Herr Merkt über Gewalt im deutschen HipHop

"Patrice soll sich ficken!" Diese prägnante Aussage stellt die Antwort Bushidos auf den von MTVJ Patrice vorgeschlagenen Friedensgipfel mit Bushido und Fler dar, nachdem letzterer bereits zugesagt hatte. Dabei war ich bis heute der Überzeugung, Bushido sei tatsächlich ein Mensch, mit dem vernünftige Diskussionen geführt werden können, wie dieser auch in TV-Diskussionen, in denen er knietief im Darmausgang des jeweiligen Gastgebers steckt, immer wieder beteuert. Mit dieser Aussage beweist Bushido jedoch, dass ihm nichts an einer Deeskalation des rauher werdenden Klimas in der deutschen HipHop-Szene liegt. Meine Besorgnis nährt sich zudem durch verkappte Gewaltandrohungen seitens Bushidos gegen die Künstler Aggro Berlins in der aktuellen Backspin. "Herr Merkt spricht über HipHop" bedauert, dass sich der klassische Wettkampf-Gedanke im HipHop immer mehr auf Anzahl und Zerstörungswut der Freunde (nicht Bodyguards!) beschränkt und nicht in rein verbaler Form über die Bühne geht, wie es die grundlegende Intention dieser pubertierenden Jugendkultur ist. Diesen Beitrag möchte ich nicht als Plädoyer gegen Gangster-Rap per se verstanden wissen, da auch ich mich über den ein oder anderen Vertreter von Rap dieser Machart prächtig amüsieren kann. Vielmehr möchte ich dafür plädieren, dass Gewalt auf der Platte bleibt und nicht auf das reale Leben transferiert wird. Deutschland möchte keinen HipHop-Toten! Deutschland möchte keinen eigenen 2Pac, was auch der Flop des aktuellen Eko-Albums beweist. Aus diesem Grunde möchte ich zum Boykott sämtlicher Künstler aufrufen, die durch dubiose Anspielungen den Eindruck erwecken, ihre Konkurrenz physikalisch beeinträchtigen zu wollen oder gar die körperliche Harmonie eines Konkurrenten beeinträchtigt zu haben. Aufgrund der Größe der Egos einiger der Protagonisten in diesem Spiel, sind schwindende Plattenverkäufe der entsprechenden Künstler die einzige Möglichkeit, um den Trend hin zur körperlichen Gewalt zu stoppen. Geben Sie körperlicher Gewalt keine Chance! Machen Sie den Unterschied!

Mädness - Unikat (Review)

Bei Mädness handelt es sich nicht um Ihren regulären Verbrecher, der durch die Ghettos seiner Großstadt geprägt über Drogen und Gewalt rappen muss. Mädness entstammt einem kleinen beschaulichen Städtchen in der Nähe von Darmstadt. Diesen ruralen Einfluss hört man jeder Pore des Albums an. Hier hat man den Grill nicht im Mund, sondern im Garten ("Steh auf"). Mit seinen Raps deckt Mädness ein breites Themen-Spektrum. Neben gelungen Vorstellern wie "Unikat" oder "Für dich" gesellen sich selbstbewusste Abgrenzungen zum inhaltlichen Kanon der übrigen HipHop-Szene, was in der Forderung nach einem "Szenewechsel" kulminiert. Ob der "Wendepunkt" in Form des gleichnamigen Tracks an der Seite von Patrick mit Absicht bereits erreicht wurde, wage ich zu bezweifeln, allerdings sind die Ansätze mehr als vielversprechend. Neben Patrick mit Absicht greifen unter anderem der großartige Marteria, Gabreal und Baggefudda unter die Arme, wobei vor allem Marterias ausgefeilter Beitrag auf "Anderstatement" Erwähnung verdient. Weitere Perlen, die nicht unter den Tisch fallen sollten, sind die "Ortsgespräch"-Fortsetzung "Kleinstadtgespräch", in dem der ehemalige Kicker seiner Herkunft huldigt, die Alkohol-Hymne "Konterschoppe" und der große Storyteller "Einer muss bezahlen". Generell sind jedoch alle Tracks gut genießbar. Unter einem bestimmten Label klassifizierbare Frauen kommen auf den Tracks "Prinzessin" und "Sie weiß nicht, was es heißt" nicht allzu gut weg, allerdings schafft es Mädness die Tracks derart zu entschärfen, dass sich nicht alle Frauen angesprochen fühlen müssen, sofern ich dies als Outgroup beurteilen kann. Das durchweg gut durchhörbare Album schließt mit einem hervorragenden Outro, das mich zum Betätigen der "Wiederholung"-Taste anregen kann. Mädness liefert damit ein sehr gutes Debüt-Album ab, welchem bis dato leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Machen Sie den Unterschied! Wertung: 5/6

