Herr Merkt TV: Special Edition III

Verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, nach mehr als einer Woche des Schweigens, ist es wieder an der Zeit, Sie mit neuem Material zu versorgen. Dies soll in diesem Falle durch eine neue Ausgabe von "Herr Merkt TV: Special Edition" geschehen, in der ich mich dem HipHop französischer Machart verschreiben werde. Lange Zeit wurde dem französischen HipHop einen gewaltigen Vorsprung gegenüber der deutschen HipHop-Szene attestiert. Als sich in den deutschen Massenmedien noch Gestalten wie der Wolf und Cappucchino tummelten, war HipHop in Frankreich schon längst auf einer Entwicklungsstufe angekommen, die den amerikanischen Standards sehr nahe kam. Mit die ersten Protagonisten der französischen HipHop-Szene waren Suprême NTM aka NTM (Nique ta mère; übersetzt: Schlaf mit deiner Mutter!), die vor allem mit ihrem politischen Track "Police" für Skandale sorgten und von der Bühne weg verhaftet wurden. Da ich mit diesem Blog großen Wert auf Familientauglichkeit lege, werde ich jedoch "J'appuie sur la gachete" spielen. Der zweite große Name, der das französische Rapspiel der neunziger Jahre entscheidend mitprägte ist Iam. Die Gruppe aus Marseille überzeugt mit ihrem Debüt-Album "L'école du micro d'argent" die HipHop-Köpfe weltweit. Einen gewichtigen Anteil daran dürfte die großartig ausgewählte Single "La saga" gehabt haben. Jedoch konnte mich "Petit frère" noch mehr überzeugen, so dass ich Ihnen nun dieses Video über das schwierige Erwachsenwerden in französischen Vororten präsentiere. Natürlich dürfen auch in der französischen HipHop-Szene die klassichen Representer-Tracks nicht fehlen, über deren Austauschbarkeit sich der ein oder andere HipHop-Fan nut allzu gerne aufhängt, nicht fehlen. Ein Paradebeispiel für solch einen Track ist das großartige "Je t'emmerde" von Arsenik und deren Album "Quelque chose a survecu". Eine der hervorragendsten Gruppen, die das französische Rapspiel an das Tageslicht spielten waren ohne Zweifel Assassin. Überzeugen Sie sich gerne selbst mit dem Titeltrack des Albums "Touche d'espoir". Fahren Sie ab den Scheiß! Ein weiterer herausragender Künstler ist Passi, dessen Track "Emeutes" mich noch heute begeistert. Ein großartiges Video. "Spieglein, Spieglein" mal ganz anders. Der Künstler Rohff überzeugt durch einen unglaublichen Flow und mit eingängiger Stimme. Ob ihm der Spiegel die Wahrheit offenbaren konnte bleibt offen. Klar ist nur, dass "Miroir miroir" ein Meisterwerk des Genres ist. Booba wird zurzeit zurecht als größter Rapstar unseres Nachbarlandes gefeiert. Mit seinem Stil bildet er die Blaupause für die Karrieren von Künstlern wie Bushido. Mit "Repose en paix" trug er noch vor Nas den HipHop - wenn auch lokal beschränkt- zu Grabe. Snipers Tunisiano ist mit einem Soloalbum am Start. Der Track "Equivoque" kann überzeugen. Auf Feuer! Der Umstand, Sohn eines Polizisten zu sein, scheint auf den ersten Blick die Stellung im französischen Rapspiel stark zu schwächen. Allen widrigen Umständen zum Trotz kann James Deano mit "Le fils du commissaire" und gleichnamigem Video überzeugen. Einen sehr atmosphärischen Track schenkt uns Kery James als Vorbote zu seinem neuen Album "A l'ombre du show business". "Banlieuisards" überzeugt mit großartigem Musikvideo. Oxmo Puccino scheint einer der Lieblinge der Rezensenten unseres Nachbarlandes zu sein. "L'enfant seul" bietet einen guten Einstieg in die Ursachenforschung. 113 rockten den Scheiß schon lange vor Kanye West mit Daft Punks Thomas Bangalter. Großartiger Track. "113 fout la merde"! Auch in Frankreich scheint das HipHop-Spiel vom männlichen Geschlecht dominiert zu sein. Nur Diam's konnte bis dato das männerdominierte Genre aufbrechen. Dies ist allemal eine Erwähnung und die Präsentation des Videos zu "La boulette" wert. Lord Kossity verfügt über eine imposante Stimme, die er meist geschickt über wummernde Beats legt. Auf Oh no" erhält er Unterstützung von NTMs Kool Shen. Die Psy4 de la Rime dürften sich über die Landesgrenzen hinaus nicht allzu großer Bekanntheit erfreuen. Um im Sinne der Globalisierung Landesgrenzen aufzubrechen, präsentiere ich Ihnen den großartigen Track "La vengeance aux deux visages". "So weit weg von dir". Der folgende Track von Pit Baccaradi ist besser als der übersetzte Titel verspricht. "Si loin de toi". Alle Jahre wieder wird die Saian Supa Crew als einer der heißesten Live-Acts Europas gefeiert. Aus der Konserve ist die Band zwar weit weniger spektakulär, jedoch immer noch besser als der farblose Durchschnitt. Ich habe es Ihnen gesagt! "Halla halla" war szeneintern sicherlich einer der größten Hits des vergangenen Jahres. Damit Soprano nun auch in Deutschland wahrgenommen wird, präsentiere ich Ihnen zum Abschluss mit Stolz das zugehörige Video. Somit komme ich auch schon wieder zum Ende dieser Sonderausgabe von "Herr Merkt TV". Bleiben Sie mir treu! Herzlichst, Herr Merkt

