Poesiealbum: Abroo

Am 31.10.2008 erscheint Abroos zweites Album "Schatten und Licht" über Joe Rillas "Plattenbau Ost". Unterstützt wird er dabei von Joe Rilla, Ali A$ & Pretty Mo, Hammer & Zirkel und Zoit, Conny & Mirc. Anlässlich dieses bevorstehenden Großereignisses war es nur eine Frage Zeit, dass sich Abroo in mein Poesiealbum einträgt. Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv? 1992 hab ich meinen ersten Text geschrieben und so ungefähr 1993 angefangen aufzunehmen. Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben? Von Ali A$: „…eure Texte sind zu hochgestochen wie ein Arschgeweih im Nacken…“. Mit welchem Ihrer Tracks/Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden? Der Part auf dem Prinz Porno & Separate Album war sowas von hingeschissen. Da war ich einfach nicht motiviert. Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben? Die Kriss Kross „Jump“ Single! Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen? Ich brauche keine Motivation. Es ist eher so, das ich muss! Ich kann eh nicht aufhören. Damals habe ich ja auch nicht angefangen, weil es einen Markt gabt. Denn: Es gab noch gar keinen. Also werde ich auch nicht aufhören zu rappen, egal wie schlecht es laufen wird. Snippet "Schatten und Licht" bestellen

