Dynamite Deluxe - TNT (Review)

Dynamite Deluxe sind zurück. Die Erwartungshaltung der HipHop-Köpfe deutschlandweit ist riesig. Voraussetzungen, an denen ein Album eigentlich nur scheitern kann, sofern die Protagonisten nicht zur Creme de la Creme der entsprechenden Szene gehören. Samy Deluxe, DJ Dynamite und Tropf zählen offensichtlich zu eben jener Kategorie, da das Album "TNT" über die Gesamtspielzeit hinweg überzeugt. Das Album beginnt mit den letzten Zeilen von "Deluxe Soundsystem", um mit "Erster Song" einen ersten Höhepunkt zu erreichen. Ebenso stellt "Bis hierher" eine gelungene Referenz an "Bis dato" dar und schafft eine Gänsehaut-Atmosphäre die lediglich durch das Outro "Letzter Song" übertroffen wird. Erinnerungen an die gute alte Zeit werden zudem durch das großartige, vorab bekannte "Boombox" geweckt. Ein Track, der mit jedem Hördurchgang wächst und somit gute Chancen hat, in die deutschen HipHop-Annalen einzugehen. "TNT" hat viele Facetten: zum einen gibt es sehr melodische Tracks wie "Mein Flow ist", "Alles bleibt anders" mit Jan Delay oder "Weiter". Dem steht das äußerst minimalistische "Newcomer des Jahres", auf dem Samy seine Strophen teils Acappella tritt, gegenüber. Auf "Der Thron ist meiner" reißt Samy die Spitzenposition im HipHop-Spiel an sich, während er sich auf den Tracks "Komma klar" und "Mein Problem" mit dem menschlichen Bedürfnis nach Privatsphäre bzw. mit unerwiderter Liebe auseinandersetzt und somit seine verwundbare Seite preis gibt. Die großartigen Flows auf der Single "Dynamit" dürften jedem halbwegs interessierten HipHop-Kopf bereits geläufig sein und den Track "Ab und zu" kann man getrost ignorieren. Dennoch ist "TNT" ein sehr rundes Album, welches neben runden Flows und ausgereiften Produktionen mit sporadischen Dancehall-Einflüssen einen unverschämt subtilen Pop-Appeal aufweist, der sowohl die Herzen von HipHop-Fans, als auch die Herzen der Generation Viva höher schlagen lässt. Wertung: 5/6

Fler - Fremd im eigenen Land (Review)

Nach den zurückgehenden Verkaufszahlen von "Trendsetter" gegenüber dem Debüt-Album "Neue Deutsche Welle" sah man bei Aggro Berlin offenbar die Notwendigkeit einer Profilschärfung, was eine erneute Betonung der deutschen Identität Flers mit sich bringt. Und wieder einmal scheint Deutschland - trotz schwarz, rot, goldenen Fahnenmeeren während der Fussball-WM im eigenen Land - nicht bereit für diesen Schritt. Übereifrig werden Schubladen geöffnet und Fler wird in die rechte Ecke gedrängt. Vorweg sei betont, dass ich während all meiner Hördurchläufe keine derartigen Tendenzen ausmachen konnte. Natürlich stellt Fler auf der passablen Single "Deutscha Bad Boy" seine deutsche Herkunft in den Vordergrund und auch auf dem unfassbar fließenden "Ich bin Deutscha" betont Fler mit grandiosem Atemlos-Flow seine Identität, wobei auch seine Heimatstadt "Berlin" eine zentrale Rolle einnimmt. Den Rest des Albums gestaltet Fler recht vielfältig. Er gedenkt der Berliner HipHop-Legende Maxim mit dem Gänsehaut-Track "Warum bist du so?", arbeitet auf "Wie wir sind" mit überraschend solidem MC Bogy-Beitrag seine Vergangenheit, inklusive Psychiatrie-Aufenthalte, auf, geht auf "Mein Jahr" mit No Angel-Nadja fließend von Vergangenheitsbearbeitung in Zukunftsvision über, schreibt einen berührenden Track für "M(S)ein Mädchen" und setzt sich auf "Alles was ich brauch" bedrückend authentisch mit dem Thema "Alkoholabhängigkeit" auseinander, wobei er in allen genannten Tracks stets souverän die Beats von Produzenten wie Shuko, Djorkaeff oder Desue zähmt. Neben den bereits erwähnten Themen-Tracks sorgt Fler wie gewohnt für Krawall und Remmi Demmi. Auf "Fler vs. Frank White" trägt er den ewigen Kampf zwischen Mainstream und Underground aus und bedenkt seine Alter Egos dabei jeweils mit grandiosen Diss-Tracks. Zusammen mit sido erklärt er die deutsche HipHop-Szene kurzerhand zur "Chefsache". Ein wahrlich großartiger Track, in dem Fler mit sido einen würdigen Gegenpart findet. Von "Clubbanger" kann man dies leider nicht behaupten, da hier sein Gegenpart massiv abkackt. Dennoch ein gelungener Track für die Clubs, würden die DJs in Deutschland deutscher Musik eine Chance geben. Daher wird sich der Konsum eher auf die Autos vor den Clubs verlegen. In weiser Voraussicht liefert Fler mit "Roll auf Chrome" zusammen mit B-Tight eine der besten Autofahr-Hymnen des Landes. Weitere Features kommen von Shizoe und Godsilla, der gleich auf mehreren Tracks vertreten ist und eine ganz gute Figur macht. Für Fans, die etwas tiefer in die Tasche greifen wollen bzw. können gibt es auf der Bonus CD sieben weitere Tracks, darunter das bereits bekannte "Mein Sound", auf die Ohren. Dabei ist vor allem die sido-Kollabo "Therapie" mit KKS-Referenz, "Geld oder tot" mit Godsilla und das hervorragende "Was weisst du schon", welches einen späten Höhepunkt des Albums darstellt, erwähnenswert. Überblickt man das Album als Ganzes, so bleibt abzüglich der beiden Skits, ein durchweg positiver Eindruck. Fler geht weiterhin seinen Weg, der von stetiger Verbesserung auf technischer und inhaltlicher Ebene geprägt ist. Über das hervorragende Soundbild braucht man bei Aggro-Veröffentlichungen sowieso kein Wort mehr zu verlieren. Wertung: 4,5/6

