Frank "Fler" White & Godsilla - Südberlin Maskulin (Review)

Wenn man sein Album sowohl als offiziellen Nachfolger von "Carlo Cokxxx Nutten", als auch als Referenz an die legendären Westberlin Maskulin versteht, dann spricht dies entweder für ausufernde Größenideen oder für das gerechtfertigte Bewusstsein, soeben ein neues Subgenre-Referenzwerk produziert zu haben. Schon mit dem "Low Budget"-Video zu "Wenn der Beat nicht mehr läuft" und der Ansage "Ich bin ein Rapper" wurden erste Hinweise darauf gestreut, dass im Falle des vorliegenden Albums zweiteres der Fall sein muss. Die hohen Erwartungen, die durch die beiden Vorab-Videos geschürt wurden, können natürlich nicht über die gesamte Spielzeit von jeder Anspielstation gehalten werden, jedoch liefern Frank "Fler" White und Godsilla in den knapp 80 Minuten einige Tracks ab, denen ein langer Verbleib auf den einschlägigen iPods dieser Nation beschert sein wird. Da wären zum Beispiel das selbstkritische "Zu oft", "Maskulin Maskulin" mit einem großartig aufgelegten Bass Sultan Hengzt, "Alqaida auf Deutsch" und "Seit MTV", welches für mich mit seiner eingängigen Hook das Highlight der Platte darstellt. Die Tatsache, dass die Produktion alleine in die Hände von Djorkaeff gelegt wurde, tut diesem Album sehr gut, da dadurch ein düsteres Gesamtbild entsteht, welches von Kunstbanausen als Langeweile fehlinterpretiert werden könnte. Eingeweihten bietet eben diese Grundstimmung jedoch die perfekte Grundlage für das Eintauchen in Materie, so dass dieses Album den aufmerksamen Hörer gefangen nimmt und nicht mehr los lässt. Unterstützt durch Künstler wie sido, Bass Sultan Hengzt, Sera Finale, Frauenarzt, Orgi69 und das dritte (in)offizielle Mitglied Reason heben Frank "Fler" White und Godsilla deutschen Straßenrap auf ein neues Level. Und mit "Ich bin ein Rapper" wurde sogar an die Backpacker gedacht. Ich bin ein Ventilator! Wertung: 5/6 PS: Hören Sie drei Highlights auch bei "Herr Merkt Radio" im Web- oder Winamp-Stream.

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