Ek tritt back

Es scheint ein neuer Trend bei ersguterjunge zu sein, dass die Künstler nach ihrem jeweils aktuellen Album Rücktritte ankündigen oder zumindest Gerüchte streuen. Nachdem Labelboss Bushido bereits zwei Mal zurücktrat, darf nun auch Eko Fresh aka Eko Freezy aka Eko aka L.O.V.E. Eko aka Ekaveli aka Elektro Eko aka German Dream nachziehen und nach dem grandios gefloppten 2Pac-Plagiat "Ekaveli" seinen Rückzug aus dem Rapspiel ankündigen. "Herr Merkt spricht über HipHop" möchte sein tiefstes Bedauern über das durchaus vorhandene, allerdings verschwendete Talent eines Rappers ausdrücken, der sich mit "Jetzt kommen wir auf die Sachen" beeindruckend im Spiel anmeldete, sich danach jedoch auf eine beispiellose Talfahrt - mit Lichtblick "Abrechnung" - begab, um nach dem dritten bestenfalls durchschnittlichen Album frustriert abzutreten.

Vernünftige Newcomer

Die Female-Rap-Crew Jeneez scheint zu wissen, wie man sich in der HipHop-Szene 2k7/2k8 einen Namen machen kann. Trotz "RTL- und Rap City Berlin-Fame" stellen die Damen aus der Hauptstadt dieser Tage auf ihrer Homepage eine kostenlose EP und ein Mixtape zum Download bereit, so dass sich der interessierte Hörer einen Einblick in das Schaffen der Ladies verschaffen kann. In der heutigen Zeit ist dies sicherlich ein sinnvollerer Schachzug, als von seinem hart erhustleten Geld 100 CDs pressen zu lassen, diese dann für 7 Euro das Stück verkaufen zu wollen, 10 davon an gute Homies zu verschenken, weitere 5 an nicht ganz so gute Homies zu verkaufen und nach gut einem halben Jahr vergeblicher Werbung auf MySpace und in sämtlichen HipHop-Foren des Landes die Restauflage von 85 Exemplaren entnervt dem Mülleimer zu überführen.

Jahresrückblick 2007: erweiterter Horizont (inklusive Video-Links)