Endlich wurde der Kausalzusammenhang hergestellt...

Seit der Jahrtausendwende stieg die Anzahl der Gewaltverbrechen und Vergewaltigungen um 30% an. Genau zu jener Zeit startete auch die Karriere des Rappers Bushido. Knallharter GEZ-finanzierter Enthüllungsjournalismus der ARD. Überzeugen Sie sich selbst! Ich übergeb mich an die angeschlossenen Sendeanstalten.

Herr Merkt TV #6

Verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, sicher fühlten Sie sich die letzten Wochen und Monate ohne das beliebte Format "Herr Merkt TV" im Stich gelassen. Da ich Ihren Schmerz fühle, nehme ich mir die Zeit und stelle Ihnen einige Videos vor, die mir in letzter Zeit auffielen beziehungsweise angetragen wurden. Beginnen möchte ich mit dem im positiven Sinne anstrengenden Rapper Form, der mit dem "Anti-Stasi-Lied" eine Thematik aufgreift, die viele Benutzer von Web 2.0-Angeboten dieser Tage umtreibt. Ich enthalte mich an dieser Stelle jedweder musikalischen Bewertung. Fahren Sie ab, den Scheiß! Was habe ich an dieser Stelle auf Massiv eingeprügelt. Um so schockierter war ich, als mich Massiv auf "Der die Träume bewahrt" ansatzweise überzeugen konnte. Langsam aber sicher kann man Sektenmuzik, nicht nur aufgrund militanter Fans, nicht mehr ignorieren. Mit Alpa Gun, Greckoe und Grüne Medizin hat das Label von sido und B-Tight einige heiße Eisen im Feuer, die auf dem "Sampler Nr. 2" einen weiteren Schritt nach vorne machen. Anbei ein Video als kleine Kostprobe. Den nächsten Act kennen bestimmt die wenigsten. Mit ein bisschen Vit-Armin-B könnte sich dies ändern. "Deswegen" hier das Video. Die Frage "Tot oder lebendig" wurde eindrucksvoll beantwortet. Mit großer Verspätung, die die Qualität des Liedgutes in keinster Weise schmälert, präsentiere ich Ihnen stolz Kool Savas' aktuelles Video. Am 25.01.2008 werfen Dynamite Deluxe "TNT". Grund genug, um "Wie jetzt" als klassischen Schnitt für diese Ausgabe von "Herr Merkt TV" auszuwählen. Ebenfalls am 25.01.2008 wird Fler "Fremd im eigenen Land" gebähren. Um keinen kommerziellen Nachteil zu schaffen, widme ich auch Fler einen klassischen Schnitt. "Aggroberlina". Am 25.01.2008 werden sicherlich einige HipHop-Köpfe die Läden stürmen, da zusätzlich zu Dynamite Deluxe und Fler auch die unloyale Freifickmuschi Stefan Duschl aka SD aka SDiddy "21 Gramm" unter das Volk bringen möchte. Ob "Grembranx Click" mit G-Style dem Erfolg zuträglich sein wird, bleibt abzuwarten. Für mich schreit das eher nach einem Tag Team mit Eko Fresh. Arbeitstitel: "Broke Rappers". Für wahre Wrestling-Connaisseure besteht nicht erst seit Eko Fresh's Ausflug in den Wrestling-Ring eine Verbindung von Wrestling und Rap. So stellte schon der rappende Wrestler "John Cena" eine frühe Verknüpfung dieser beiden populären Jugendkulturen her, indem er seine Gegner "freestylend" battlete. "Basic thuganomics". Werbung Anscheinend hat es der großartige Mädness nicht geschafft, ein Video zu seinem Album "Unikat" zu drehen. Für die Zwischenzeit können Sie sich als Platzhalter das Video "Our house" der Namensvetter aus Großbritannien anschauen. EDIT: Auch ich bin nicht unfehlbar. Ich möcht mich für die freundlichen Hinweise zweier meiner Leser bedanken und präsentiere Ihnen nachträglich Mädness' Video zu "Wendepunkt". Skillz's "Rap up" ist eine bewährte Tradition. 