Kool Savas - Tot oder lebendig (Review)

Nun halte ich es in Händen, das Album, welches die Deutschrap-Gemeinde in zwei Lager spalten wird. Die Einen werden es aufgrund der tadellosen raptechnischen Umsetzung und des homogenen Soundbildes lieben, die Anderen werden es aufgrund der inhaltlichen Beliebigkeit und Leere schmähen. Da wären die unzähligen inhaltlich austauschbaren Representer à la "Der Beweis", "Alle schieben Optik", "Essah" und "Orakel", sowie die "All 4 One"/"Guck my man"-Melange "On top" mit Azad, bei denen einen immer wieder das Gefühl beschleicht, das alles schon einmal irgendwo gehört zu haben. Da es zumindest nicht an der Umsetzung mangelt, möchte ich beide Augen zudrücken und Savas mit zwei blauen Augen davon kommen lassen. Auf der eindeutigen Haben-Seite weist das Album die unglaublichen Style-Manifeste "T.O.L. Intro" und "Mona Lisa", den leicht sozialkritischen Track "Krank", "Nur ein Spiel", den Titeltrack "Tot oder lebendig" und den abschließenden Track "Melodie" mit Moe Mitchell und Senna von den Monrose auf. Damit wären auch schon alle Tracks des mit 40 Minuten recht kompakt geratenen, komplett von Melbeatz produzierten Albums abgehandelt. Durch die starke Konzentration auf Savas als Protagonisten und die Beschränkung auf nur eine Produzentin wirkt das Album sehr rund und ist aufgrund der guten Arbeit aller Beteiligten gut für den mehrfachen Durchlauf geeignet. Immerhin stimmt der Vibe. Und warum sollten wir dieses Kriterium, welches wir größtenteils auf fremdsprachige Alben anwenden nicht auch auf Alben in unserer Muttersprache anwenden? Ausnahmsweise. Wertung: 5,5/6

Bewertungen

Verehrte Leserinnen und Leser, da ich mit meiner 100er Skala einem psychologischen Fallstrick erlegen bin und die Bewertungen durchschnittlich zu hoch ausfiel, werde ich die Bewertungen rückwirkend auf eine Zehner-Skala übertragen. Ich bitte um Ihr Verständnis und hoffe, dass Sie sich rasch umgewöhnen können.

Letten im Weltall - Zum Abschuss bereit (Review)

Die Letten im Weltall, das sind die beiden MCs Fizzy Fresh und ErstePerson Singular (EPS), die es auf ihrer Flucht aus Lettland in das beschauliche Städtchen Freiburg verschlagen hat. Eben jener Stadt widmen sie zusammen mit Mile eine Hymne, die gekonnt ein idyllisches Bild der Stadt zeichnet und einen Seitenhieb in Richtung der Rapkilla bereit hält. Neben "Freiburg" tritt Fizzys "ZweiVorEins"-Partner Mile auch auf der Internet-Hater-Abrechnung "www.vollidioten.de" und dem Allstar-Track "Gruppe X'n 80" neben Cashes Cle, Pfauth, Hofi Anan und Teufel gekonnt in Erscheinung. Lediglich der "Pädagoge Skit" ist zumindest nach meinem Geschmack für mehrfachen Genuss nicht geeignet. Für den Skit entschädigt dann allerdings das großartige "Televolution", in dem Fizzy im Alleingang die halbe Fernsehwelt auseinandernimmt und in einen unglaublichen Text verpackt. Ein weiteres Highlight bildet "Wo is die Liebe hin", in dem ein kritischer Blick auf Rassismus und Geld als der Liebe abträgliche Faktoren geworfen wird. Auf "Der Beste" loben sich die Letten gegenseitig derartig in den Himmel, dass ein zukünftiger werbewirksamer Split inklusive gegenseitigen Diss-Tracks eigentlich unmöglich wird. Unbedingt reinhören sollte der HipHop-Kopf auch in die beiden Tracks mit Mars (Illyrium), von welchen vor allem "Schnell gelebt" als Plädoyer gegen ein Leben auf der Überholspur ein weiteres Highlight der Platte darstellt. Der Song wartet mit einer hervorragenden Textidee auf, welche ich allerdings den hoffentlich zahlreichen Käufern vorbehalten möchte. Auch "Orders from hell" überzeugt mit drei ausgefeilten Geschichten über drei tragische Schicksale und sticht so wohltuend hervor. Der Track "Die alten Bilder" dürfte jedem mit wohlbehüteter Kindheit Gänsehaut auf den Körper zaubern und auch mit dem Entscheidungs-Track "WaDuWolle" sollte sich so ziemlich jeder identifizieren können, während "Ententanz" mit Enten, Affen und Letten auf psychoaktiven Pilzen ein wenig abgedrehter ist, aber dennoch gut in das Gesamtbild des Albums passt, welches durch eine große Themenvielfalt besticht und dabei gekonnt die gängigen HipHop-Klischees umschifft oder gar parodiert ("Hey Süße Skit"). Das Soundbild des Albums fällt mit Beats von Czukles, Fizzy und Agent Dan eher Oldschool aus, ist aber dennoch auf gutem Niveau produziert und abgemischt, auch wenn das Rad der Beats nicht neu erfunden wird. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei "Zum Abschuss bereit" also um ein sehr rundes Werk, welches das Gehör der HipHop-Nation verdient hätte. Interessierte besuchen die Homepage der Letten, wo sie sich einige Tracks auf die Festplatte kopieren können. Wertung: 3,5/6