Verehrte Leserschaft, seien Sie unbesorgt! Selbstverständlich werde ich in meinem wunderbaren Blog weiterhin den Fokus auf Musik urbaner Machart legen. Dennoch brachte das Jahr 2007 einige Perlen abseits der eng umschriebenen Rap-Szene hervor, die es durchaus Wert sind, lobend erwähnt zu werden. In gewohnt kompetenter Manier präsentiere ich Ihnen die dreißig Lieder, die mich in diesem Jahr außerhalb der Rap-Landschaft am meisten begeistern konnten. 30. Die Ärzte - Junge: Typischer Ärzte Track! Darf man als halbwegs intellektueller Mit-Zwanziger nicht schlecht finden! Video 29. Wir sind Helden - Endlich ein Grund zur Panik: Typischer Helden Track! Darf man als halbwegs intellektueller Mit-Zwanziger nicht schlecht finden! Video 28. Shaggy - Church heathen: Ein wahrlich großartiger Dancehall-Track. Hypnotische Hook! Video 27. Duran Duran feat. Timbaland - Falling down: Das musikalisch gelungene Comeback der "New Wave"-Band ging leider unter,obwohl der allmächtige Timbaland seine Finger mit im Spiel hatte. Video 26. Culcha Candela - Hamma: Numma Eyns! Hamma. Video 25. Justin Timberlake - Love stoned: Nach der Rehabilitation mit "Justified" erteile ich Justin für "Futuresex/Lovesounds" die Absolution. Nächste Ebene Scheisse! Video 24. Monrose - Hot summer: Da mich der Großteil meiner Leser sowieso scheiße findet, scheue ich nicht davor zurück, diesen Track in diese Liste aufzunehmen. Heiß. Video 23. Rihanna feat. Jay-z - Umbrella: Mit Rihanna würden sich sicherlich viele gerne einen Regenschirm teilen. Alleine das Video rechtfertigt die Nennung. Video 22. Beyonce feat. Ghostface - Irreplacable Remix: Beyonce liefert eine der beeindruckendsten Balladen des Jahres. Ghostface veredelt einen bereits großartigen Track mit wunderbar passenden Zeilen. Video 21. Max Mutzke - Mein Automobil: Ich liebe diesen Song! Video 20. Ciara - Like a boy: Ciaras Abrechnung mit rücksichtslosen Männern. Ich schlage mich auf Ihre Seite, verehrte Damen. Video 19. Die fantastischen Vier - Einfach sein: Es könnte doch alles so einfach sein. Fanta 4 go Pop. Und das ist gut so. Kein (Mensch-Sapiens). Video 18. Alicia Keys - No one: Keine singt so schön wie Alicia. Video 17. Jan Delay & Udo Lindenberg - Im Arsch: Alles ist im Arsch! Auch außerhalb der Gay-Szene ein Riesenhit. Video 16. Justin Timberlake feat T.I. - My love: Justin, die Zweite. Mit T.I. als Gast-Spucker kann man wenig falsch machen. Video 15. Nelly Furtado - Do it: Ich habe aufgehört, die Anzahl der ausgekoppelten Singles und Versionen des großartigen Albums "Loose" mitzuzählen. Prädikat: besonders wertvoll! Video 14. Amy Winehouse feat. Jay-z - Rehab Remix: Autobiographische Scheiße! Video 13. Jan Delay - Feuer: "Mercedes Dance" ist nicht gefloppt. Deutschland ist trotzdem cool. Der Eizi macht das schon "Klar". Video 12. Amerie - Take control: Irgendwie mag ich Amerie schon seit ihren frühen Auftritten auf Alben von Nas und Royce da 5'9. So langsam klappt es dann auch mit dem Mainstream. Video 11. Mario feat. Rhymefest - How do I breathe Remix: Gutes Gerüst, veredelt durch den unbeischlafbaren Rhymefest. Klassiker! Video 10. Ich & Ich - Stark: Der Adel hat eine bewegte Karriere hinter sich. Ende der 90er begann seine Karriere bei der Eurorap-Boygroup "The Boyz", bevor er nach dem Millenium an der Seite von Annette Humpe einen Neuanfang wagte. Sowas wie der deutsche Justin in weniger experimentell. Stark! Video 9. Christina Aguilera - Candyman: Frau Aguilera in Hochform. Darf man gut finden. Video 8. Amy Winehouse feat. Ghostface - You know I'm no good: Autobiographische Scheiße! Video 7. Nelly Furtado - Say it right: Was Timbaland in 2k7 produzierte geht auf keine Kuhhaut. Stärkster Track von "Loose". Video 6. Pink - Dear Mr. President: Was wurde eigentlich aus Pink? Massenvernichtungswaffen im Keller? Video 5. Jan Delay - Türlich türlich: Das Bo meets Cameo in Jan Delay. Sensationell! Video 4. Timbaland feat. Keri Hilson & D.O.E. - The way I are: Musik für ausgelassene Tanzabende. Video 3. Mark Ronson feat. Daniel Merriweather - Stop me: Der Song hört sich zwar sehr vertraut an, allerdings sehe ich keinen Grund aufzuhören. Weitermachen! Video 2. Musiq Soulchild feat. Young Buck & T.I. - Buddy Remix: Scheiße ist der Song gut! Young Buck & T.I. setzen dem Kunstwerk die Krone auf. Klassisches Material! Video 1. Ich & Ich - Vom selben Stern: Allstar-Video. Großartiger Track. Video