Das HipHop Quartett #2

Herr Merkt: Verehrte Leserinnen und Leser, nach einer längeren Pause möchte ich Sie zur zweiten Ausgabe des "HipHop Quartetts" begrüßen und auch meine Gäste Heidi, Torben und John herzlich willkommen heißen. Was hat Sie seit der letzen Ausgabe bewegt, Torben? Torben: Wie immer die BVG. Halt doch einfach mal deine Fresse und stell nicht so dumme Fragen! Herr Merkt: Ich möchte Sie doch sehr darum bitten, die Form zu wahren. Wenn schon, dann heißt das: Halten Sie doch einfach einmal die Fresse. So viel Zeit und Anstand muss sein. Was hat sie beschäftigt, Heidi? Heidi: Ich bin frisch verliebt. In Marteria. Torben: Kenn ich nicht. John: Das ist doch der Quasimoto-bitende Schönling aus der DDR. Sowas höre ich mir erst gar nicht an! Herr Merkt: Sollten Sie aber. Gerade Ihnen als Freund der alten Schule sollte der Wortwitz, der aus Marterias/Marsimotos Texten heraussprudelt, gefallen. John: Merkt! Labern Sie hier nicht von alter Schule. Seit der letzten Ausgabe ist Ihr Blog doch nur noch den Bach herunter gegangen. Zuerst dieses ekelhafte Video mit Gangster-Rap-Fixierung, welches Sie definitiv pushen und jetzt auch noch diese nervigen amazon-Links, die Sie in Ihrem Freundeskreis als Service am Leser verkaufen möchten. Verkaufen Sie die Leser nicht für dumm. Herr Merkt: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich jeden meiner Leser respektiere, außer den einen Hater, der hier manchmal mit verschiedensten Pseudonymen herumspammt. Zu den amazon-Links kann ich nur sagen, dass sämtliche eingenommenen Mini-Beträge direkt in CDs reinvestiert werden, was Ihnen in Form von Reviews und einer größeren Programmvielfalt bei "Herr Merkt Radio" zu Gute kommt. Allerdings kann ich schon jetzt Ihre Meinung nicht teilen, mein Radio sei auf Gangster-Rap fixiert. Da muss man schon ganz schön hängen geblieben sein. John: Manchmal wünschte ich mir, Sie würden hängen! Elender Pusher-Hurensohn. Herr Merkt: Immer mit der Ruhe, Bruder! Heidi: Ich finde auch, dass nicht immer alle auf dem armen Herr Merkt herumhacken sollten. Schließlich bin ich durch ihn erst auf Marteria aufmerksam geworden. Kommen Sie eigentlich zu unserer Hochzeit? Herr Merkt: Haben Sie ihn denn überhaupt schon kennen gelernt? Heidi: Noch nicht, allerdings habe ich Karten für Dynamite Deluxe und einen Friseurtermin. Herr Merkt: Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Vielleicht können Sie mir ein Exclusive für "Kennenlernrunde Vol. 5" besorgen. Torben: Ahh. Wenn ich schon "Kennenlernrunde" höre, dann bekomme ich das Kotzen. Nur Studentenrap und Möchtegern-Elektro. Da fehlt eindeutig die Straßen-Attitüde eines Bushido! Herr Merkt: Stopp! Ich möchte nicht, dass Sie hier diesen Namen nennen! Ich habe keine Lust auf Abmahnungen! Torben: Welchen Namen? John: Bushido Herr Merkt: Genau den. Torben: Ach, mach dir ... Herr Merkt: ... machen Sie sich!!! Torben: Ähm, machen Sie sich nicht ins Hemd! Herr Merkt: Sie haben gut reden. Sie sind hier ja nur Gast. Wollen wir also schnell das Thema wechseln. Wie stehen Sie zu der "Save Bahar"-Aktion, die in den vergangenen Monaten das Internet in Aufruhr versetzte? Heidi: Ich persönlich habe gespendet, weil Bahar ein nettes Mädchen wie du und ich ist. Herr Merkt: Dass heißt: wie Sie und ich. Außerdem bin ich männlich. Torben: Für nen Zehner würd ich mit der was ganz anderes machen. Die würde ich mal hart .... Herr Merkt: Wollen wir uns auf die musikalischen Dienstleistungen beschränken! Torben: Spießer! John: Also so etwas wie "Shave Bahar" hätte es früher nicht gegeben. Damals gab es noch keinen "Bettel"-Rap! Herr Merkt: Über diese Aussage muss ich mich stark wundern. Was ist mit Dynamite Deluxe und Westberlin Maskulin. John: Bleiben Sie mir weg mit Westberlin Maskulin! Außerdem spreche ich nicht von "Battlerap", sondern von "Bettel"-Rap! Herr Merkt: Achso. Rein akustisch ist das schwer auseinanderzuhalten. Allerdings habe ich diesen bescheidenen und naheliegenden Wortwitz auch schon im MZEE-Forum gelesen! Nicht besonders kreativ, mein Liebster. John: Solange es weiterhin zum Ghostwriter für Sie reicht, bin ich zufrieden. Herr Merkt: Darüber hatten wir doch Stillschweigen vereinbart. Sie sind ja ein schlimmeres Plappermaul als Bahar. Im Übrigen möchte ich das Thema Bahar nun abschließen. Als ernstzunehmender Rapper würde ich mir jedoch zwei Mal überlegen, ob ich mit dieser Frau zusammen arbeite. Man weiß ja nie, welche Gerüchte diese Frau streut und ich erfahre gerade am eigenen Leib, dass man selbst gegen falsche Gerüchte trotz offizieller Richtigstellung nicht ankommt! John: Da ist es ja wieder, dieses ekelhafte Selbstmitleid. Stellen Sie sich nicht so an und nehmen die Opferrolle ein. Sie wissen doch selbst besser als ich, dass Menschen wie Sie einer der Hauptgründe sind, warum es mit dem Internet UND HIPHOP bergab geht. Profilierungssüchtige Blogger-Opfer, die das Internet mit ihren Belanglosigkeiten verpesten. Ich ärgere mich jedes Mal wieder, wenn ich einen dieser Links zu den Blogs angeklickt habe. So etwas hätte es früher nicht gegeben! Herr Merkt: Früher gab es für einige Bevölkerungsgruppen dieses Landes auch keine Freiheit. Von daher kann man guten Gewissens sagen, dass früher auch nicht alles besser war. Warum klicken Sie denn eigentlich diese Links an, wenn Sie sich so sehr darüber aufregen? John: ... Herr Merkt: Eine wahrlich schlüssige Argumentationskette. Heidi: Hihi. Torben: Darf ich Sie etwas fragen, Herr Merkt? Herr Merkt: Sicherlich. Was brennt Ihnen denn auf der Seele? Torben: Warum hacken Sie immer auf Coseng herum? Coseng ist ein einfacher Junge wie Sie und ich und macht dazu reale Musik. Herr Merkt: Nana. Wir wollen doch nicht beleidigend werden. Schließlich habe ich auch Sie immer mit dem gebührenden Respekt behandelt. Zudem sehe ich es als mein gutes Recht - ja sogar meine Pflicht - an, darauf hinzuweisen, dass es in Zeiten von Trojanern und Viren höchst intelligenzarm ist, sein Album als exe-Datei ins Internet zu stellen. Das einzige, was dümmer ist, als sein Album als exe-Datei hochzuladen, ist, dieses Album herunterzuladen und tatsächlich auf seinem Rechner zu installieren. Zum Glück haben mich die sogenannten Promo-Videos genügend abgeschreckt, um eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Torben: Ich habe es geladen und die EP ist zu 100000% virenfrei. Ich schwör auf Cosengs Mutter! Herr Merkt: Aus gegebenem Anlass möchte ich Sie darauf hinweisen, dass ein Wert von über 100% nur bei positivem Wachsum möglich ist. In diesem Kontext ist diese Zahl schlicht Unsinn. Torben: Ach Herr Merkt, fick dich! John: Ich persönlich habe noch nichts von Coseng gehört, kann dazu also nichts sagen. Herr Merkt: Seien Sie froh. Als Freund der alten Schule würden sich definitiv Ihre Zehnägel aufrollen. Im Gegensatz zu Coseng ist Massiv ein zweiter Olli Banjo! John: Bleiben Sie mir weg mit Olli Banjo. Zuerst verseuchte er meine Gehörgänge mit Synthie-Müll und jetzt macht er auch noch Rock. Das hat doch nichts mehr mit den ursprünglichen Elementen des HipHop zu tun! Neulich habe ich diesen Olli Banjo live gesehen und war entsetzt. Dem sein Backup muss ja bald mehr rappen als er selbst, weil dem immer die Puste ausgeht. Herr Merkt: Langsam hören Sie sich wirklich an wie Torch! Außerdem kann ich Ihre Einschätzung der Live-Qualitäten Olli Banjos nicht teilen und schaue vorwärts zu der All City Jam in Reutlingen, wo Olli Banjo, sowie die Orsons am 22.11.2008 auftreten werden. John: Dieser peinliche Versuch der Schleichwerbung ist doch nur ein weiterer Beweis dafür, wie armselig Sie versuchen, sich in der HipHop-Szene einzuschleimen und wie Sie sich dabei ein um das andere Mal verkaufen! Herr Merkt: Ich sehe das vielmehr als einen Service am Leser aus der Umgebung Reutlingens. Nennen Sie es, wie Sie wollen. Der mündige Leser weiß das sicherlich richtig einzuordnen. Torben: Ich verstehe auch nicht, was schon wieder dieser Seitenhieb gegen Massiv sollte. Im Gegensatz zu Olli Banjo war Massiv in den Top 20. Herr Merkt: Ich möchte behaupten, dass Herr Banjo mit diesem finanziellen Support und Fans, die das Album zehnfach kaufen, die Top 10 knacken würde. Leider kann diese Hypothese momentan nicht überprüft werden. Heidi: Ich mag Massiv nicht, weil der hässlich ist. Herr Merkt: Das ist bei mir sicherlich nicht der Grund. Schließlich mag ich ja auch Snaga & Pillath. John: Dipset-Biter. Sowas hätte es früher nicht gegeben. Herr Merkt: Das ist richtig. Schließlich ist Dipset ein Phänomen dieses Jahrhunderts. John: Sie sind wirklich unverbesserlich, Herr Merkt! Mich würde auch einmal interessieren, wie Sie es in letzter Zeit immer wieder schaffen, Künstler für die Teilnahme an den "Kennenlernrunde"-Samplern zu gewinnen oder sogar Kool Savas dazu zu bewegen, sich in Ihr Poesiealbum einzutragen. Da müssen doch Unmengen an Geld geflossen sein. Herr Merkt: Ich bezahle generell nichts. Die Zusammenarbeit basiert ausschließlich auf Respekt, marktstrategischen Überlegungen oder was auch immer. Auch für die neue "Kennenlernrunde" werde ich keine finantiellen Mittel aufbringen. Torben: Was? Da kommt noch was? Ich hatte gehofft, dass Sie sich nach dem Flop der "Kennenlernrunde Vol. 4" endlich aus dem "Free Download Sampler"-Business zurückziehen würden. Herr Merkt: Ich würde die vierte Ausgabe der "Kennenlernrunde" auf keinen Fall als Flop bezeichnen. Es ist sicherlich richtig, dass ich ein wenig von den HipHop-Medien dieses Landes - mit kleinen Ausnahmen - enttäuscht bin. Allerdings sind die Downloadzahlen im Anbetracht der Ignoranz meiner Kollegen doch sehr ordentlich und ich bin mir sicher, dass die Exklusivität der Beiträge und Künstlerauswahl auf der fünften Ausgabe der "Kennenlernrunde" Ihren Teil dazu beitragen werden, dass selbst die Juice und Backspin nicht mehr daran vorbeikommen werden! Torben: Das ist doch nur wieder dieses typische Politiker-"bla bla". John: Ausnahmsweise sind wir einmal einer Meinung, Torben. Heidi: Mich würde es eher interessieren, wann die fünfte "Kennenlernrunde" denn kommt und wer dabei ist. Herr Merkt: Eigentlich wollte ich das Veröffentlichungsdatum geheim halten. Weil Sie aber so nett nachfragen, möchte ich ein Auge zudrücken und es verraten. "Kennenlernrunde Vol. 5" erscheint am 24.12.2008. Teilnehmende Künstler möchte ich jedoch noch keine nennen, allerdings werden Sie begeistert sein! Torben: Bestimmt wieder nur schwule Studenten und Backpacker! Nehmen Sie doch Coseng mit drauf. Herr Merkt: Sicherlich nicht. Torben: Dann müssen Sie sich auch nicht wundern, dass keiner Ihre Scheiße herunterläd. Coseng hat 20000 Downloads in einer Woche! Herr Merkt: Behauptet er. Ich möchte mich jedoch nicht an diesen Spekulationen beteiligen und die zweite Ausgabe des HipHop-Quartetts beenden. Haben Sie meinen Fans noch etwas mitzuteilen? Heidi: Ist Marteria Ihr Fan? Herr Merkt: Ich weiß es nicht. Heidi: Dann nein! John: Besinnen Sie sich auf die alten Werte und wenden Sie sich von diesen Gangster-Proleten ab. Kaufen Sie lieber ein zweites Mal "Deluxe Soundsystem", bevor Sie sich "TNT" zulegen! Torben: Ach was. Kaufen Sie sich "Im Fadenkreuz" von Hirntot. Herr Merkt: Ein schönes Schlusswort. Ich war zumindest sehr positiv überrascht und bin auf die DVD gespannt. Machen Sie es gut und bleiben Sie mir treu!