"Alles Aufgemischt"

Man kann sich den Musikgeschmack seiner Freunde nicht aussuchen. Und seine Freunde anhand des Musikgeschmacks zu wählen ist zwar eine naheliegende, aber eine ab einem gewissen Alter zu oberflächliche Herangehensweise. Daher begibt es sich dann und wann, dass sich der Großmeister des HipHop in Diskos mit zweifelhafter Musikauswahl wiederfindet. Nun ist es ja nicht so, dass in diesen "Alles Aufgemischt"-Diskos kein Rap läuft, allerdings bleibt der Horizont solcher DJs in Sachen HipHop doch sehr beschränkt, so dass die bestenfalls zehn Raptracks an einem Abend sich mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einem beschränkten Pool geringer Aktualität zusammensetzen. Zu diesem Pool zählen: Black Eyed Peas - Hey Mama Die Fantastischen Vier - Populär/Einfach sein Method Man/Redman - Da rockwilder Seeed - Dickes B/Ding Wu-tang Clan - Gravel pit Fettes Brot - Jein MOP - Ante up Das Bo/Jan Delay - Türlich türlich irgendwas von Gnarls Barkley irgendwas von Eminem Zwar sind einige dieser Tracks wahrliche Klassiker, allerdings ist es mehr als schade, dass nicht das gesamte Potenzial dieser vielversprechenden und doch sehr tanzbaren Musikrichtung ausgeschöpft wird, zumal sich nach meinem subjektiven Empfinden die Tanzflächen verhältnismäßig stärker füllen, als wenn durchschnittlicher Indie-Pop läuft. Dabei kann ich allerdings auch einer systematischen Verzerrung zum Opfer fallen, da ich natürlich nicht mit einem Block für Strichlisten auf der Tanzfläche stehe. Um mehr Vielfalt in die "Alles Aufgemischt"-Sets dieser Nation zu bringen, möchte ich interessierten DJs einige Vorschläge zur Verbesserung unterbreiten: Sugarhill Gang - Rapper's delight Megaloh & Harris - Bis die Nadel bricht K.I.Z. - Hölle/Pogen/Geld essen Shaggy - Dance and shout Redman - Let's get dirty Foreign Legion - Happy drunk Erick Sermon & Redman - React Torch & Toni L - Wir waren mal Stars Chamillionaire/Krayzie Bone - Ridin' Olli Banjo - Königsklasse (& sido)/Viel zu hart (& Manolito) DMX & Busta Rhymes - Come thru Busta Rhymes - Touch it Ich muss zwar zugeben, dass sich die Aktualität dieser Liste ebenfalls stark in Grenzen hält, allerdings wäre durch mehr Variation bei der Auswahl der gespielten Stücke schon ein erster Schritt in die richtige Richtung getan.