Jahresrückblick 2007: International (inklusive Video-Links)

Verehrte Leserinnen und Leser, nachdem ich die deutsche HipHop-Szene bereits in meiner Auflistung der herausragendsten deutschen Rap-Alben des Jahres 2007 abhandelte, ist nun die internationale HipHop-Szene an der Reihe. Da ich keine repräsentative Stichprobe internationaler HipHop-Platten aus dem Jahre 2007 besitze, beschränke ich mich bei dem Rückblick auf die zwanzig Tracks, die mich in diesem Jahr besonders überzeugen konnten. 20. Freeway feat. Jay-z - Roc-A-Fella Billionaires: Verrücktes Sample, starke Raps. Manche könnten diesen Track anstrengend finden, aber ich kann gut damit umgehen. 19. Rich Boy feat. Alle - Throw some D's Remix: Auf diesem Remix der Sommer-Hymne wird so ziemlich alles gefeatured, was nicht bei Drei auf den Bäumen war. Schön, dass viele Köche doch nicht immer den Brei verderben. Video 18. Rick Ross feat. Clipse - B.L.O.W.: Rick Ross kann tatsächlich rappen. Das zeigt er auf diesem frühen Werk, welches in dieser Spielzeit von Ricks altem Label an den Mann gebracht wurde. 17. Drama feat. Alle - Takin' pictures: DJ Drama kennt sich wohl bestens damit aus, wie es sich anfühlt, wenn Bundesbeamte durch die eigenen vier Wände marschieren und Fotos schießen. Real shit! 16. Lupe Fiasco - Dumb it down: Muss Lupe wirklich simpler werden, um von der breiten Masse anerkannt zu werden? Diese Frage hinreichend zu beantworten, würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Video 15. Wu-tang Clan - The heart gently weeps: Interessante Stories und das gute Gefühl, dass der Vlan zurück ist, machen diesen Track zu einer Perle. 14. Nas - Surviving the times: Perfekter Karriererückblick vom grandios gefloppten "Greatest Hits"-Album. Video 13. Devin the Dude feat Andre 3000 & Snoop Dogg - What a job: Das Leben eines Rap-Stars ist hart, nicht zuletzt wegen der üblen Downloader. Ein Wunder, dass sich die Protagonisten zu einer derart entspannten Hymne hinreißen lassen konnten. 12. Swizz Beatz feat. Alle - It's me bitches Remix: Einer der Beats des Jahres und ein Allstar-Aufgebot, welches sich die Klinke in die Hand gibt machen diesen Track zu einem rundum gelungenen Hörerlebnis. Video 11. Common - The people: Common muss als Kind den "Soul" mit dem Löffel verspeist haben. Wunderbarer Track von "Finding forever". Video 10. Phat Kat & Elzhi - Cold steel: Brett! Ganz einfach. Video 9. Chamillionaire feat Bun B - Pimp mode: Der offizielle "Ridin'"-Nachfolger mit Sing-Aling-Hook. 8. Twista - The come up: Twista in gaaaaaaanz langsam. Stärkster Twista-Track den ich kenne. Periode! 7. E.M.C. - What does it stand for?: "Experts Making Classics"? "Every minute counts"? Masta Ace, Punchline, Wordsworth und Strick in Topform. Die brennendere Frage wäre: Wann kommt das Album? Video 6. Jay-z feat. Beanie Sigel - Ignorant shit: Bei dem Beat kann man eigentlich nichts mehr falsch machen. Man addiere Jay-z und erhalte einen Song mit Classic-Potential. 5. Saigon & Swizz Beatz - Come on baby: Schönes Sample & ein über alle Zweifel erhabener Rapper = großes Tennis Video 4. 50 Cent feat. Justin Timberlake & Timbaland - Ayo technology: Bei diesem Track werde ich schwächer als das zugehörige Album. Einfach wundervoll! Video 3. T.I. - Big shit poppin': "Big shit" eben. Dumme Sache mit den Maschinengewehren. Video 2. Kanye West - Can't tell me nothing: Dem Kanye kann keiner was erzählen. Unglaublich atmosphärischer Track. R.I.P. Mrs. West Video 1. Common - The game: Eindeutig der überzeugendste Track des Jahres. Kanye am Beat, DJ Premier an den Cuts und Common in der Booth sind in dieser Zusammensetzung kaum zu schlagen. Video

