Franky Kubrick - Dramaking (Tagebuch eines Träumers) (Review)

Mit "Rücken zur Wand" erschuf Franky Kubrick bereits mit seinem Debutalbum einen verschlafenen Klassiker, an dem er sich mit "Dramaking" zu messen hat. Nachdem auf dem Optik-Einstands-Mixtape "Mein Moneyfest" größtenteils eine Abkehr von persönlichen Themen hin zu Rap-Rap und Bling-Rap zu verbuchen war, kehrt Franky Kubrick auf dem nun vorliegenden Werk eindrucksvoll zu seinen Wurzeln zurück und besticht mit großartigen Konzepten. Inhaltlich herausragend ist dabei sicherlich die Video-Single "Press rewind", auf der Franky Kubrick die Geschichte eines Banküberfalls "Memento-mäßig" rückwärts erzählt ohne den intelligenzbegabten Hörer dabei abzuschütteln. Auch die Beschreibung der Reise einer Melodie um die Welt ("Meine Melodie") weiß zu überzeugen und frisst sich als Ohrwurm im Gehörgang fest. "Keiner weiß" thematisiert die bedrückende Geschichte eines türkischen Mädchens, das sich aufgrund von aufeinanderprallenden Wertorientierungen von seiner Familie ablösen muss. Dabei schafft er es, nicht Partei zu ergreifen, wodurch der unangenehme Zeigefinger-Effekt ausbleibt. Auch die allseits bekannte Anti-Gewalt-Nummer "Was sie hörn wollen" zählt unbestritten zu den absoluten Höhepunkten der Veröffentlichung. Weiterhin überzeugen die Nummern für seinen Sohn ("Im Herz" mit Xavier Naidoo), der autobiographische Titeltrack "Dramaking" (mit Moe Mitchell) und das grandiose "Unsterblich", welches das Album offiziell abschließt. Neben den vielen Thementracks wird auf "Nie wieder weg" mit durchschnittlichem Olli Banjo-Beitrag ordentlich auf den Kot gehauen und auf "Strassenhit" die Brücke zur Strasse geschlagen, die in letzter Zeit die Kassen einiger weit weniger begabten Kollegen zu füllen vermochte. Somit gestaltet sich das Album inhaltlich sehr abwechslungsreich. Eine Eigenschaft, die der musikalischen Untermalung durch Beatbauer wie m3 & Noyd, Lex Barkey, Crada, Sancho, LuBeatz, Shuko & Unik, Djorkaeff, Bugi und den Beatgees nur bedingt attestiert werden kann. So klingen die Beats größtenteils unspektakulär und hinterlassen im Gegensatz zu der Poesie des Franky Kubrick kaum Gedächtnisspuren, obwohl sie aus handwerklicher Perspektive sicherlich einwandfrei sind. Das größte Ärgernis der Platte ist und bleibt jedoch das völlig überflüssige "Was Mann braucht" mit einem neben sich stehenden Jonesmann und einer ohrenscheinlich talentfreien Nanalee Väonger. Männer brauchen sicherlich einiges, jedoch auf keinen Fall diesen Track. Trotz dieser letztgenannten Schwächen handelt es sich bei "Dramaking" um ein ordentliches Album, welches vor allem von den lyrischen Stärken des Franky Kubrick lebt und somit an "Rücken zur Wand" anschließen kann. Diesmal bitte nicht verschlafen! Danke. Wertung: 4,5/6

Kommentare:

  1. wo ist das forum????????

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  2. Ich habe es mir anders überlegt und das Forum wieder deaktiviert.

    Sämtliche weitere Anfragen bezüglich des Forums werden gelöscht, vor allem dann, wenn sie von einer anonymen Person verfasst wurden.

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  3. Hallo,

    ich lese desöfteren Ihre Reviews Herr Merkt, und finde sie bis auf einige wenige immer wieder schön zu lesen. Auch diesmal haben Sie wieder ein grandioses Review geschrieben. Danke für dieses Review, und schade das Ihr Blog gegen Ende des Monates offline geht. 10/10

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  4. Ich darf Sie beruhigen und darauf hinweisen, dass der Blog nicht offline gehen wird und es sich bei der Meldung um einen Aprilscherz handelte.

    Viele Grüße
    Herr Merkt

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  5. Allein nur für UNSTERBLICH hat sich der Kauf des Albums gelohnt.
    Sonst stimme ich in allen Punkten mit Hewrrn Merk überein.
    Den Song mit Jonesman braucht kein Mensch!

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  6. Allein nur für UNSTERBLICH hat sich der DOWNLOAD des Albums gelohnt.
    :-))))))



    Jetzt werde ich es mir morgen doch Kaufen.



    Wer hat eigentlich Unsterlich produziert?

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  7. Franky Kubrick -Unsterblich
    Text:
    Franky Kubrick

    Musik:
    BUGI (Gambit-Entertainment)

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  8. Schöne Review Herr Merkt :)
    Stimme mit Ihnen fast überein, wobei mir die Beats im Gegensatz zu Ihnen gefallen. Und "Was Mann brauch" ist in meinen Augen auch ein ordentlicher Track geworden.

    Marvlife (R4F) ;)

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  9. Wenn schon der Blog offline gehen soll - wo ist denn wenigstens das Forum :-( ??

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