Olli Banjo - Lost tapes (Review)

Ohne jeglichen Szenehype und Werbeaufwand veröffentlichte Olli Banjo diese Tage seinen neuen Tonträger "Lost tapes", auf dem sich exklusives Material aus den Jahren 2000-2004 wiederfindet. Grundsätzlich kann man solchen Unterfangen skeptisch begegnen, da es sich bei derartigen Veröffentlichungen oftmals um Ausschussware handelt, die in harten Zeiten dann doch noch zu Geld gemacht werden soll. Von Ausschussware kann man jedoch bei der vorliegenden Veröffentlichung des Herrn Banjo nicht sprechen, da sich hinter dem Titel "Lost tapes" einige Perlen verstecken, die auch den Alben beziehungsweise dem Album aus der jeweiligen Schaffensperiode beziehungsweise "Erste Hilfe" gut zu Gesichte gestanden hätten. Da wäre zum einen der herrliche Track "LSD". Man muss nicht mehr erwähnen, dass der Song das Thema Drogen behandelt und in einer mittleren Katastrophe rund um einen Rauhaardackel endet. Weniger dramatisch, aber nicht minder unterhaltsam behandelt der inoffizielle "Scheisse und pervers"-Vorgänger "Alkohol" durchzechte Nächte, bevor Olli in "Schulzeit" sein Schulwissen auf den Punkt bringt und für einen wohl durchdachten Banküberfall einsetzt. In diese Auflistung der Highlights reiht sich auch der 2002er-Track "Krank" ein, auf dem Olli auf gewohnt ironische Art und Weise auf die Mißstände in der Gesellschaft hinweist und dabei Sozialkritik auf höchstem Niveau anbringt. In eine ähnliche Kerbe schlägt er auch mit dem biographischen "Christian", in welchem er den prototypischen Werdegang eines Jungen beschreibt, der auf die schiefe Bahn gerät und keinen Anschluss an die Gesellschaft mehr findet. Weniger sensationell, aber dennoch auf einem hohen und für einige Kollegen nicht erreichbaren Niveau fallen die Tracks "Reifezeit", "Rapflows" und "Dumm wie Brot" aus. Zusätzlich zu den acht mehr oder weniger verschollen Perlen sind auf "Lost tapes" vier Erstversionen von bereits mehr oder weniger bekannten Tracks vertreten. Dabei ist lediglich "Selbstmord" mit Kool Savas erwähnenswert, welches durch den neuen alten Beat an Klasse zugewinnt. Außerdem hat Headrush das geniale Instrumental von "Königsklasse" auf den Tonträger gepackt, wodurch auch für den letzten Skeptiker die Kaufentscheidung erleichtert werden dürfte. Alles in Allem ein in sich stimmiges Produkt, welches die außergewöhnliche Diskographie des Künstlers Olli Banjo sinnvoll ergänzt. Wertung: 4/6

Kommentare:

  1. naja....sein double time ist weak

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  2. moves haben sie ganz vergessen herr merkt. für mich der härteste track auf der scheibe. flow-technisch GENIAL. EINFACH GENIAL!!

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  3. wie bitte? seine double-times sind weak? ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber bist du kollegah-hörer?

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  4. naja moves is ganz cool, die 2. version ist aber besser. 'christian' ist der stärkste song auf der platte. glaub mir. ich hab mit hip hop kinder.

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