Schlaflose Nächte

Verehrte Leserinnen und Leser, ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass ich mit meinem anspruchsvollen Blog nicht nur Fans, sondern auch sehr viele Personen anziehe, die mir nicht wohl gesonnen sind. Da in den kommenden Wochen die Juice-Awards anstehen, hält mich nun schon seit mehreren Nächten die Sorge wach, dass diese Personen meinen Blog für die Kategorie "Peinlichkeit des Jahres" nominieren könnten. Da eine derartige Erwähnung die Kredibilität dieses Blogs untergraben könnte, möchte ich Sie inständig darum bitten, von einer Nominierung meines Blogs als "Peinlichkeit des Jahres" abzusehen. Ihr Herr Merkt EDIT: Natürlich ist es einfach, Sie darum zu bitten, nicht mich zu nominieren. Nach eingehender Überlegung ist es jedoch nicht befriedigend, Sie ohne Alternativen zu lassen. Daher mache ich Ihnen einige Vorschläge für die Kategorie "Peinlichkeit des Jahres": - Ekos Metamorphose zu 2Pac - feige (Messer-)Angriffe auf HipHop-Stars - "Mama, ich möchte nach Berlin ziehen und werde Gangsterrapper!" - Haten, anstatt es selbst besser zu machen.

Jahresrückblick 2007: Deutschrap-Alben (inklusive Download-Links)

Verehrte Leserinnen und Leser, es ist einmal wieder so weit und ein Jahr nähert sich großen Schrittes seinem Ende. Grund genug, einen Rückblick auf das verstrichene Jahr zu wagen und die zehn herausragendsten Arbeiten deutscher Rapsänger entsprechend zu würdigen. Selbstverständlich ist diese Liste von meinen subjektiven Qualitäts-Standards an die Rapmusik geprägt, so dass einige Leser ihre Lieblinge Massiv, Kollegah und Bushido nicht in den Top 10 des Jahres 2007
finden werden. Genug der einführenden Worte, lasset uns zur Tat schreiten!  