Herr Merkt TV #8

Verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, ich möchte Sie recht herzlich zu einer neuen Ausgabe von "Herr Merkt TV" willkommen heißen. Ich bin guter Hoffnung, dass Sie auch dieses Mal einen großartigen Gegenwert für Ihre investierte Zeit erhalten. Genug der einleitenden Worte, beginnen wir mit dem ersten Video. Den Anfang dieser Ausgabe machen der überaus talentierte Morlockk Dilemma und sein Kollege Mike Fiction, die wertneutral über Geschehnisse auf unserem Planeten berichten. Auf den Geschmack Gekommenen sei das großartige Album "Omnipotenz in D-Moll" ans Herz gelegt. "Sparring III" ist unterwegs! Zur Erinnerung präsentiere ich Ihnen den allseits bekannten "Touch it"-Remix mit Franky Kubrick. Großartig! Caputs neues Album "Caputalismus" ist nicht gerade eine Offenbarung für anspruchsvolle HipHop-Fans. Weniger farblos ist der Titeltrack zum gefeierten Untergrund-Film "Kingz". "Ein simpler Plan". Mit "Es kann nur einer befehlen" hat es Swiss zwar nicht ganz in die deutschen Album-Charts geschafft, dafür schafft es das gleichnamige Video auf meinen Blog. Ein wahrlich gleichwertiger Ersatz. Dieser Sprachtot hat schon ein gewaltiges Organ. Zumindest stimmlich gesehen. Überzeugen Sie sich selbst mit "Gottes blutiger Pfad/Aufrechter Gang". Spricht man von Megaloh, so spricht man von einem kompletten Rapper. Stimme, Flow, Talent, Charisma. "Mein Geschäft" brennt auch nach Monaten noch wie an Tag 1. Dynamite Deluxe kooperieren wieder mit Jan Delay. Eine nach wie vor gerne gesehene Kollabo. "Alles bleibt anders". Wenn man an Dynamite Deluxe und Jan Delay denkt, dann denkt man bis heute unweigerlich an die großartige Kollabo "Grüne Brille". Da sich Samy inhaltlich von dieser Hymne zu distanzieren scheint, liegt es an Marsimoto, den Geist dieser Nummer weiterzutragen. Herr Merkt möchte diesem Ansinnen nicht im Wege stehen. Fahren Sie ab den Scheiß! Selfmade Records haben weit mehr zu bieten als Kollegah. Das beste Beispiel hierfür ist das neue Video "Anarcho Rap" von Favorite. Unbedingt ernstzunehmen. Maeckes & Plan B haben definitv zu wenige Videos. Um den Hype am Leben zu erhalten und meine tiefste Bewunderung auszudrücken, greife ich gerne auf "White trash" zurück. Als wären sie Freunde. Bei 9th Wonder und Buckshot stimmt einfach die Chemie. Da dies offensichtlich auch die Protagonisten erkannt haben, behielten sie die Formel bei und stellen demnächst ein neues Album in die Läden. Bis dahin lege ich Ihnen das Video zu "Go all out" ans Herz. Nur noch wenige Nächte schlafen und die HipHop-Köpfe können sich das oft