigte Käufer beim Griff nach "FLER" nur wenig falsch machen, sofern er die letzten Veröffentlichungen Flers für gut befand. Auch die wie auch immer geartete Beteiligung Sera Finales an den Texten trägt mit Sicherheit zur Sicherung der Qualität der vorliegenden Veröffentlichung bei. Hinzu kommt der mittlerweile typische Fler-Sound, der sich wie ein roter Faden durch die letzten Veröffentlichungen des Künstlers zieht und auch diese CD zu einer durchweg runden Sache macht. Wertung: 4,5/6 PS: Voten Sie jetzt bei den "Herr Merkt Radio"-Hörercharts für Ihre Favoriten!

Kommentare:

  1. zitat:

    Alles in allem kann der geneigte Käufer beim Griff nach "FLER" nur wenig falsch machen, sofern er die letzten Veröffentlichungen Flers für gut befand.



    aber herr merkt! das kann doch bei bestem willen kein kriterium für eine objektive album-review sein. wenn wir das als element der review einführen kommen wir auch noch dahin, dass bözemann-alben 4.5/6 bekommen, weil sie ja schließlich die erwartungen der hörer, die aus den letzten releases hervorgehen, erfüllen.

    das album ist schlecht. ich persönlich neige zu 1.5-2/6.

    AntwortenLöschen
  2. Natürlich können wir das nicht zu einem objektiven Kriterium für die Bewertung eines Albums machen. Allerdings handelt es sich bei sämtlichen Inhalten dieser Seite und bei Plattenkritiken generell um subjektive Meinungen der Autoren. Sie werden es vielleicht nicht glauben und geschockt sein, aber auch Ihre Meinung ist subjektiv!

    Auch ist der von Ihnen zitierte Satz nicht der einzige Grund, weshalb ich dem Album 4,5/6 Punkten gab. Ich hoffe im Namen Ihrer Intelligenz nicht, dass Sie das derart fehlinterpretiert haben.

    Herzlichst,
    Herr Merkt

    AntwortenLöschen
  3. fler ist killa her merkt denn keiner kennt ist ein hurensohn

    AntwortenLöschen

Bitte kommentieren Sie die Beiträge mit dem Maße an Respekt gegenüber den Künstlern, das auch Ihnen entgegengebracht werden soll.
Kritik ist durchaus erwünscht, aber nur in einem angemessenen Ton und von konstruktiver Natur.
Sollten Sie sich nicht daran halten, wird die freie Kommentarfunktion demnächst eingestellt und Kommentare sind nur noch nach Registrierung möglich!