10. Pimpulsiv - Hoetry: Pimpulsiv bringen Bielefeld auf die Karte? Nicht wirklich, da das Album leider ziemlich unterging. Trotzdem großes Tennis. Anspieltipp: "23"
9. Marteria - Base Ventura: Ein Album als unfassbares Gesamtkunstwerk. Marteria aka Marsimoto liefert auch mit seiner zweiten Veröffentlichung ein Werk, welches mit jedem Durchgang wächst und neue Facetten offenbart. Anspieltipp: "Einer von euch"
8. Mach One & Darn - Freakshow: "Von der Klapse auf die Platte und zurück." So oder so ähnlich könnte das Motto dieses Longplayers lauten, der mehrere Hymnen für den heißen Spätsommer beherbergte. Freakshow eben. Anspieltipp: "Jumpen" mit Favorite
7. Snaga & Pillath - Aus Liebe zum Spiel: Der erfolgreiche Sprung vom siedend heißen Mixtape-Artist hin zum anerkannten Album Artist ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Ein mehr als solides Album ohne Ausfälle. Anspieltipp: "Einen Tag" mit Manuellsen/Braheem
6. Ercandize - Verbrannte Erde: Das langerwartete Album vom Pottessohn wusste im April zu überzeugen. Leider nicht die Massen, sondern nur einen kleinen Teil der deutschen HipHop-Szene. Anspieltipp: "Kein Grund"
5. Sera Finale - Die nächste Kugel im Lauf: Sera Finale legte mit "Die nächste Kugel im Lauf" sein vorläufiges Meisterstück vor. Spätestens nach diesem Album sollte jeder ernstzunehmende Deutschrap-Fan diesen Mann auf der Rechnung haben. Anspieltipp: "Manifest"
4. Kool Savas - Tot oder lebendig: In der Kürze liegt die Würze! Kaum ein anderer Rapper lieferte 2007 ein vergleichbares Style-Feuerwerk. Eindeutug lebendig! Anspieltipp: "Tot oder lebendig"
3. K.I.Z. - Hahnenkampf: Wohlwollende Kritiken von der Zeit, der Juice und "Herr Merkt spricht über HipHop". Und als wäre das noch nicht genug, ein Charteinstieg auf Platz 9 der deutschen Media Control Albumcharts. Blickt man über all diese Erfolge hinweg, bleibt eines der unterhaltsamsten Alben des Jahres und wahrscheinlich auch der Deutschrap-Geschichte. Anspieltipp: "Hahnenkampf"
2. Maeckes & Plan B - Als wären wir Freunde: Stuttgart ist zurück. Zumindest für jene, die das Handwerk von Maeckes & Plan B zu schätzen wissen. Großartige Songkonzepte treffen bei perfekter Umsetzung auf einen unglaublichen Wortwitz. Anspieltipp: "Go!"
1. Olli Banjo - Lifeshow: Drittes Album, drittes Meisterwerk. Auf "Lifeshow" ist für jeden etwas dabei. Representer, verrückte Stories, Nachdenkliches! Anspieltipp: "Black boys"

Um die im Titel erwähnten Download-Links zu erhalten, klicken Sie bitte auf diesen Link. Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Konsum der verlinkten Alben. Ihr Herr Merkt

Seo - Bemerkenswert (Review)

Das Örtchen Winsen Luhe in Niedersachsen ist wohl den wenigsten HipHop-Köpfen in der Bildungswüste Deutschland ein Begriff. Der Nachwuchs-Rapper Seo schickt sich nun an, diesen Umstand zu ändern und Winsen Luhe auf die HipHop-Karte zu setzen. So wird die lange Zeit vermisste "Inspiration" berappt, nachgedacht, das Dorfleben berappt, bessere Tage ersehnt und mit dem Wochenende gefunden. Dabei verzichtet Seo weitgehend auf die genreüblichen Klischees und wandert abseits von bereits zu oft beschrittenen Pfaden. Allerdings stellt auch diese Formel keine Garantie für ein rundum gelungenes Album dar, vor allem wenn der Künstler ebenfalls auf genreübliche Notwendigkeiten wie ausgefeilte Flows und Wortspiele, abwechslungsreiche Beats und überraschende Songkonzepte verzichtet. So geraten selbst Tracks wie "Crazyness" oder "Wochenende" einschläfernder als eine Kindergarten-Theatergruppe-Vorstellung im Seniorenzentrum. Der einzige Track, der aus der trägen Masse hervorsticht, ohne jedoch wirklich zu überzeugen ist "Und dann". Mehr wachhaltende Elemente hätten definitiv nicht geschadet. Für einige mag das "Chill-Mucke" sein, für mich verdient es lediglich das Prädikat "langweilig". Im zarten Alter von 16 Jahren hat der gute Junge aber auch noch genügend Zeit, um dazu zu lernen. Vielleicht klappt es dann auch mit der "Inspiration". Bis dahin "Gute Nacht". Wertung: 0,5/6 Seo @ MySpace