verschobene Album "The show" der Supergruppe EMC auf völlig legalem Wege in die Plattensammlung stellen. Nach "What it stands for" ist mit "Four brothers" nun auch das zweite Video abgedreht und wartet auf Ihre Begutachtung. Wo wir gerade am "es echt halten" sind, werde ich den klassischen Schnitt dieser Ausgabe der Hamburger Formation Fettes Brot widmen, die dieser Tage mit "Strom und Drang" auf den Markt drängt. "Silberfische in meinem Bett". Kehlkopf Records sind im Haus. So drehten Baggefudda und Mädness ein Kopf-zu-Kopf-Video für die beiden inhaltlich ähnlichen Tracks "Hamma Schoppe" und "Konterschoppe". Vor allem Mädness ist unbedingt empfehlenswert. Alex Hope muss es schaffen! Zumindest laut Eigenaussage. Also "Was?" Kann man machen. Ob freiwillig oder nicht. Der folgende Track bringt mich nun doch schon seit einigen Tagen immer wieder zum Schmunzeln. "Crank dat" Souljah Boy. Ein weiterer heißer Newcomer aus den Vereinigten Staaten von Amerika ist Flo Rida aus "Sie wissen woher". "Low" mit T-Pain war der erste Hit, nun hat er mit "Elevator" inklusive Timbaland-Beat das nächste Geschoss in der Pipeline. Bestellen Sie sich bitte NICHT den Klingelton! Obwohl Lil' Wayne in letzter Zeit kaum aus dem Spiel namens HipHop wegzudenken ist, lässt das Album weiterhin auf sich warten. Mit "Lollipop" gibt es nun zumindest den ersten offiziellen Vorgeschmack auf "The carter III". Unter uns: Ich mag den nicht! Nachdem seine letzten Alben aufgrund von schlechter Promotion seitens der Plattenfirma eher untergingen, ist Chingy nun zurück bei Ludacris DTP, um mit "Hate it or love it" die Charts zu stürmen. Unterstützt von der großartigen Amerie schoss er hierfür ein Video zu "Fly like me"! Schrei zurück! Timothy Mosley tanzt auf vielen Hochzeiten. Nichtsdestotrotz findet er die Zeit, um mit "Scream" die nächste Auskopplung aus "Shock value" zu lancieren. Mit PCD's eigener Nicole Scherzinger und Keri Hilson. Nach dem Ausflug in die Clubs ziehen wir nun aus Respekt vor jenen, deren Leben an HipHop hängt, die Rucksäcke wieder an. Welcher Track wäre hierfür besser geeignet als die neue Single von Edel-Backpacker Lupe Fiasco. "HipHop saved my life". Probleme mit der Promo gab es anscheinend auch bei Azad. Oder wie sonst kann man sich die maue Chartplatzierung von "Blockschrift" erklären? Charts hin, Charts her; mit "Alles Lügen" kann Azad wieder punkten. Mit dem neuesten Streich von Gnarls Barkley möchte ich diese Ausgabe von "Herr Merkt TV" schließen. Epileptiker entfernen sich schnellstmöglich aus der Reichweite des Bildschirms. "Run"! Bleiben Sie mir treu!

