Courtmasta & Chrizzo - Command & Conquer (Review)

Endlich ist der Tag gekommen, an dem einer der größten Widersacher bei meinen ersten Gehversuchen im Blogger-Geschäft eine Platte als ausführender Produzent veröffentlicht und sich somit angreifbar macht. Je schöner die entwickelten "Rache"-Fantasien, desto ernüchternder ist dann aber auch der erste Hördurchgang. Man sucht und sucht nach eklatanten Schwächen, findet jedoch zumindest auf Produktionsseite keine Ausfälle, über die man nicht bereits bei anderen Produktionen wohlwollend hinweg gesehen hätte. Sicherlich erfindet Courtmasta auf "Command & Conquer" das Takt-Rad nicht neu, jedoch können die Produktionen mit dem, was in der Spielzeit 2008 "Stand der Kunst" ist mithalten und bieten stets eine passende Unterlage für Chrizzos anständige Lyrik. So wird die nüchterne Beschreibung des Lebens als "King of Rap" von einem wunderbar melancholischen Instrumental getragen, während der Aufruf zum "Embargo" gegen eine deutschlandweit operierende Pizza-Kette sehr druckvoll aus den Boxen donnert. Besonders seelenvoll wird es auf dem nachdenklichen "Manchmal", sowie auf dem wunderbar bildhaften "Bilder Pt. 2". Weiter sind das titelgebende autobiographische "Command & Conquer", das die Verbrecher-Lebensart kritisch reflektierende "Superstars", sowie der selbsterklärende Titel "Dresscode" als Anspielstationen an Ihre Herzen zu legen. Inhaltlich sind Sie also beim Erwerb von "Command & Conquer" auf der sicheren Seite. Ein Manko des Langspielers ist, dass der rappende Protagonist Chrizzo über weite Strecken übermotiviert wirkt und zu viel Energie und Druck in seine verbalen Ausführungen legt, wodurch ich mir als Zuhörer - besonders bei ruhigeren Instrumentalen - ein wenig bedrängt vorkomme. Eine zurückgelehntere Darbietung würde Stücken wie "Die Geschichte einer Rose" sicherlich gut zu Gesichte stehen. Hinzu kommt, dass der Flow für meinen Geschmack vor allem innerhalb der einzelnen Stücke variabler sein könnte, so dass der ein oder andere Gast der Platte sicherlich gut getan hätte. Aber mit wem soll man auch kollaborieren, wenn der Produzent alle deutschen Rapper außer Bushido scheiße* findet. Abgesehen von den soeben genannten Schwächen, handelt es sich bei "Command & Conquer" um ein solides Album, welches sowohl auf Produzenten, als auch auf Rapper-Seite (besonders lyrisch) einiges an Potential erkennen lässt. Ich warte gespannt auf weitere Schritte. Wertung: 3,5/6 "Command & Conquer" kaufen PS: Hören Sie Highlights des Albums auf "Herr Merkt Radio" im Web- und Winamp-Stream. *Entschuldigen Sie bitte diese unsägliche Fäkalsprache!

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