Kollegah - Guck auf die Goldkette 2007 (Video)

Neuer Track, altes Problem. Lustige Wortspiele, beeindruckende Reimketten, allerdings aufgrund des Vortragsstils fast unerträglich. Langsam glaube ich nicht mehr daran, dass mich "Alphagene" überzeugen kann. Kollegah sollte es vielleicht mal als Author versuchen.

Amar & Kool Savas - S & A (Video)

"Hip Hop ist in Deutschland meistens Mittelmaß und häufig wack." Treffender könnte man diesen Song kaum beschreiben, den Amar als Vorbote auf "Cho! Hier habt ihr euer Mixtape" auf die Rapfans los lässt. So üben sich der King of Rap und sein Schützling in mittelmäßigem Angeberrap und verkraulen sicher den ein oder anderen willigen Käufer.

Der Neue Süden - Oktoberfest Edition 2007 (Review)

Ali A$, Pretty Mo, Semi B und Grosses K lieferten mit ihrem Mixtape "Xklusiv Teil 2" ohne Frage eine der unterhaltsamsten Veröffentlichungen eben jener Gattung, die einen derart positiven Eindruck hinterließ, dass ich nicht zurückschreckte, 12 Euro (inklusive Versand und Nachnahmegebühren) für nur 6 Tracks auf dieser EP auszugeben. Natürlich bleibt "München" mit Spider Murphy Gang-Anleihen die ultimative Hymne auf die bayerische Hauptstadt, allerdings bildet der bereits bekannte Track das eindeutige Highlight der EP, an welche die restlichen fünf Tracks nicht im Ansatz herankommen. Ali A$ spuckt halbherzige Standard-Kost auf dem enttäuschenden "D.N.S.", bei Semi Bs "Ein Prosit" möchte der Funken nicht so richtig überspringen und auch "Wiesn-Zeit" bleibt selbst nach mehrmaligem Hören und einem guten Vers von Pretty Mo ein Rohrkrepierer. Die Abrechnung mit allen promisken Frauen ("Sie ist...") ist zwar nicht wirklich schlecht, bleibt aber bei weiten hinter Ali A$s Referenzwerk "Scheine über Schlampen" zurück. So bleibt nicht zuletzt aufgrund des horrenden Preises ein fader Beigeschmack, da ich weiß, dass Pretty Mo und vor allem Ali A$ es eigentlich besser könnten. Machen wir es einfach wie mit dem Tschechien-Spiel und sprechen nicht mehr darüber! Wertung: 3/6

Die ewigen Talente

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange Rapper wie Saigon, Papoose, Skyzoo oder Maino als das heißeste gehandelt werden, was die amerikanischen Talentschmieden zu Tage forderten, allerdings muss das schon eine ganze Weile her sein. Weshalb hat es keiner der obigen Künstler bis zur aktuellen Stunde geschafft, seinene Status als ewiges Talent gegen den Status des "Superstars" einzutauschen? An mangelndem Talent oder fehlendem hochqualitativem Output kann es jedenfalls nicht liegen, dass die großen Plattenfirmen die Alben der besagten Künstler immer wieder verschieben (Saigon) oder die Künstler wie heiße Kartoffeln wieder fallen lassen (Papoose). So muss sich der hiphop-affine und anspruchsvolle Hörer immer wieder mit ansehen, wie zweifelhafte Gestalten à la Souljah Boy oder die Shop Boyz die Charts aufmischen, während Talente wie Saigon oder Papoose weiter am Block schubsen müssen. Oder was auch immer man mit einem 1,5 Millionen Vorschuss so anstellt.

