Maeckes & Celina - Kunst über Vernunft (Review)

Bereits mit den ersten Hörproben in Form von "Schade, Arschloch" dürfte sich jedem halbwegs intelligenzbegabten HipHop-Kopf zwischen Wanne-Eickel und Lörrach erschlossen haben, dass das nun vorliegende Werk "Kunst über Vernunft" von Maeckes & Celina nicht in regulären HipHop-Maßstäben zu bemessen sein wird. Vielmehr liefern die beiden Künstler eine Momentaufnahme des schmerzvollen Scheiterns einer privaten Liebesbeziehung ab, wodurch das Album zu einer sehr persönlichen Angelegenheit wird. Anstatt HipHop-üblich den harten Kerl zu markieren, zeigt sich Maeckes von seiner verletzlichen Seite, wodurch er mehr Mut beweist als geschätzte 90% der deutschen HipHop-Szene. Auch die mit nur einer Ausnahme allesamt von Maeckes selbst produzierten Instrumentierungen haben wenig bis gar nichts mit dem allgemeinen HipHop-Kanon zu tun. Vielmehr rufen die pianolastigen Melodien mentale Bilder von Adorno-lesenden älteren Herren hervor, die Rotwein schlürfend ihre Eigentumswohnung beschallen. Auch wenn sich "Kunst über Vernunft" so gar nicht in die Reihe deutscher HipHop-Produktionen einreihen möchte, sei dieses Album jedem interessierten HipHop-Kopf ans Herz gelegt. Auch Sie werden altern und ruhigere Töne zu schätzen wissen. Einzelne Tracks hervorzuheben würde diesem Gesamtkunstwerk nicht gerecht werden, weshalb ich davon bewusst Abstand nehme. Wenn es sich so anhört, wenn Kunst über Vernunft siegt, dann sollten wir alle viel weniger denken. Wertung: 4/6 Und nicht das sich hier wieder jemand beschwert: Marlon lieferte die einzige Fremdproduktion.

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