Die meist antizipierten Alben 2008

Verehrte Leserinnen und Leser, nur noch 20 Mal schlafen, dann kommt das Christkind und noch 27 Mal schlafen, dann ist das für Deutschrap wunderbare Jahr 2007 vorbei. Aus diesem Anlass möchte ich Ihnen die meit antizipierten Alben 2008 vorstellen. EDIT: Aufgrund der gerechtfertigten Kritik an der Lieblosigkeit dieses Beitrages, habe ich das Geschriebene nochmals einer kleinen Überarbeitung unterzogen. Ich bitte um Verständnis für das anfänglich halbgare Produkt. Sido - Ich und meine Maske: Vor "Maske" war ich Hater, nach "Maske" war ich neutral, nach "Ich" war ich Fan, nach "Ich und meine Maske" werde ich Groupie. Hoffentlich! Herr Merkt tippt das Releasedate: April 2008 Papoose - Nacirema dream: Es gibt wohl kaum einen Artist, der vor seinem ersten offiziellen Album schon so viele veritable Untergrund-Hits zu verbuchen hat, wie dieser Papoose. Wollen wir hoffen, dass auch das Album den ein oder anderen Hit enthält. Herr Merkt tippt das Releasedate: März 2008 Fler - Fremd im eigenen Land: Kugelsicherer Jugendlicher, Weiße Wut, Fremd im eigenen Land. Drei kontroverse Titel für ein immer wieder verschobenes Album. Der erste Titel scheint seine Wirkung hinterlassen zu haben, da Angreifer schon von Schusswaffen auf Messer umgestiegen sind. Herr Merkt tippt das Releasedate: Februar 2008 Ali A$ - Geld her, ich habe eine Bombe: Nach großartigem Mixtape mit dem "Neuen Süden" und "Wie baut man eine Bombe" sind die Erwartungen an den Münchner aus dem Hause Deluxe groß. Herr Merkt tippt das Releasedate: Juli 2008 Saigon - The greatest story never told: Wollen wir nicht hoffen, dass sich der Titel erfüllt und das Album der Öffentlichkeit unzugänglich bleibt. Herr Merkt tippt das Releasedate: Januar 2008 Dynamite Deluxe - TNT: Die Legende meldet sich zurück. Samy kehrt zurück zu alten Werten, um sich weiterhin den BlingBling-Lifestyle, den er letztlich noch berappte, leisten zu können. Herr Merkt tippt das Releasedate: Januar 2008 Dr. Dre - Detox: Zum vierten Mal in Folge schafft es Detox in die Liste der meist erwarteten Alben des kommenden Jahres. Rekordverdächtig und sogleich der Treppenwitz der HipHop-Szene! Herr Merkt tippt das Releasedate: irgendwann 2010 Olli Banjo & Jonesmann - tba: Dream Team. Falls das Album jemals in den Läden steht, wird es sicherlich mit der Konkurrenz schlafen. Bis es soweit ist, kann sich der Interssierte seine Zeit mit "Sparring 3" vertreiben. Herr Merkt tippt das Releasedate: September 2008 F.R. - tba: Langsam verliert F.R. seinen Newcomer/Jungspund-Bonus. Bei seinen zunehmenden Skills ist dies jedoch nicht weiter tragisch. Album Nr. 3 ist in Arbeit und wird nächstes Jahr fallen. Herr Merkt tippt das Releasedate: Juni 2008 Lil' Wayne - The carter III: Wenn er keine verrückten Interviews gibt oder gerade nicht mit seinem Mentor knutscht, macht der Mann aus dem Süden ansprechende Musik. Man darf gespannt sein auf dieses häufig verschobene Werk. Herr Merkt tippt das Releasedate: März 2008 Curse - tba: Deutschlands Vorzeige Öko-Rapper wäre auch mal wieder dran von wegen "Album werfen". Jeder Rucksackträger blickt gespannt auf Minden. Herr Merkt tippt das Releasedate: August 2008 Prinz Pi - tba: Schon alleine aus Realness-Gründen muss man auf das zweite Album des guten Gewissens des Berliner Untergrundes warten. Anders geht es gar nicht. Herr Merkt tippt das Releasedate: Mai 2008 Manuellsen - tba: Backup von Nana, German Dream, Deluxe Records. Eine interessante Karriere, die mit dem zweiten Solo-Album nun endlich an Fahrt gewinnen soll. "Vor-bye" hat mich schonmal überzeugt. Herr Merkt tippt das Releasedate: März 2008