Der Nächste, der bläst

Verehrte Leserinnen und Leser, K.I.Z. haben vor kurzem Ihren persönlichen Durchbruch in der deutschen Medienlandschaft geschafft und traten somit in die Fussstapfen von so erfolgreichen Rappern wie sido und Bushido. Im tiefen Untergrund der deutschen HipHop-Szene warten einige hungrige MCs nur darauf, es den obig genannten Rappern gleich zu tun und dick in die Charts zu gehen. "Herr Merkt spricht über HipHop" macht es sich zum Auftrag, Ihnen regelmäßig Talente vorzustellen, die "next to blow" sind, wie die Amerikaner so schön sagen. Olli Banjo: Dem tiefen Untergrund entwachsen, jedoch immer noch auf den großen Durchbruch wartend. Würde sich Szene-Hype in Verkäufe übersetzen, wäre Banjo sicher ganz vorne. Den nächsten Anlauf auf die oberen Chart-Ränge startet Olli Banjo mit seinem Mixtape "Sparring 3" mit prominenter Unterstützung, da ich nicht davon ausgehe, dass "Lost Tapes" die Grenzen der HipHop-Community überquert. Megaloh: Berlin's versiertester MC mit Unmengen an Potential, welches er vielfältig einzusetzen weiß. Von der Anti-Nazi-Hymne "Angst", über "Kopf hoch"-Nummern wie "Pump das" bis hin zu unglaublichen Club-Bangern à la "Hundshit" deckt das Repertoire von Megaloh ein riesiges Sprektrum an Themen ab. Anstatt bei Aggro Berlin zu unterschreiben zog es Megaloh seinerzeit vor, ein eigenes Label hochzuziehen. Man kann nur hoffen, dass diese mutige Entscheidung Blüten trägt. Ali As: In Punkto Punchlines braucht sich dieser Münchner Spucker nicht hinter seinen Label-Kollegen Snaga & Pillath zu verstecken. Nach dem sensationellen Mixtape "Wie baut man eine Bombe" und dem Mitwirken beim Neuen Süden wartet HipHop-Deutschland gespannt auf das Album "Geld her, ich habe eine Bombe". Mit Samy Deluxe als Label-Boss gepaart mit einem ausgezeichneten Sinn für Humor stehen die Zeichen gut. Maeckes & Plan B: Nach dem gefeierten Album "Als wären wir Freunde" soll Ende des Jahres eine DVD mit der "Rap Up Comedy" die Läden treffen. Für Sympathisanten mit der erfrischenden Art dieser Beiden sicherlich ein Pflichtkauf und für Maeckes & Plan B ein weiterer Schritt nach vorne. Sicherlich im Moment einer der Acts mit dem größten Potential. F.R.: Jung an Jahren, ausgestattet mit massig Talent. In spätestens fünf Jahren wird F.R. mit an der Spitze des Spiels stehen. Favorite: Favorite hat einenHang zum Wahnsinn, welchen er auf seinen Veröffentlichungen ausgiebig auslebt. Wenn Deutschland bereit dafür ist, dann wird Favorite ein ganz Großer. Allerdings kann das noch ein bisschen dauern. Marteria: Nach zwei überdurchschnittlichen Alben hat sich Marteria in der Deutschrap-Elite etabliert. Da die Musik jedoch ein wenig zu experimentell für die breiten Massen ist, wird es Marteria schwer haben, sich an der Spitze zu etablieren. Huss und Hodn: Was ich bisher gehört habe war dreckiger, roher Rap gepaart mit der Einstellung, auf alle Konventionen zu koten. Bei mir kann das Duo damit zwar punkten, allerdings wird man es in der großen weiten Welt damit schwer haben, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Patrick mit Absicht: Der "King of Krank" trägt seinen Namen zurecht. Am 02.11.2007 wirft er sein mit Spannung erwartetes neues Album "Jack is back". Bis dahin sollte der interessierte Kopf in die EPs "Jack the Mixtape" und "Insert coin", sowie in das Street-Album an der Seite von Phrequincy hineinlauschen. Der Patrick hat ein unglaublich großes Potential, welches er mit Absicht einsetzt, um seine wachsende Fangemeinde (minus Ali As und Pretty Mo) zu verzaubern. Pimpulsiv: Nach einer beeindruckenden Free-Download-EP, sowie dem großartigen Album "Hoetry" stehen die Zeichen ganz passabel, um mit Raps aus Bielefeld die Welt zu erobern. Man darf gespannt auf die weiteren Schritte des Duos achten. Sera Finale: Nach dem Album "Die nächste Kugel im Lauf" dürfte sich Sera Finale in den Köpfen der anspruchsvollen HipHop-Gemeinde festgebrannt haben. Schade nur, dass der durchschnittliche deutsche Musikhörer keine so hohen Ansprüche an die Musik stellt, für die er sein hart erarbeitetes Geld ausgibt.