Poesiealbum: Kool Savas

Verehrte Leserinnen und Leser, nachdem er mit der "John Bello Story II" die Top 10 der deutschen Album-Charts erreichte (Platz 10), kann Kool Savas nun den bereits zweiten Erfolg in dieser Woche verzeichnen. Ihm wurde die Ehre zuteil, sich in mein exklusives "Poesiealbum" einzutragen. Lesen Sie selbst! Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv? Seit meinem 14 Lebensjahr schreibe ich. Mit 16 hab ich das erste Mal etwas recordet. Jetzt bin ich 33 Jahre alt. Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben? Von Fler: „Das ist die NDW, nicht die NPD“. Da hab ich Tränen gelacht. Andere fallen mir gerade nicht ein. Ich mag Punchlines, aber das ist meistens nur ein kurzer Genuss. Ich finde es wichtiger, komplette Songs zu haben. Mit welchem Ihrer Tracks/Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden? - der Fubu Song - „Bekannt und Entspannt“ von Curse. Der Beat war sehr schwer für mich, weil ich auf so ein Sound noch nie geschrieben habe. Es war trotzdem eine Ehre, den Track mit Curse zu machen, weil ich ihn nach wie vor sehr respektiere und schätze. - „Gunshot Buzzup“, da gefällt mir meine Stimme nicht. - „Ihr müsst noch üben“, da ist Stimme auch Mist. Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben? Kein Plan. Wann ist was peinlich? Wenn es einem in dem Moment gefällt ist es doch gut. Wahrscheinlich „Mensch“ von Herbert Grönemeyer. Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen? Der Spaß am Rappen und die Hoffnung, dass mein Sound sich noch mehr durchsetzen wird. "Die John Bello Story II" bestellen

Hegne - Ich find's geil (Review)

Verehrte Leserinnen und Leser, liebe Band, ich möchte mein Veto gegen den Albumtitel einlegen: Ich finde es nicht geil. Im Gegensatz zu der Selbstauskunft der Band und einigen YouTube-Video-Kommentaren kann ich an dem vorliegenden Album keinerlei Innovationen erkennen, außer vielleicht dass nicht Dipset, sondern 50 Cent imitiert wird. Thematisch bewegt man sich auch hier zwischen der üblichen "Wir sind die Besten"-Attitüde (unter anderem zu hören auf "H.E.G.N.E.") und peinlichen Balzgesängen (unter anderem zu hören auf "Weiber"). Dazu kommt noch ein wenig Koketterie mit der ländlichen Herkunft ("Ich bin ein Bauer"), was spätestens seit MC Jeremys wesentlich unterhaltsamerem "Mein Dorf" ebenfalls kein Novum mehr darstellt. Auch die Eigenproduktionen stellen keine Neuerfindung des Rades dar. Allerdings möchte ich meine Bewertung nicht an mangelnder inhaltlicher Innovation oder an der offensichtlichen Orientierung JOCs am großen Vorbild 50 Cent aus Übersee festmachen. Auch möchte ich nicht wirklich die Fehleinschätzung der eigenen Innovationskraft an den Pranger stellen. Warum dann die deutlichen Worte im einleitenden Abschnitt? Vielleicht bin ich bei so etwas ein wenig engstirnig, jedoch habe ich überhaupt nichts übrig für Rapper, die meinen, in einer Fremdsprache auf Mittelstufe-Niveau Belanglosigkeiten verbreiten zu müssen, um der Fremdsprache nicht Mächtige über eben jene inhaltliche Belanglosigkeit hinwegzutäuschen. Da es ein Drittel von Hegne vorzieht, seine Texte auf Englisch darzubieten und dabei auch zu allem Überfluss wie 50 Cent zu klingen, artet die Begutachtung von "Ich find's geil" vor allem während der englischen Strophen in Knochenarbeit aus. Die besseren muttersprachlichen Parts ziehen den Karren dann auch nicht mehr wirklich aus dem Dreck. Wertung: 1/6 "Ich find's geil" bestellen

LaCa - H.A. LaCa (RMX) (Video)

Ich möchte Sie erneut auf das großartige Video zum "Kennenlernrunde Vol. 4"-Exclusive "H.A. LaCa (Remix)" von Lance Carvell hinweisen. Bringen Sie die YouTube-Server zum Glühen!