Fettes Brot - Strom und Drang (Review)

"Rap ist gegen Fettes Brot!" "Fettes Brot sind tot!" Wollen wir in den folgenden Zeilen diese von Kool Savas aufgestellten Hypothesen einer Realitäts-Testung unterziehen. Man muss kein Wahrsager sein, um zu erahnen, dass es die Brote auch auf diesem Album musikalisch nicht im engeren Sinne echt halten. Es wird munter vor sich her gesungen ("Das allererste Mal"), dreist interpoliert ("Schieb es auf die Brote"), die gängige "Ich bin der Beste"-Attitüde durch den Kakao gezogen ("Der beste Rapper Deutschlands ist offensichtlich ich") und so ganz nebenbei mit einem der fiesesten Elektro-Stampfer der aktuellen Spielzeit ("Bettina, zieh dir bitte etwas an") ein Großangriff auf Deutschlands Kindergärten und Grundschulen gestartet. Nach Emanuela ist Bettina bereits der zweite Mädchenname, den die Brote auf Jahre in den Giftschrank verbannen, von dem werdende Eltern bei der Namenswahl besser die Finger lassen. Unbedingt erwähnenswert ist außerdem die Stellungnahme der Brote zum Status Quo der deutschen Rapszene. "Automatikpistole" ist nach mehreren Hördurchgängen ein unglaublicher Trommelfellschmeichler, der sich im Gehörgang festsetzt und diesen nicht mehr verlässt. Von ähnlichem Kaliber sind die Intro-Hymne "Lieber verbrennen als erfrieren" und die unglaubliche Hartz-IV-Nummer "1€ Blues". So können den Broten die eingangs zitierten Vocal-Schnipsel egal sein, da "Strom und Drang" durch eine Unmenge an potentiellen Hit-Singles die Fetten Brote bei der breiten Masse länger im Gespräch halten wird als sämtliche Optik-Releases kumuliert (keine Respektlosigkeit!). Und die breite Masse füllt nun mal den leeren Kühlschrank. Wertung: 4/6

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Banjo boxt wieder!

Die Nachricht macht die Runde, dass Olli Banjo im kommenden April erneut zum "Sparring" einlädt. Für den dritten Teil der beliebten Mixtape-Reihe sind die folgenden Gäste geladen: Kool Savas, Curse, K.I.Z., Samy Deluxe, Tone, Planet Asia, Huss & Hodn, F.R., Caput, Marteria, Maeckes & Plan B, B-Tight, Moe Mitchell, Patrick mit Absicht, Lisi, Gregpipe, Jasmin Shakeri, Manolito Mengele & DJ Flow und Mädness. Mit dieser illustren Gästeliste bleiben kaum noch Wünsche offen. Ich zumindest habe aus Vorfreude Urin in den Augen! Ring frei!

Franky Kubrick - Chronisch Frank: 80 Minutes of Frunk (Review)

Am 18.04.2008 kommt mit "Dramaking" Franky Kubricks lang erwartetes zweites Album in die Läden. Um die Wartezeit zu verkürzen schenkt uns Optik Records mit "Chronisch Frank: 80 Minutes of Frunk" ein kostenloses "Best of"-Mixtape, welches den Vergleich mit kostenpflichtigen Veröffentlichungen in keinster Weise zu scheuen braucht. DJ Beatwarz zeichnet in 80 Minuten einen mehr als überzeugenden Überblick über die Werke des Stuttgarters. Zu frühen Werken von der "Psychisch Frank"-EP gesellen sich der Mega-Sommerhit "Du blutest voll" mit Fetsum, sowie Internet-Exclusives, Feature-Beiträge und Highlights von den beiden Veröffentlichungen "Rücken zur Wand" und "Mein Moneyfest". Dabei wird das breite thematische Spektrum, das Franky Kubrick authentisch bearbeiten kann eindrucksvoll sichtbar. Es gibt nicht viele Künstler, die sowohl Tracks über Marihuana und Tracks für ihren Sohn derart glaubwürdig aneinanderreihen können, nur um kurze Zeit später wieder zum Ladykiller zu mutieren. Unterstützt wird Franky Kubrick dabei u.a. von Kool Savas, Olli Banjo, TimXtreme, Beneluxus, Patrick mit Absicht und den Massiven Tönen, die er als Bindeglied auf einen gemeinsamen Nenner bringen kann. So sei der Download dieses überzeugenden "Best of"-Mixtapes uneingeschränkt empfohlen, um einen Vorgeschmack auf das demnächst erscheinende Album zu bekommen. Wertung: 5/6 Download

