Kodimey - Gorilla (Review)

Während Maeckes & Plan B in den letzten Jahren den Namen "Chimperator" eindrucksvoll auf die HipHop-Landkarte Deutschlands setzten, war es um den Label-Kollegen und Label-Gründungsmitglied Kodimey verhältnismäßig ruhig. Mit "Gorilla" schickt sich dieser nun an, diesen Umstand zu ändern und auf eigenen Produktionen, sowie Instrumentalen von DJ Friction, Budget, Duhbeat, Psaiko Dino und C.O.B. einige Stufen auf der Karriereleiter nach oben zu klettern. Bereits vom einleitenden "Intro" wird der Zuhörer durch sinnvoll zusammengeschnittene Vokal-Schnipsel aus den 17 folgenden Tracks emotional gefesselt und auf die folgenden 70 Minuten (gerundeter Wert) eingestimmt. Diese beherbergen dann zum Beispiel in Form der bereits bekannten Video-Auskopplungen "Mein Deutschland pt. 2" und "Natascha" einige Highlights, die den ein oder anderen HipHop-Kopf in Entzückung versetzen werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen zudem das großartige "Bevor" mit einem wie immer glänzend aufgelegten Kaas, das bedrückende "Die letzte Stunde", auf dem Kodimey gemeinsam mit Tua Drogen-Karrieren kritisch beleuchtet, sowie das mit einem glänzenden Takt, Monster-Kehrvers und Voodoo-Vokalbeitrag ausgestattete "Scheinehen", auf dem Kodimey beweist, dass er neben intelligenten Texten durchaus auf den Kot hauen kann. Unbedingt in dieser Reihe zu nennen sind auch das eine scheiternde Beziehung thematisierende "Wo is sie hin?" mit Lamiya an der Hook, auf der Kodimey alleine durch seine Stimmmodulation den Zuhörer in seinen Bann zieht und die Heimat-Hommage "Nach Hause zurück" mit Cesur-Kehrvers. Wenn auch der Titel "Gorilla" bedrohlich anmutet, handelt es sich bei der vorliegenden Veröffentlichung um einen inhaltlich starken Tonträger, der weniger durch Battlerap, als durch hervorragende Geschichten zu überzeugen weiß. Als logische Konsequenz tritt die seelenvolle musikalische Untermalung dezent in den Hintergrund, um den ordentlich vorgetragenen Texten Raum zur Entfaltung zu geben. Ein weiterer Grund, warum jeder Fan von HipHop deutscher Machart das sympathische Stuttgarter Label Chimperator auf dem Radar behalten sollte. Unbedingt kontrollieren! Wertung: 4,5/6 "Gorilla" bestellen

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