"Kennenlernrunde Vol. 4" downloaden

B-Tight - Ghettostar/Kingmäßig (Video)

Unerwartet trifft mich nach "Sie will mich" nun der zweite Vorbote zu dem am 31.10.2008 erscheinenden B-Tight-Album "Goldständer" in Form des Doppel-Videos "Ghettostar/Kingmäßig". Und das Ergebnis bringt sowohl Licht, als auch Schatten. Während mich die MV-Hymne "Ghettostar" direkt überzeugt, kann mich "Kingmäßig" weniger begeistern. "Goldständer" vorbestellen

Ali A$ - Bombe (Review)

Nach langer Wartezeit zündete Deluxe Records vergangenen Freitag endlich die "Bombe", die den Münchner Spucker Ali A$ in den deutschen Rap-Olymp katapultieren soll. Auf satten Produktionen von Tai Jason, Instrumens, Sinch & Ken Kenay und Samy Deluxe liegt es nun an Ali A$, seine guten Mixtape-Leistungen auf das Album-Format zu übertragen und neben Punchline-Gewittern für eben jene inhaltliche Substanz zu sorgen, die Alben gegenüber Mixtapes abheben. So beschäftigt sich "Paper Paper" mit der Vergänglichkeit des hart verdienten Geldes, "Vielleicht" bringt Gedankenspiele zu Beat, "Mir geht es gut" mit Emory schließt mit einer vergangenen Beziehung ab, "Hoffnungsloser Fall" gibt tiefe Einblicke in das Seelenleben des Protagonisten, "Irgendjemand" stellt eine ergreifende Widmung an einen verstorbenen Freund dar, während der "Leuchtturm" als Metapher für eine Lebensperspektive herhält. Trotz literarisch souveränen Leistungen stößt die Verwendung von Autotune in den Hooks von "Paper paper" und "Hoffnungsloser Fall" auf wenig Gegenliebe meinerseits, wobei ich den Effekt nicht grundsätzlich verteufele und auf der ersten Single "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" durchaus zu schätzen weiß. Als einziges Rap-Feature macht Samy Deluxe besonders auf "Battlerap", bei dem sich nicht nur die rappende Konkurrenz, sondern auch DJs und Produzenten Verbalinjurien ausgesetzt sehen, eine sehr gute Figur. Weiterhin unbedingt empfehlenswert ist das einleitende Punchline-Massaker "Bombe" inklusive "Sugarhill Gang"-Referenz und wahrscheinlich höchster Wortspiel-Dichte der Spielzeit 2008, welches als Intro sehr gut platziert ist und den ein oder anderen Probehörer zum Kauf animieren sollte. Auch "Rettung ist nah" kann mit ähnlich hoher Wortwitz-Dichte überzeugen und zählt zu den Höhepunkten des Albums. Weniger begeistern können mich hingegen das belanglos dahertropfende "Rückwärts einparken", sowie das mit Autotune überladene "Hier". Auch "Wir machen kaputt" und die potentielle Volksbank-Hymne "Mach den Weg frei" animieren mich in Anbetracht von Alis Großleistungen auf früheren Mixtapes nicht unbedingt zu Jubelstürmen, können allerdings den positiven Gesamteindruck des Albums nicht nachhaltig trüben. So liefert Ali A$ mit "Bombe" ein über weite Strecken unterhaltsames Album ab, welches nicht nur einmal ein Lächeln auf das Gesicht der Hörer zaubern wird. Jedoch fehlen mir bei den Kehrversen dein paar Ecken und Kanten, die die markigen Ansagen des Protagonisten unterstützen und zu Gunsten der Massenkompatibilität des Produktes abgeschliffen wurden. Wertung: 4/6 PS: Hören Sie Highlights des Albums bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream! "Bombe" bestellen

Enttäuschung

Verehrte Leserinnen und Leser, ich muss sagen, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Da freue ich mich nun schon seit Wochen auf die "Halt deine Fresse" Free EP eines der talentlosesten Rapper unseres Erdballs, nur um dann zu erfahren, dass eben dieser Intelligenzallergiker (=Coseng) das Album als .exe-Datei in das Internet stellte. Da ich keine .exe-Dateien aus nicht vertrauenswürdigen Quellen herunterlade, werde ich nun leider nicht in den Genuss der 10 Tracks kommen und muss micht weiter an den unzähligen YouTube-Videos belustigen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. "Bald da" "Acapella" "Coseng für Bahar" Jedem, der das Risiko eines Downloads eingehen möchte, wird die EP mit all ihren Funktionen in dem folgenden Video erklärt. Und weil es gerade so schön passt: Becki und Torben sind zurück!

Cutcannibalz & Roger Rekless - Dass es so ist (Video)

Bis dato hauptsächlich als Mixtape und -DVD-Produzenten in Erscheinung getreten, warfen die Cutcannibalz vor kurzer Zeit ein Produzentenalbum herunter. Neben Huss & Hodn, Morlockk Dilemma und Bastian Fleig ist auch der Münchner Ex-Raptile-DJ Roger Rekless mit dem Track "Dass es so ist" vertreten, zu dem nun ein Video gedreht wurde. "Schriftwechsel" bestellen

Greckoe - Typisch griechisch (Review)