DJ Ron & DJ Shusta präsentieren: Sprachtot - Gottes blutiger Pfad (Review)

Sprachtot ist aufgrund seiner mächtigen Stimme sicherlich einer der deutschen Rapper mit dem größten Wiedererkennungswert. So wird der Zuhörer auf dem 21 Track starken Mixtape-Album, welches der Mannheimer dieser Tage über Phlatline warf, regelrecht überrollt. Inhaltlich vermag Sprachtot dem aktuellen Deutschrap-Spektrum zwar keine neue Facette hinzuzufügen, allerdings ist die Umsetzung bekannter Inhalte auf "Gottes blutiger Pfad" aufgrund des eindringlichen Vortrags des Protagonisten mehr als amtlich. So erwartet den Hörer ein Werk, welches sich sehr gut zum Durchhören eignet und auf dem mit "Seht es doch mal so", "Deine Stadt" (mit sensationellem Beitrag von Tefla), "Feuerreich" (großartiger Beat von DJ Shusta) und "Damals" einige der besten Street-Rap-Tracks des bisherigen Jahres beherbergt werden. Auch auf der Produkionsseite, für die größtenteils DJ Shusta, aber auch die Beatgees, Lubeatz, Riff und Boom Klick verantwortlich zeichnen gibt es keine Ausfälle zu verzeichnen, so dass man hier guten Gewissens zugreifen kann, um die Zeit zum lange überfälligen Soloalbum zu überbrücken. Wertung: 4/6

Fler - Warum bist du so (Review)

Mit "Warum bist du so" bläst Fler zum Großangriff auf die deutschen Single-Charts. So liegt nun der stärkste Track des Albums "Fremd im eigenen Land" als Single vor und wartet geduldig auf seine Käufer. Der von den Goofiesmackers produzierte Titeltrack ist sowieso unbeischlafbar und auch der Remix von Djorkaeff kann was. Die zwei Bonus-Tracks "Kopf durch die Wand" und "Meine Gegend" stimmen mich dagegen weniger euphorisch. Es hätte Fler sicherlich weiter gebracht, wenn auf solch einer Single sozialkritischere Töne angeschlagen und nicht auf stumpfe Standard-Representer zurückgegriffen würde. Ich möchte nur an die großmundig angekündigte "Kollabo" mit Berlins regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit erinnern, die wie vom Erdboden verschwunden ist und nach der ich mich immer noch sämtliche Finger (und Zehen) lecke. Wertung: 4/6

Afro Hesse - Mehr als Musik (Review)

Mit "Mehr als Musik" legt Afro Hesse nach "Der verschollene Immigrant" seine zweite Veröffentlichung in Form eines Samplers vor. Den Hörer erwarten Schilderungen über das Leben als Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung ("Street life", "Sans papier" oder "Frage der Ehre"). Nur selten verlässt Afro Hesse auf Tracks wie "Shisha bar", "95 ist zurück" oder "Feel this" diesen inhaltlichen Kanon, so dass das Album auf Dauer inhaltlich austauschbar ist, was das Zuhören auf Dauer enorm erschwert. Auch die Beats bringen nicht den nötigen Druck mit, um den Hörer zu fesseln, so dass das Album dahin plätschert ohne nachhaltige Erinnerungen zu generieren. Gäste wie Eko Fresh, Sentino, Ali A$ und Megaloh sorgen unerwartet für Ernüchterung. Webbafied wirkt mit seinem Solo-Track deplatziert und auch Lunafrow und die Bösen Zungen hat man bereits besser gehört. Was bleibt ist ein seltsames Gefühl, da man dem Künstler Afro Hesse schon alleine aufgrund seiner Biographie wohlgesonnen ist, aber aufgrund der obigen Kritikpunkte keine wirklich gute Bewertung abgeben kann. Wertung: 2/6

