Aggro Anti Ansage Nr. 8 (Review)

Während Aggro Berlin im Mai 2008 für schlappe 20000 Euro einen ganzen sido-Tag auf MTV kaufte (ca. 16 Stunden), ließ sich Bushido ein "TRL XXL" und "MTV Masters" (3 Stunden) als Bushido-Tag verkaufen, nachdem er sich weigerte, für einen Bushido Tag zu bezahlen. Ein krasser Geschäftsmann, der von einem gewissen Mongo zurecht für diese Aktion gefeiert wird! Was hat das nun mit der "Aggro Anti Ansage Nr. 8" zu tun? Nichts! Aber es musste dennoch einmal gesagt werden! Nach den einleitenden Abschweifungen möchte ich nun endlich auf die sechste "Aggro Ansage" zu sprechen kommen. Da die Werbung und das Artwork offensichtlich in die Hände von Tony D gelegt wurden (1, 2, 3, 4, 5, 8), werden die sechste und siebte "Aggro Ansage" einfach unterschlagen und man macht im Jahre 2008 direkt mit der "Aggro Ansage Nr. 8" weiter. Darauf versammelt das Berliner Label neben Zugpferd sido seine Schützlinge Fler, B-Tight, Tony D und Kitty Kat, sowie die Untergrund-Urgesteine Frauenarzt und MC Basstard, Lieblingsrapper Harris und Emporkömmling Godsilla. Auf ganzen 23 Anspielstationen geben die rappenden Protagonisten ihre Ausführungen auf Instrumentalen von Shuko, Djorkaeff, Flash Gordon, KD Supier, Goofiesmackerz, DJ Desue, Paul NZA, Beatzarre, Farhot, Rob Major und Bommer zum Besten. Die inhaltliche Bandbreite geht dabei von Verbalinjurien (z.B. "Aggro Berlin Ding"), über Animation ("Beweg dein Arsch"), Party machen (z.B. "Fiesta") bis hin zur Zelebration der eigenen Schönheit ("Sexy"). Trotz fataler Pluralbildung stellt Tony Ds brachiales "100 Metaz" ein frühes Highlight dar, bevor sich Fler die Dummschwätzer vornimmt ("Leute reden") und sido es HipHop hält ("Blas mir ein") und auf Tic Tac Toe-Sample den Stein des Anstoßes für eine neue Disstrack-Welle produziert ("Du bist scheiße"). Für den heimlichen Hit der Platte zeichnet jedoch Kitty Kat mit Ohrwurm-Kehrvers auf "Pussy" verantwortlicht. Zu den zweifellos starken Tracks gesellen sich bei 23 Anspielstationen jedoch auch einige Durchhänger wie das überraschend blutleere "So is es" (sido und Fler) oder Frauenarzts stark gewähnungsbedürftiges "Undissbar". Auch das titelgebende "Anti Ansage" mit Ozan am Kehrvers fällt für meinen Geschmack einige Takte zu weich aus. Nichtsdestotrotz liefert Aggro Berlin mit der achten Ansage einen amtlichen Überblick über den momentanen Stand der Kunst im eigenen Hause ab. Ob die musikalische Weiterentwicklung des wankenden ehemaligen Independent-Riesen in Zukunft wieder mehr Anklang bei der bisherigen Zielgruppe findet oder ob neue Zielgruppen erschlossen werden können, muss sich zeigen. Bis dahin bleibt nur eine Frage: Wo sind die Käufaz? Wertung: 4/6 "Aggro Anti Ansage Nr. 8" bestellen Kennenlernrunde Vol. 5

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