Wie soll man ein Album vernünftig reviewen, wenn jeder Versuch, das Album am Stück durchzuhören, zum Scheitern verurteilt ist? Diese Frage wirft das Debüt-Album des Sektenmuzikers Greckoe auf, welches bei Anspielstation Nummer 11 in Form von "Ein bisschen mehr" mit seinen selbstkritischen Labelbossen (A.i.d.S.) einen jener Tracks bereit hält, welcher den Status Quo der hiesigen Szene treffend beschreibt, ohne dabei die tiefste Verehrung für die HipHop-Kultur zu verleugnen. So muss HipHop der Spielzeit 2008 klingen. Schwere Rotation! Allerdings hat "Typisch griechisch" neben dem eingangs erwähnten Track ein bisschen mehr zu bieten. So werden auf dem titelgebenden Intro, "Griechischer Wein 2008" und "Mein Cousin Stavros" reichlich Klischees über die griechische Lebensart in die Waagschale geworfen, "Traumjob" zelebriert auf druckvollem Instrumental von Diego Tunes, der für einen Großteil der Produktionen verantwortlich zeichnet, den Beruf des Rappers und "Sie verstehns nicht" kritisiert das Schulwesen. Auch zwischenmenschliche Beziehungen kommen auf Tracks wie "Versprochen" (mit sidos Poppstar Doreen), "Sie will" und "Erinner dich" nicht zu kurz, wobei sich Greckoe nicht wiederholt, sondern vielmehr eine große Bandbreite an potentiellen Problemen zwischen Mann und Frau abdeckt. Wie es sich für ein ordentliches Debüt gehört, gibt Greckoe auf dem Track "Meine Story" an der Seite von Alpa Gun ehrliche Einblicke in seinen Werdegang, während er bei "Greckoe" ordentlich auf die Fäkalien haut. "Schlaflos in Berlin" bietet lupenreines Geschichtenerzählen und "Ich bin Berliner" umschreibt treffend den Identitätskonflikt eines in Deutschland geborenen Griechen. Auf dem 18 Anspielstationen starken Tonträger gelingt es Greckoe spielend, seine Position als herausragender Techniker im Sektenmuzik-Camp zu zementieren. So weiß der Berliner sämtliche Themen adäquat umzusetzen und macht sowohl auf Repräsentierern, als auch ernsteren Tracks eine gute Figur. "Typisch griechisch" ist eines jener Alben, welches ein bißchen mehr Spass macht als das durchschnittliche Deutschrap-Album. Mission erfüllt. Wertung: 4,5/6 PS: Hören Sie Highlights des Albums bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream. "Typisch griechisch" bestellen

"Ihre Optik zählt"

Verehrte Leserinnen und Leser, mein bester Freund Kool Savas hat seine Ventilatoren dazu aufgerufen, den Bello herauszulassen. Da ich einem Irrtum aufsaß und in Ermangelung eines Hundes nicht an dem Wettbewerb teilnehmen konnte, präsentiere ich Ihnen nun einige Videos, die die folgsamen Anhänger produzierten. Im ersten Video sehen wir einen fingerfertigen jungen Mann, der es sich nicht nehmen lässt, zu Beginn des Videos seine "Optik Records"-CD-Sammlung zur Schau zu stellen. Ich hoffe nur, dass die CD-Spindel auf dem Boden nicht die Diskographien der Konkurrenz beinhaltet.
Beeindruckt hat mich dieser Skater. Ich wäre froh, wenn ich diese Tricks bei "Tony Hawk" so gut hin bekäme.
Bei dem folgenden Video möchte ich darauf hinweisen, dass ich Sachbeschädigungen zu Lasten der deutschen Bahn oder Hauseigentümern nicht gut heiße. Wenn die kreative Energie auf legalen Leinwänden ausgelebt wird, bin ich jedoch ein großer Fan der Graffiti-Kultur.
Und noch ein talentierter Zeichner.
Der hier eher nicht. Allerdings ist es interessant zu erfahren, dass Savas früher im Zugbau aktiv war und "trains gemacht" hat. Aber warum immer diese Anglizismen? Und so schließt sich der Kreis.
"Die John Bello Story II" bestellen

Yassir feat. Jonesmann - Kämpfersong (Video)

Verehrte Studiogangster, machen Sie Platz für Knastbruder Yassir, der am 31.10.2008 sein Album "Paragraph 31" wirft. Das ist Gangster, auch wenn der Track nicht von Gewalt oder Waffen handelt. "Paragraph 31" vorbestellen

Curse feat. Silbermond - Bis zum Schluss (Video)

Deutschlands beliebtester Ex-Freundinnen-Rapper Curse und Silbermond-Steffi trauern musikalisch einer scheiternden Beziehung nach. Als zweite Auskopplung aus dem Album "Freiheit" verfügt der Track "Bis zum Schluss" über enormes Hit-Potential. Man möchte sich fast wünschen, dass Curses Beziehungen weiterhin so instabil bleiben. Aus Menschlichkeit wünsche ich Curse jedoch nur das Beste. "Freiheit" bestellen

Marsimoto - Zu zweit allein (Review)

Nachdem Marsimoto aka Marteria von so ziemlich jedem Fachjournalisten und Kollegen zwischen Flensburg und Konstanz mit wohlwollenden Worten bedacht wurde, liegt nun das über "Four Music" erscheinende Album "Zu zweit allein" vor, welches den mit "Halloziehnation" und "Base Ventura" eingeschlagenen künstlerischen Weg konsequent fortsetzt. Auch wenn der Protagonist auf "Zu zweit allein" inhaltlich den Fokus vom bisherigen Standardthema "Marihuana" weglenkt, erlebt der Konsument bezüglich des marsimotischen Soundkosmos keine bösen Überraschungen und wird konsequent mit herrlich verschobenen und experimentellen Instrumentalen beschallt, die von Dead Rabbit, Kollege Schnürschuh, Flash Gordon, Nobodys Face, Robot Koch, The Krauts und Stalker geschraubt wurden. Inhaltlich übernimmt Marsimoto die Perspektive eines ausgesetzten Hundes ("Ausgesetzt"), erzählt ergreifende Schicksalsgeschichten mit ("LMS (Lidl Miss Sunshine") und ohne ("Tamara" mit Miss Platnum) Happy End und reagiert mit "Mein Dad ist HipHop" auf Aussagen à la "HipHop is dead". Weiter wird der Hörer auf Stücken wie "21 Jump Street" (mit Olli Banjo) und "Insel der Legenden" mit popkulturellen Referenzen überschüttet, dass es eine wahre Freude ist, den Ausführungen zuzuhören. Auf der elekronischen Abreißbirne "Crash dein Sound" hält sich Marsimoto an der Seite von Deichkind nicht mit Schuldzuweisungen an die Konkurrenz zurück und mit "Keine isst (XXL Version)" wird eines der Highlights von "Base Ventura" gekonnt recycled. Außerdem seien Ihnen die Tracks "Reich und hässlich" und "Beste" (mit sido) als Anspieltipps ans Herz gelegt. Die Qualitäten der ersten offiziellen Single "Stage Divin'" und der versteckten Straßen-Single "Todesliste" wurden bereits an anderer Stelle ausreichend gewürdigt. So gelingt es Marsimoto auch auf dem vorliegenden Langspieler ("Zu zweit allein"), eine selbstständige (Klang-)Welt zu erzeugen, in die sich der aufgeschlossene Hörer immer wieder gerne entführen lassen wird. Immer noch ganz weit draußen. Wertung: 5,5/6 PS: Hören Sie Highlights von "Zu zweit allein" bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream! "Zu zweit allein" bestellen