Künstler brechen: Marcello

Verehrte Leserinnen und Leser, der neueste Beitrag in der Rubrik "Künstler brechen" kommt von Marcello, der bereits 2003 sein Album "Innercity Kinder" in die Läden stellten. Auf diesem Album war bereits der Track "Resumé" enthalten, der nun mit klassischer Instrumentalisierung in neuem Gewand um die Ecke kommt, um Ihren Ohren zu schmeicheln. Marcello - Resumé (Live Version) Marcello@MySpace Herzlichst Herr Merkt

Herr Merkt hilft: Das Booklet

Verehrte Leserinnen und Leser, in letzter Zeit häufen sich die Fehler auf Front-Covern, Back-Covern und Booklets von szeneintern gefeierten Veröffentlichungen. Exemplarisch möchte ich auf einige dieser Fehler hinweisen, die mir in den letzten Tagen auffielen. Selbstverständlich kann ich mich dabei nur auf Alben beziehen, die ich durch käuflichen Erwerb in meinen Besitz überführte. Daher erhebt diese Liste in keinster Weise Anspruch auf Vollständigkeit. Album: Morlock Dilemma - Omnipotenz in D-Moll Lokalisation des Fehlers: Back-Cover Fehlerbeschreibung: Track 04 "11.09 (Happy Birthday Dilemma)" wird nicht aufgeführt Album: Afro-Hesse - Mehr als Musik Lokalisation des Fehlers: Front-Cover Fehlerbeschreibung: Sprachtot wird als Gast aufgeführt, ist jedoch auf der gesamten Platte nicht zu hören Album: DJ Ron & DJ Shusta präsentieren: Sprachtot - Gottes blutiger Pfad Lokalisation des Fehlers: Back-Cover Fehlerbeschreibung: "04) Wo seit ihr". Da "seit" nicht temporal, sondern die zweite Person, Plural von "sein" ist, muss es mit "d" geschrieben werden. Korrekt wäre: "04) Wo seid ihr". Album: S.Diddy - 21 Gramm Lokalisation des Fehlers: Booklet Fehlerbeschreibung: Ab Track14 schleicht sich ein Fehler in der Numerierung ein, da diese Nummer doppelt vergeben wird. Dieser Beitrag soll nicht zur Bloßsstellung einzelner Künstler dienen, da ich dafür sicherlich das letzte Massiv-Album herangezogen hätte. Vielmehr möchte ich auf ein Problem aufmerksam machen und zugleich meine Hilfe anbieten. Sollten Sie ein Künstler oder Label mit eklatanten Rechtschreib- oder Konzentrationsschwächen sein, so biete ich Ihnen an, Ihre Veröffentlichungen gegen eine Gebühr von 20 Euro und ein Exemplar der entsprechenden Veröffentlichung (Sonderbedingungen für Al Massiva: 30 Euro, dafür kein Exemplar des Tonträgers) auf Vollständigkeit und Korrektheit von Booklet, Front-Cover und Back-Cover zu untersuchen. Für jeden übersehenen Fehler wird ein Betrag von 10 Euro (bis höchstens 20 Euro) zurückerstattet. Ich hoffe, der HipHop-Szene damit etwas zurückgeben zu können. Herzlichst Herr Merkt

Künstler brechen: Weekend

Verehrte Leserinnen und Leser, wieder einmal ist es an der Zeit für die beliebte Rubrik "Künstler brechen". Heute möchte ich Ihnen den Track "Ewigkeit" von Weekend vorstellen, der nicht zuletzt dank wunderbar gepitchtem Vocal-Sample Gehör verdient hat. Weekend - Ewigkeit Weekend@MySpace Herzlichst Herr Merkt