2007 erstmals mit Video. Hilarious! Die von mir sehr geschätzten Jungs von K.I.Z. legen mit "Böhses Mädchen" ein drittes Video zum hervorragenden Album "Hahnenkampf" vor. Eine versöhnlich stimmende Wahl nach dem Fehlgriff mit "Spasst". Zu Guter letzt schaut auch noch Manuellsen "Vor-bye". Viele werden das Video bereits kennen, allerdings möchte ich mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, mit nackter Haut Zuschauer zu ziehen. Damit beschließe ich eine weitere Ausgabe von Herr Merkt TV. Prüfen Sie bitte regelmäßig "Herr Merkt spricht über HipHop" auf Aktualisierungen. Auf bald.

Herr Merkt hilft: HipHop und Homosexualität

Oberflächlich betrachtet vertragen sich HipHop und Homosexualität nicht. Zu viele Rapper (u.a. Kool Savas, Bushido,...) benutzen die Begriffe "schwul" oder "Schwuchtel" als Verbalinjurien mit stark negativer Konnotation, was einige Homosexuelle abschrecken dürfte. Dabei birgt vor allem HipHop Berliner Machart durch häufige Ankündigungen analer Penetrationen (z.B. sidos "Arschficksong") ein großes Potential, bei eben jener Zielgruppe anzukommen. So wäre es sicherlich eine Überlegung Wert, in Zeiten sinkender Plattenverkäufe auf homophobe Verbalinjurien zu verzichten, um sich neue Käuferschichten zu erschließen. Die deutsche Rap-Industrie wird mir für diesen Ratschlag dankbar sein.

BOndesvision Song Contest

Was macht der moderne Rapper von heute, wenn einmal wieder das Geld knapp wird? Der Eine kehrt dem Rap-Spiel den Rücken und wird Wrestler. Andere werden angeschossen und schlachten diesen Umstand zu Promo-Zwecken aus. Wiederum andere lassen sich mit Deutschlands Z5-Prominenz (leider mitsamt Rückflugticket) in den australischen Dschungel verschiffen. Und nochmal andere treten für Hamburg mit einem "Münchner Freiheit"-Imitat namens "Ohne Bo" zum Bundesvision Contest an. In dieser Liste fortschreitender Peinlichkeit steht Das Bo nicht ohne Grund an letzter Stelle. So saß ich gestern mit einer Gefühlslage zwischen Belustigung und Fremdscham vor der Mattscheibe und verfolgte die Beerdigung des letzten Fünkchens Kredibilität, welches das Bo nach zweifelhaften Unternehmungen an der Seite von Jansen & Kowalski oder Tomekk noch genoß. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass der Hamburger mit dieser Gehörgangsvergewaltigung einen der letzten Plätze belegen und das Album "Dumm aber schlau" gegen die Wand fahren wird. Zumindest mit letzterem hat man bei SonyBMG in letzter Zeit bereits wichtige Erfahrungen gesammelt und wird sich zu helfen wissen.