Poesiealbum: Ali A$

Als zweiter Künstler trägt sich der bei Deluxe Records gezeichnete Münchner Ali A$ in mein Poesiealbum ein. Nach ausgiebiger Vorbereitung in Form mehrerer Vorab-Mixtapes läuft der Countdown zur "Bombe" am 24.10.2008 ab. Bombenkaufkommandos werden darum gebeten, sich in einschlägigen Plattenläden einzufinden. Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv? Seit 1999. Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben? Semi B: Deine Freundin ist ne Partyhoe, Sie fängt Pilze ein wie Super Mario Mit welchem Ihrer Tracks/Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden? Mit meinen Beitrag auf "Für eine Handvoll Scheisse" von Pretty Mo. Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben? David Hasselhoff Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen? Nichts. "Bombe" bestellen

Poesiealbum: Animus

Verehrte Leserinnen und Leser, mit großer Freude stelle ich Ihnen an dieser Stelle die neue Rubrik "Poesiealbum" vor, in welcher sich Künstler in regelmäßigen Abständen fünf gefürchteten Fragen stellen werden. Als erster Künstler hat sich der Heidelberger Animus meinen Fragen gestellt. Animus dürfte einigen von Ihnen durch seine beiden "Der Kugel Schreiber"-Mixtapes oder das kostenlose "Die Ruhe vor dem Sturm" bekannt sein. "Der Kugel Schreiber 3" ist bereits in der Mache. Bleiben Sie eingestellt! Seit wann sind Sie am Mikrophon aktiv? Seit Ende 2000. Welche Punchline eines Kollegen hätten Sie gerne selbst geschrieben? Snaga : Guck wie ich dich Bastard durch die Straßen jag/ bis du nicht mehr weißt zu wem du gehen sollst, so als wär grad Vatertag! Mit welchem Ihrer Tracks/Gastbeiträgen sind Sie aus heutiger Sicht am wenigsten zufrieden? Feuer Über Deutschland Was ist die peinlichste Platte, die Sie sich jemals gekauft haben? Schlumpfen CDs, Alles Banane & Techno ist cool Was motiviert Sie angesichts der momentanen Marktsituation, Ihre Rapkarriere fortzusetzen? Ich habe angefangen als es um Musik und nicht um Geld ging, also wird der Faktor Geld mich auch nicht davon abhalten weiter Musik zu machen. "Der Kugel Schreiber 2" bestellen

Blaze - Lass ihn raushängen (Video)

Meine Damen und Herren, Sie sehen nun - laut Eigenaussage des Künstlers - das spontanste Video der Musikgeschichte. So spontan, dass bei der Aufnahme nicht einmal Musik am Start war. Immerhin hat jemand an die Kameras und posenden Heimies gedacht. Nun möchte ich Sie durch meine Ausführungen nicht weiter vom Genuss des passablen Videos zu "Lass ihn raushängen" des "Echten Musikers" Blaze abhalten. Fahren Sie ab, den Scheiß! "Schocktherapie" bestellen

Herr Merkt hilft: "Limited Editions"

Ursprünglich waren "Limited Editions" kein Werkzeug, um den treuen Anhängern das hart erschubste Geld in drei verschiedenen Versionen aus den Gummibändern zu ziehen, sondern etwas besonderes. "Limited Editions" waren selten und verstaubten nicht in den Regalen einschlägiger Tonträgerfachverkäufer. In den letzten Wochen gewann der Begiff der "Limited Edition" wieder etwas von seiner ursprünglichen Bedeutung, indem mit den "Premium Limited Editions" von Bushidos "Heavy Metal Payback" und Kool Savas' "John Bello Story II" gleich zwei limitierte Ausgaben eines entsprechenden Albums binnen kürzester Zeit größtenteils vergriffen waren und somit deutlich an ideellem und materiellem Wert gewannen. Entsprechend Ihrem großen Vorbild zeigten sich die Bushido-Fans geschäftstüchtiger, so dass das Box-Set schon am Veröffentlichungstag eine mehr als 100%-ige Wertsteigerung erfuhr, während die Anhänger Savas' mit einer Preissteigerung von knapp 50% gemäßigter waren. Wenn man nun wieder davon Abstand nimmt, Alben in mindestens drei verschiedenen Versionen zu veröffentlichen, sind wir bezüglich der "Limited Editions" auf einem guten Weg. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!

Kool Savas - John Bello Story II (Review)

Mit der "John Bello Story II" beendet Kool Savas die Ära seines Labels Optik Records. Als abschließende Veröffentlichung wurde nicht weniger als ein Meisterwerk der Deutschrap-Battle-Kunst angekündigt. Eben jene Erwartungen, die sich auch bei der reviewenden Zunft aufbauten, gilt es nun mit dem vorliegenden Tonträger nicht zu enttäuschen. Eine schwierige Aufgabe, die (ACHTUNG SPOILER) nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt wird. Während Savas im einleitenden "Bagger" mit sensationellem Einstieg und ansprechendem Flow zu gefallen weiß, animieren Sizzlacs "Haus/Maus-Reime auf Englisch" umgehend den Skip-Finger. Ein Phänomen, welches sich durch die gesamte, knapp 82-minütige Spielzeit zieht, wodurch ca. 30% des Albums nicht uneingeschränkt genießbar sind. Immerhin kann sich Sizzlac mit seinem Gesangs-Alter-Ego Moe Mitchell rehabilitieren und bringt zusammen mit Amaris auf dem sensationellen "Krone" den Kehrvers um. Weiter möchte ich Ihnen den Track "Feuer" mit Ercandize, Caput, Amar und Mottaman, das sehr eingängige "Nur ein Skit", "Letzeee Gooo (L.A.A.S.A.V.A.S.)" mit Laas Unltd. und den "Beweis 2 (Mammut Remix)" mit sage und schreibe 17 Gästen (u.a. Favorite, Maeckes & Plan B, Olli Banjo, Germany, Kaas, Laas Unltd., Ercandize und Franky Kubrick) ans Herz legen. Besitzer der Premium Edition kommen zusätzlich in den Genuss der großartigen Tracks "Sondern Hundert" mit Maeckes & Plan B und "Voldemort" mit Laas Unltd. und Ercandize. Inhaltliche Substanz wird der Hörer auf Optiks letzter Veröffentlichung vergeblich suchen, allerdings dürfte diese auch von den wenigsten potentiellen Käufern erwartet worden sein. Umso stärker fällt dann natürlich ein reimtechnischer Totalausfall wie Sizzlac ins Gewicht, der an der Seite seiner Labelkollegen Franky Kubrick, Ercandize, Amar, Caput und Kaas förmlich untergeht und auch gegen externe Gäste wie Olli Banjo, Maeckes & Plan B, Favorite und Laas Unltd. kein Land sieht, die allesamt ordentliche bis hervorragende Beiträge abliefern. Auch beattechnisch kann man den ausführenden Produzenten Melbeatz, Sti, Peerless, Sir Jai, Strike Beatz, Ronald Mack Donald, Mad Skill, Ryo Roesch, Amargeddon, Stiffla, Jopez und Riptor keine Vorwürfe machen, da das musikalische Grundgerüst für die Verbalinjurien der rappenden Protagonisten stets stimmig ist. Abschließend lässt sich sagen, dass es sich bei der "John Bello Story II" um eine ordentliche Veröffentlichung handelt, die jedoch die im Vorfeld geschürten Erwartungen nicht erfüllen kann. R.I.P. Optik Records Wertung: 4,5/6 PS: Hören Sie Highlights des Albums bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream! "John Bello Story II (Premium)" bestellen "John Bello Story II (Deluxe Ltd)" bestellen