Swiss - Es kann nur einer befehlen (Review)

In Anbetracht des mutigen Covers muss Swiss mit "Es kann nur einer befehlen" eine wahrhafte Bombe im Gepäck haben, um nicht von Boulevard-Presse und HipHop-Szene gleichermaßen zerrissen zu werden. Mit entsprechender Erwartungshaltung ging ich als Rezensent an diese Platte heran und wurde nicht enttäuscht. Selbstverständlich schleichen sich in 21 Anspielpunkte zwei Skip-Anwärter ("Buddyskit Büffel" und "Oh nein"), allerdings sind die 19 restlichen Anspielstationen mehr als amtlich. Swiss zeigt sich als vielseitiger Rapper, der etwas zu erzählen hat (z.B. "Hassliebe" über eine zerstörerische Beziehung), aber auch nicht minder schwer auf die Kacke (z.B. "Ich bin weiß") hauen kann. Dabei erhält er Unterstützung von Patrick mit Absicht, Illy Idol, Buddy, Issam und Ümit. Es ist erfreulich, dass auf der Feature-Seite keine Ausfälle zu verzeichnen sind und auch die mutmaßlich von Gin produzierten Beats (keine Informationen im spärlichen Booklet) wissen zu überzeugen. Besonderes Augenmerk möchte ich auf die hervorragenden Tracks "Der Junge aus der Nachbarschaft GDS4", "Lied für dich", "Ich bin weiss", "Mit mir", "Hassliebe" und "Plan B" lenken, da diese Tracks als veritable Hits durchgehen. Auch das mittlerweile obligatorische Outing als Muttersöhnchen ("Mama weine nicht") kann als gelungen eingestuft werden. Auch wenn Swiss mit diesem Album kommerziell nicht der ganz große Wurf gelingen wird, kann er seinen bereits eingeschlagenen Weg beeindruckend fortsetzen, so dass Szenarien wie in "Buddyskit Mamahure" in ferner Zukunft zur Realität werden könnten. Wertung: 4,5/6 (geändert am 08.03.08)

Morlockk Dilemma - Omnipotenz in D-Moll (Review)

Zugegebenermaßen tat ich mich anfangs schwer mit Morlockk Dilemmas stark gewöhnungsbedürftiger Stimme. Nachdem ich ihm und auch mir die Zeit gab, die Platte auf mich wirken zu lassen, kann schlussendlich doch noch ein positives Fazit über "Omnipotenz in D-Moll" gezogen werden. Morlockk Dilemma überzeugt mit brillianten Ideen und nicht minder gut gelungenen Umsetzungen. So erzählt der Protagonist die dramatische Geschichte seines 20. Geburtstags ("11.09. (Happy Birthday Dilemma)") , beleuchtet die Zirkulation des Geldes durch sämtliche soziale Schichten und zeichnet dabei moralische Abgründe auf ("Fuffie"), zersplattert bootleggende Journalisten ("Bootlegdeath") und harmlose Passanten ("Assiklatsche"), verarbeitet die Beweggründe mittels eines Anrufs bei TV-Seelsorger Domian ("Der Zorn") und zieht Parallelen zwischen der Entwicklung vom Wolf zum Hund zur aktuellen deutschen HipHop-Szene ("Evolution"). Das Ganze hört sich nicht nur wahnsinnig unterhaltsam an, sondern ist es auch. Für "Omnipotenz in D-Moll" holte sich Morlockk Dilemma unter anderem Goretex, V-Mann, Lakmann, Mike Fiction und Damion Davis mit ins Boot, welches auf größtenteils selbst produzierten Beats sicher in den Hafen fährt. Alles in allem handelt es sich beim vorliegenden Album um einen veritablen Klassiker, mit welchem Morlockk Dilemma einen großen Schritt in Richtung Deutschrap-Olymp geht. Wertung: 5,5/6 (geändert am 08.03.08)