Fiva - Rotwild (Review)

Nachdem Fiva mit "Spiegelschrift" und "Kopfhörer" zwei amtliche Alben an der Seite des Produzenten Radrum veröffentlichte, tauschte sie für ihr mittlerweile drittes Solo-Album "Rotwild" den Mann an den Beats aus. So stammt die musikalische Untermalung des vorliegenden Werkes vollständig aus den Maschinen von Textas Flip. Dabei wird sicherlich das Beatrad nicht neu erfunden, jedoch harmonieren die bodenständigen Beats wunderbar mit Fivas unaufgeregtem Vortrag und generieren damit eine wunderbar seelenvolle Grundstimmung für Fivas reichhaltige Lyrik. Diese erstreckt sich vom Hochhalten der eigenen Individualität ("Sowieso ich"), über die Liebe zu physikalischen Tonträgern ("Immer noch"), das Gebähren ("Profi"), die negativen Auswirkungen der Globalisierung ("Süd sehen") bis hin zu einer subtil kritischen Auseinandersetzung mit dem schnellen Leben ("Es geht uns gut"). Highlightmäßig sind zudem das soulsamplende "Goldfisch", die Hommage an die "Kleinkunst", sowie das tragischöne "Lila" zu erwähnen. Wie aus dem thematischen Überblick bereits hervorgehen sollte, handelt es sich bei "Rotwild" nicht um ein 08/15-HipHop-Album. Auf einem handwerklich guten Niveau versucht Fiva anspruchsvolle Geschichten zu erzählen und Werte abseits von Geld, Beischlaf ohne Gebährintention und BlingBling zu vermitteln. Daher wird dieses Album vor allem bei HipHop-Köpfen älterer Semester sehr gute Reaktionen hervorrufen. Wertung: 4/6

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