Der Scheiß ist Deluxe!

Zum Glück gibt es auch noch Rapper, welche nicht im Kreuzfeuer stehen und dennoch Free-Tracks veröffentlichen. So stellte der "Deluxe Records"-Artist Blade mit "Ich komme hier raus", "Mehr davon", "Kokain" und "Oh la la" gleich vier großartige Tracks als Vorgeschmack auf sein hoffentlich bald erscheinendes Album "Das gute Leben" auf seiner offiziellen MySpace-Seite zum Download bereit. Der Scheiß ist Deluxe!

Wallah habibi! Was ist denn hier los?

Verehrte Leserinnen und Leser, die körperliche Gewalt im deutschsprachigen Rap erreicht mit den Schüssen auf den Wahl-Berliner Massiv einen neuen, besorgniserregenden Höhepunkt. Nach der Messerattacke auf Fler und dem Angriff auf Bushido handelt es sich hierbei bereits um die dritte Gewalttat zu Lasten von Rapsängern binnen weniger Monate. Wenn selbst HipHop-Insider von der Bravo in Sat.1-Vorabendmagazinen über mutmaßliche Rapperkriege befragt werden, dann ist es an der Zeit, die Notbremse zu ziehen, bevor sich HipHop in der Öffentlichkeit - im wörtlichen Sinne - sein eigenes Grab schaufelt. "Herr Merkt spricht über HipHop" ist froh, dass alle Beteiligten bis dato mit blauen Augen davon kamen und verbleibt mit den besten Genesungswünschen für Massiv. Möge der Angreifer gefasst und der deutschen Justiz zugeführt werden, sofern der Staatsapparat neben der von der Musikindustrie forcierten verstärkten Verfolgung von Raubkopierern Zeit für derartige Delikte findet. Stoppen Sie die Gewalt und machen Sie den Unterschied! Ihr Herr Merkt

Phrequincy - Ich kann's mir leisten (Review)

Wie soll der seriöse Kritiker eine Platte bewerten, von der der ausführende Produzent selbst sagt, dass er das Gefühl habe, nicht alle Beteiligten hätten das Optimum aus sich herausgeholt. Was soll er sagen, wenn ein höchst uninspirierter Hengzt in einem beinahe gasförmigen Intro Belanglosigkeiten vor sich hinträllert, die weder eine halbwegs vernünftige Songstruktur ergeben, noch den Anforderungen eines gelungenen Intros gerecht werden. Auch die moderat gehypte Video-Auskopplung/designierte Club-Hymne "Wir sind im Haus (Handschlag Faust)" mit den beiden "Curtains Up"-Signings Juvel und Josof weiß mich nur bedingt zu überzeugen, obwohl die musikalische Untermalung durchaus als gelungen bezeichnet werden kann. Entsprechend dem Albumtitel fährt Phrequincy auf seinem Debüt-Longplayer prominente Features auf. So geben sich arrivierte Gäste wie Samy Deluxe, Azad, Curse, Olli Banjo, Illo, Reno Manuellsen & Valezka, Jonesmann und D-Flame und Newcomer wie die Headliners, Patrick mit Absicht, Ali A$, Megaloh & Sprachtot, Blaze [Verwechslungsgefahr: Blade (Deluxe Records)], Phreaky Flave & F.R., Jawan, Valentin Stilu, Fanatixxx & Cetin und Jeyz das Klangaufzeichnungsgerät in die oberen Extremitäten. Der Outcome, den dieses Ensemble generiert zeigt sich dabei als recht durchwachsen. Ali A$ puncht auf dem großartigen "Ich bin ein Rapper" die Konkurrenz in Grund und Boden, Olli Banjo "Clickt das Game" auf mäßig überdurchschnittlichem Niveau, die Newcomer von den Headliners überzeugen auf "Alles was ich bin", ein hungriger D-Flame stellt im "Exklusivinterview" mit Flexxx klar, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört, Anti-Aids-Botschafter Samy Deluxe weitet seinen Kampf auf weitere Geschlechtskrankheiten aus, Curse erzählt auf "Mein Glaube" eine nachdenkliche Geschichte, Jeyz rappt sich auf einem sensationellen Beat in Rage, Blaze bleibt mit "Ein guter Tag" nachdrücklich im Gedächtnis haften Fanatixxx und Cetin liefern die obligatorische "Kopf hoch!"-Hymne und Illo ist einfach "Wunderbar". Für die Ladies wird mit Jonesmanns "Superstar" und Valentin Stilus großartigem "Ich fühl dich" tief in die R&B-Schublade gegriffen. Soviel zur Haben-Seite. Negativ haften bleiben überraschend blutleere Beiträge von Azad, Megaloh & Sprachtot, Phreaky Flave & F.R., Reno und dem charismatischen Manuellsen, welche ich unter normalen Umständen sehr zu schätzen weiß. Jawan rangiert mit seiner Interpretation von "Vater" knapp vor der 3. Generation, wobei ich dem Künstler zu Gute halte, dass der Song nicht so berechnend wirkt wie der unsägliche 3. Generation-Hit. Die beiden Skits erinnern stark an Illmatics "Ali und Stavros" und dürfen getrost unter den Tisch fallen. Als Bonus bekommt der willige Käufer einen Hidden-Track mit illustren Gästen aus Übersee (u.a. Young Buck & Bun B) und 13 durchweg gelungen Instrumentals der bereits besprochenen Tracks auf die Ohren. Auch wenn auf "Ich kann's mir leisten" nicht jeder Gaststar seinem ihm vorauseilenden Ruf gerecht werden kann, kann der wohlwollende Kritiker das Produkt aufgrund der durchweg großartigen Produktionen und dem Lieferumfang von zwei Tonträgern weiterempfehlen. Wertung: 3,5/6

