Olli Banjo & Jonesmann - 4 Fäuste für ein Halleluja (Review)

Bevor sich Olli Banjo vollständig seinem Rockprojekt "Dein Freund" widmet und Jonesmann in R&B-Gefilde abwandert, veröffentlicht das schlagfertige Duo mit "4 Fäuste für ein Halleluja" sein lange angekündigtes und noch länger erwartetes Kollabo-Album. Auf zahlreichen Veröffentlichungen wie "Sparring 3" oder "Schizogenie" stellten die beiden Protagonisten bereits unter Beweis, dass sie hervorragend harmonieren. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die es mit "4 Fäuste für eine Halleluja" zu bedienen gilt. Offensiv begegnet man jenen, die sich ob der bevorstehenden Veröffentlichung und den schier unerfüllbaren Erwartungen bereits in eine bequeme Hater-Position vor dem Computer-Bildschirm begaben. Nicht nur auf dem Präventivschlag "Vögel" mit gewohnt experimentellem Roe Beardie-Beat wird gekonnt demontiert. Auch auf Stücken wie dem gelungenen "Ende & Amen" spielt vor allem Jonesmann gekonnt mit dem Rucksack-Klischee und führt dieses in einer unnachahmlichen Art und Weise ad absurdum. Ein weiteres Highlight des Albums stellt das von Roe Beardie produzierte Stück "Das Wesentliche" dar, in welchem die beiden MCs ihre unterschiedlichen Herangehensweisen an die Materie HipHop darlegen und dadurch einen wunderbaren Antagonismus aufbauen, der im Kehrvers durch das gemeinsame Ziel, HipHop zu reanimieren, aufgelöst wird. Als weiterer Thementrack tritt das starke "Columbine", welches das Bewusstsein für mögliche Amokläufe vor der eigenen Haustür schärft, positiv in Erscheinung. Auch das ruhigere "Mehr Tränen" mit einer der raren Gesangs-Hooks weiß den Hörer durch fesselnde Lyrik zu binden. An die Seite der bereits erwähnten Thementracks stellten die beiden Protagonisten vorwiegend Stücke, die entsprechend dem Albumtitel nach vorne gehen und die eigene Überlegenheit gegenüber der schwächelnden Konkurrenz darlegen. Dabei ist es unnötig zu erwähnen, mit welcher technischen Perfektion Olli Banjo Reime und Alliterationen spuckt. Weniger selbstverständlich ist hingegen, dass sich ein wieder erstarkter Jonesmann über die Gesamtspielzeit hinweg beinahe auf Augenhöhe bewegt, wodurch der Skip-Faktor beinahe auf 0 reduziert wird. Angefangen beim treibenden Intro "Himmel zieht zu" bis hin zu Tracks wie "Deine Waffen" werden Instrumentale von Benny Blanco, Roe Beardie, M3 & Noyd, Lex Barkey, Phrequincy und S. Buchenauer zerlegt und dadurch die Anforderungen der anspruchsvollsten HipHop-Gourmets befriedigt. Ein frühes Highlight der noch jungen Spielzeit 2009. Uneingeschränkt empfehlenswert! Wertung: 5,5/6

Kommentare:

  1. mit s. buchenauer is sti gemeint oder? :)
    naja ich kann nur zustimmen... top album.. muss man kaufen :)

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  2. sehr fettes album... jones & olli zusammen sind das nonplusultra des hiphop

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