Semi B läutet die "Machocalypse" ein!

Zwei Tage bevor sein Münchner Kollege Ali A$ seine lang erwartete Free-EP "Wer am 17.10. released ist doof" wirft, legt Semi B mit der "Machocalypse" vor und kommt dabei mit Gastbeiträgen vom gesamten "Neuen Süden" um die Ecke. Der Professionalität wegen gibt es natürlich auch ein Promo-Video: Interessenten können sich die EP hier herunterladen! "Der Neue Süden - Xklusiv Teil 2" bestellen

Herr Merkt empfiehlt: laut.fm/soulfunksticated

Verehrte Leserinnen und Leser, da ausschließliche Werbung für die eigene Radiostation auf lange Sicht stark egoistisch wirkt, werde ich Ihnen in losen Abständen laut.fm-Radiostationen vorstellen, die ich für hörenswert befinde und die ich Ihnen zur Erweiterung Ihres musikalischen Horizonts ans Herz legen möchten. Als ersten Sender möchte ich Ihnen "Soulfunksticated" empfehlen, der Sie zurück zu den Wurzeln des HipHop führt und mit Rare Grooves, Funk, Soul und Jazz einen angenehmen Genre-Mix auffährt. Überzeugen Sie sich selbst!

Michael Mic - Farbfilm (Review)

Mit "Farbfilm" legt der Produzent und Rapper Michael Mic dieser Tage sein bereits drittes Album über das Berliner Label "Big Bud" vor. Während auf der Produktionsseite alles in eigenen Händen behalten wurde, wird Michael Mic durch Vokalbeiträge von Harris, Plaetter Pi, Millionadis Adi, Sha-Karl, Roberto Estilos, Blood Spencore und Queen Mareen unterstützt. Auf durchgängig hochklassigen und auf Tanzbarkeit getrimmten Instrumentals, die in ihren besten Momenten an den omnipräsenten Timbaland erinnern, wird im einleitenden "Intro" und in "Okay" zunächst einmal der eigenen Überlegenheit und Großartigkeit gehuldigt, bevor mit "Hände, Hintern, Kopf" an der Seite des positiv in Erscheinung tretenden Roberto Estilos einer der größeren Club-Hits der vergangenen Spielzeit aus den Boxen tropft. Eben jener Roberto Estilos weiß auch auf dem offensichtlich von Timbaland inspirierten "Zauberstaub" an der Seite des Protagonisten zu gefallen. Erwartungsgemäß schlagkräftig zeigt sich Millionadis Adi auf dem Representer "Glashaus" und Harris übt sich auf "Schwillauch" in sympathischem Sozialneid. Auch ernstere Themen weiß Michael Mic angemessen zu bearbeiten, so dass das Album im letzten Drittel mit dem gesellschaftskritischen "Deutschönerland", dem fesselnd biographischen "Tiefpunkt" und der Generationsanalyse "Quarterlife Crisis" mit drei weiteren Anspieltipps aufwartet. Alles in Allem weiß "Farbfilm" zu überzeugen. Sowohl Freunde von HipHop deutscher Machart, als auch Freunde timbalandscher Produktionskünste sollten bei dieser Platte mehr als nur ein Ohr riskieren und bei Gefallen zugreifen. Wertung: 4/6 PS: Hören Sie Highlights des Albums bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream! "Farbfilm" bestellen

Bushido - Heavy Metal Payback (Review)

"Ich habe Deutschrap kaputt gemacht" schallt es eröffnend aus den Handy-Lautsprechern der Nation, wenn der interessierte Halb-Kriminelle sich dieser Tage das neue Bushido-Album aus illegalen Quellen auf das neueste "Sony Walkman-Handy" geschoben hat. Da es sich hierbei jedoch um keinen Aufsatz über die verheerenden Auswirkungen von Raubkopien auf die Weltwirtschaft handelt, möchte ich von der Rezession zur Rezension überleiten, indem ich die erstgenannte Aussage entschärfe. Sicherlich können die Meinungen über das musikalische Gesamtwerk des Herrn Anis Ferchichi auseinander gehen, allerdings komme ich nicht umhin, im Vergleich zum schwachen "7" eine deutliche Leistungssteigerung zu attestieren, auch wenn sich Bushido erneut nicht neu erfindet und mit wenigen Ausnahmen bereits andersweitig behandelte Themen neu interpretiert. So abwechslungsreich scheint das Ghetto dann doch nicht zu sein. Als Anspieltipps sind das intelligent betitelte "Paragraph 117", bei dem Bushido auf einem gewohnt gut produzierten Beatlefield-Beat ordentlich Alarm macht, das bewegende "Flug LH3516" , die "Aggro Berlin"-Abbrechnung "4, 3, 2, 1 (Vielen Dank Aggro Berlin)" und das bereits dritte Cassandra Steen-Duett "Bonnie und Clyde" zu nennen. Das wahre Highlight des Albums stellt jedoch das zusammen mit Karel Gott eingespielte "Für immer jung" dar, auf dem Bushido inhaltlich zu Höchstform aufläuft und eine wahrhafte Gänsehaut-Nummer auf die Beine stellt. Leider werden die soeben genannten Nummern durch etliche unnötige Seitenhiebe überschattet, die ein wahrer Superstar nicht nötig haben sollte. So erinnert "Kennst du die Stars" mit Oliver Pocher vielmehr an einen hungrigen Newcomer, der in C-Promi-Rundumschlägen ein probates Mittel sieht, um sich ins Gespräch zu bringen. Auch über die unsägliche Single "Ching Ching" müssen keine weiteren Worte mehr verloren werden und "Heavy Metal" mit Kay One wäre wohl besser für immer in den Giftschrank gewandert. So bleibt trotz deutlicher Verbesserung zum Vorgänger ein bitterer Beigeschmack. Bushido-Fans werden das Album auf jeden Fall feiern, gerne auch im Knast. Denn auch dort schallt "Heavy Metal Payback" aus den Lautsprechern des "Sony Walkman-Handy". Wenigstens bleibt das Geld in der Familie. Wertung: 3,5/6 "Heavy Metal Payback" bestellen