Mörder Michaels außergewöhnliches Ghetto

Sicherlich hört sich die von mir gewählte Überschrift grauenhaft an. Dafür gestaltet sich der Inhalt dieses Beitrages um so schöner, da ich Ihnen erneut frohe Kunde übermitteln darf. So schenkt Ihnen der Künstler "Killer Mike" in Zusammenarbeit mit "hiphopdx" sein bis dato unveröffentlichtes Album "Ghetto extraordinary". Der Künstler "Killer Mike" ist im schmutzigen Süden im Kontext der Dungeon Family, zu deren Mitgliedern auch Outkast gehören, anzusiedeln. "Herr Merkt spricht über HipHop" wünscht Ihnen viel Spass beim Konsum des Albums.

Afro-Hesse schenkt Ihnen seine Single "Street life"

Verehrte Leserinnen und Leser, es dürfte Sie interessieren, dass die neue Single "Street life" des Rappers Afro-Hesse zum kostenlosen Download bereit steht. Da der Link zur Single im offiziellen MySpace-Blog des Künstlers gepostet wurde, dürfen Sie von einer legalen Quelle ausgehen und können sich die Single unbesorgt saugen, ohne fünf Jahre Zuchthaus befürchten zu müssen. Produziert wurde die Single von "Bugati" und sie dient als Vorbote für den Sampler "Mehr als Musik", der am 29.02.2008 (Achtung: Schaltjahr!) das Licht der Läden erblickt und unter anderem Beiträge von Ali A$, Afu Ra, Megaloh, Sprachtot, Sentino, Lunafrow, Böse Zungen, Godsilla und Joachim Deutschland beinhalten wird. Somit dürfte es sich lohnen, diesem Projekt Beachtung zu schenken.

Chart Wars: Dynamite Deluxe vs. Fler

Am 11.01.2008 beginnt mit den Veröffentlichungen der Singles "Dynamit" (Dynamite Deluxe) und "Deutscha Bad Boy" (Fler) eine Auseinandersetzung zwischen der OldSchool und der NewSchool des deutschen HipHop. "Keep it real" vs. "Image". "Gralshüter" vs. "schwarzes Schaf". "Dynamite Deluxe" vs. "Fler". Ein Wettbewerb, aus dem HipHop deutscher Machart als der große Gewinner hervorgehen wird. Sicherlich sehen einige Personen, die geistig Mitte der Neunziger hängen blieben, dem Untergang der Kultur entgegen, sollte Fler am Ende des Tages die Nase vorne haben, allerdings lässt es sich nur schwer bestreiten, dass sich Fler über die letzten Monate hinweg stetig steigerte und zudem in jedem Interview durchscheint, dass er diesen HipHop-Scheiss mindestens so sehr liebt wie Dynamite Deluxe. Sicherlich bediente sich Fler zu Beginn seiner Mainstream-Karriere an Symbolen mit höchst zweifelhafter Ästhetik, jedoch waren auch die Reaktionen der Medien oft unreflektiert und überzogen, so dass Flers Karriere von Beginn an unter keinem positiven Stern stand, da sich vor allem die real-keependen Verfechter der Kulter zu stark von Massenmedien à la BILD oder RTL Explosiv beeinflussen ließen. Auch Flers neues Album "Fremd im eigenen Land" steht unter keinem guten Stern, da MTV an Inhalten des Videos "Deutscha Bad Boy" Anstoß nahm und das Video trotz Universal-Support zunächst nicht in die Rotation nahm. Die WM-Euphorie ist verflogen und man spricht eben nicht mehr darüber, dass man mit Stolz Deutscher ist. "Herr Merkt spricht über HipHop" wehrt sich gegen diesen Trend und schickt das Video zu "Deutscha Bad Boy" für Sie auf Rotation: Für Dynamite Deluxe hingegen läuft es blendend. Die HipHopper jubilieren ob der großartigen Street-Single "Boombox" und lassen sich von der offiziellen Single "Dynamit" nicht minder beeindrucken. Deutsche Print-Szene-Magazine frohlocken und widmen Dynamite Deluxe eine gesamte Ausgabe inklusive durchwachsener Tribute-CD. Dynamite Deluxe dieser Tage nicht zu feiern ist nicht salonfähig und bedeutet die Aberkennung jedweder Kredibilität, sofern vorhanden. Der Ruf, der Dynamite Deluxe vorauseilt ist unbeischlafbar. Die damit verbundenen Risiken, die Mehrheit der Szene zu enttäuschen sind jedoch mindestens ebenso groß. Ab dem 25.01. 2008 stehen dann mit "TNT" (Dynamite Deluxe) und "Fremd im eigenen Land" (Fler) die beiden heißerwarteten Alben in den Regalen gut sortierter Plattenläden. Gut zwei Wochen später werden wir erfahren, wer die Nase vorne hat. Bis dahin wird sich die Szene sicherlich einige hitzige Diskussionen gönnen. Mögen Sie dabei niemals vergessen, dass es um HipHop geht. "Herr Merkt spricht über HipHop" möchte auf diesem Wege beiden Künstlern viel Erfolg wünschen.

Prinze Low - Free Online EP (Review)

Lange Zeit war es ruhig um Prinze Low. Dieser Tage beglückt der MC nun jedoch seine Fans und jene, die es werden wollen mit einer kostenlosen EP, die sich der interessierte Kopf hier herunterladen kann. Dabei setzt Prinze Low bei einer Spielzeit von knapp über 10 Minuten mit vier Tracks eher auf Qualität anstatt auf Quantität. Mit "Mach mein Ding" bekommt der Hörer gleich zu Beginn ein solide gerapptes Statement auf die Ohren, bevor zusammen mit Inferno79 auf "Blockpartyshit" ein mittelschwerer Knaller durch die Boxen rollt. Das anschließende "Nachtleben" ist nur geringfügig weniger spektakulär und unterstreicht Prinze Lows Anspruch, die Hits für die Straßen zu liefern. Beim abschließenden "Was ist los"-Remix mit Inferno79, mnemonic und Donato hätte aufgrund der illustren Gästeliste wohl sowieso keiner mit einem Ausfall gerechnet. Prinze Low wäre gut beraten, nach diesem ansprechenden Lebenszeichen einen Langspieler an den Start zu bringen. Daumen hoch! Wertung: 3/6

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Verehrte Leserinnen und Leser, "Herr Merkt spricht über HipHop" möchte Ihnen ein von Gesundheit, Glück, Liebe, Erfolg und Bildung gesegnetes Jahr 2008 wünschen. Auf das all Ihre Träume in Erfüllung gehen. Möge Massiv ein erfolgreicher Gangsterrapper werden. Möge Fler das Wort "deutsch" auch in einem positiven Zusammenhang verwenden dürfen. Möge Olli Banjo endlich dick in die Charts gehen. Möge Phrequincy in den Vereinigten Staaten von Amerika durchstarten. Mögen die Letten ihre Raumfahrtsmission erfolgreich überstehen. Möge Eko Freshs Comeback von Erfolg gekrönt sein. Möge F.R. weiterhin seine Schullaufbahn verfolgen. Möge Herr Merkt Falk als Kolumnist in der Juice ablösen. (Fügen Sie Ihren Wunsch hier ein!) Sie werden wieder von mir lesen. Und bis dahin denken Sie bitte ständig daran: Merkt still rulz