B-Tight - Sie will mich (Video)

Als Vorbote zu seinem am 31.10.2008 erscheinenden Album "Goldständer" schickt der Aggro Berliner B-Tight das Video zu "Sie will mich" ins Rennen. Wahrscheinlich ermutigt durch sidos Crossover-Erfolg mit "Carmen" schielt auch "Sie will mich" auf die Tanzflächen der Nation. Für mich ein Track, der weitere Hördurchgänge benötigt, um ihn entweder als Hit zu feiern oder als Müll abzustrafen. Das Video ist zumindest visuell ansprechend. "Goldständer" vorbestellen

Beks - Anne Will (Video)

Nach dem von der "Kennenlernrunde Vol. 4" bekannten "Pock Pock Bwa" legt Beks nun in Form von "Anne Will" mit einem zweiten Track aus dem Album "pop|rap" nach, um die verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen. Dieses Mal sogar mit "Low Budget"-Video. "pop|rap" bestellen

Architekt - Klatsche (Review)

Drei Jahre nach seinem Debüt-Album "Richtfest" legt der in Bielefeld geborene Wahl-Hamburger Architekt nun an der Seite von DJ Johnson mit dem Mixtape "Klatsche" nach. Gemäß dem Titel geht es auf dem 20 Anspielstationen umfassenden Werk dann auch hauptsächlich darum, die eigene Ausnahmestellung und die Inferiorität der fiktiven Konkurrenz im hiesigen Rap-Spiel herauszuarbeiten. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen in diese Schlagrichtung weiß Architekt jedoch mit tatsächlichen Fertigkeiten und nicht lediglich mit der Größe der Entourage und Länge des eigenen Vorstrafenregisters zu überzeugen und wirft somit tatsächlich valide Argumente für seine aufgestellten Hypothesen in die Waagschale. Auch bei der Auswahl von Gästen wie Patrick mit Absicht, Morlockk Dilemma, Casper, Timi Hendrix, Umse, Lord Scan und Later beweist Architekt ein gutes Händchen und außerordentlich guten Geschmack. Das durchgängig hohe Niveau der Veröffentlichung gipfelt in Nummern wie "Hartes Brett" (mit Atze M! und Beneluxus), "Flavour" (mit Umse), "Randale" (mit Casper und Timi Hendrix) und "Übel" (mit Morlockk Dilemma und Rasputin), aber auch in eher nachdenklichen Stücken wie "Miss Ungewiss" mit herrlich souligem Vokal-Schnipsel und dem wunderbaren, wenn auch zu kurzen "Brot und Miete", in dem ein glänzend aufgelegter Architekt die tägliche Schubserei eines Untergrund-Rappers beschreibt, bevor mit "Untergrund" an der Seite von Lord Scan ein letztes Highlight des Mixtapes folgt. Angesichts der obigen Ausführungen dürfte es Sie kaum überraschen, dass ich Ihnen für die vorliegende Veröffentlichung eine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausspreche und mit der Hoffnung verbleibe, dass wir noch sehr viel von diesem talentierten Rapper hören mögen. Wertung: 4,5/6 "Klatsche" bestellen PS: Hören Sie Highlights des Mixtapes bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream. PPS: Untenschlossene laden sich hier völlig legal die Teaser-EP "Gemetzeltes" an der Seite von Rasputin herunter.

Finger weg: King Zaza - Mein Rap ist Hi-Tec (Video)

Verehrte Leserinnen und Leser, das nun folgende Video von King Zaza, der früher Abusex hieß und sein Album "Multikriminell" nennt, wirft Fragen auf: 1.) Ist man im Knast wirklich derart isoliert und von der Außenwelt abgeschnitten, dass man sich nach zweijährigem Aufenthalt automatisch für den besten Rapper hält? 2.) War vor zwei Jahren die Qualität im deutschen Sprechgesang wirklich so niedrig? 3.) Hat Massiv einen Halbbruder? 4.) Welches Label investiert in derart harten Zeiten für Musikschaffende Geld in solch einen Raplegastheniker? 5.) Hätte dieses Label Interesse an einem "Herr Merkt"-Album?
Geld verschwenden

LaCa - H.A. LaCa (Remix) (Video)

Verehrte Leserinnen und Leser, wie bereits angekündigt, hat LaCa ein Video zum Electro-Brett und "Kennenlernrunde Vol. 4"-Exclusive "H.A. LaCa (Remix)" gedreht. Nachdem der Trailer bereits vielversprechend war, gibt es nun das Video in voller Länge zu bewundern. "Kennenlernrunde Vol.4" downloaden

Kodimey - Mein Deutschland pt. 2 (Video)

Nachdem man mit den Orsons einen kleinen Abstecher in den Schweinestall machte, widmet sich das sympathische Stuttgarter Independent-Label Chimperator nun wieder namensgerecht den Affen. So wird Kodimey am 24.10.2008 sein zweites Album "Gorilla" werfen. Pünktlich zum "Tag der deutschen Einheit" gibt es das 2008-Update zum Track "Mein Deutschland". Reinhören lohnt sich! "Gorilla" vorbestellen