Herr Merkt vs The Beats

Verehrte Leserinnen und Leser, in losen Abständen werde ich Personen aus meinem Bekanntenkreis darum bitten, mir verschiedene Musikstücke vorzuspielen, zu welchen ich meine Meinung abgeben werde. Wir beginnen mit meiner guten Freundin Heidi, die der aufmerksame HipHop-Kopf spätestens seit dem HipHop-Quartett kennen dürfte. Ich hoffe, Sie haben Freude an dieser neuen Rubrik von "Herr Merkt spricht über HipHop". Braille - The IV: Herr Merkt: Der Beat hat was, wird aber auf Dauer langweilig. Die Stimme ist indiskutabel. Wer ist das? Heidi: Braille HM: Kenn ich nicht! Will ich nicht kennen lernen! Nächster Track! Cold Heat feat Craig G & DJ JS-1 - HipHop Manual: HM: Schon besser. Sie haben also doch Geschmack. War Craig G nicht Eminems Ghostwriter bei 8 Mile? H: Richtig. Sie sind so weise, Herr Merkt! Massiv - Löwenherz: HM: Kein Kommentar! H: Warum? HM: Ich habe meine Gründe! H: Welche? HM: Ich kann nur soviel sagen, dass beeindruckende Statur gepaart mit geringer verbaler Intelligenz fatale Folgen für den verbalen Aggressor haben kann. H: Aha. Maeckes & Plan B - Go: HM: Bester Track vom Album. Muss man eigentlich nicht mehr dazu sagen. Armand van Helden feat Common - Full moon: HM: Ich kann mir vorstellen, dass dieser Track sich sehr schön zum Pillen schmeißen eignet. Sowas kann ich nicht gut heißen und ich frage mich, wieso sich ein solch kredibiler Künstler wie Common für so etwas hergibt. H: Ich nehm auch ohne House die Pille! HM: Gehen wir weiter zum nächsten Track. C3F - Steve: HM: Die Idee ist gut, aber irgendwie springt der Funke nicht so richtig über. Wer ist das? H: C3F aus Hannover. Die haben eine kostenlose EP auf MZEE zur Verfügung gestellt. HM: Nette Geste. Aber ehrlich gesagt würde ich dafür kein Geld ausgeben. Mach One & Darn feat K.I.Z. & Massimo - Schubidu: HM: Einer meiner aktuellen Lieblingstracks. Ich werde wohl ein Auge auf die Entwicklung von Mach One werfen müssen. Scheint mir doch sehr talentiert zu sein. Lil' Wayne - Rider: HM: Ah. Lil' Wayne. Bin ich kein großer Fan von. Heidi: Ich find den auch hässlich! Jay-z feat Pharrell - Blue magic: HM: Schlechter Track. Ich erwarte vom Album eine deutliche Steigerung, ansonsten wird das sehr bitter werden. Fizzy Fresh feat Mile - Conscious continues: HM: Großartiger Track? Haben Sie sich den von meinem Blog heruntergeladen? H: Aber natürlich, ich bin Stammleserin? HM: Gutes Mädchen! Halten Sie Ausschau nach dem "Letten im Weltall"-Album, das schon bald die Presswerke der Nation verlassen wird! H: Das wars. Mehr Tracks habe ich nicht dabei! HM: Schade, gerade hat es angefangen, Spass zu machen. Wie ich finde, haben Sie Ihre Sache gut gemacht und Sie dürfen gerne wieder kommen.

Herr Merkt Essentials: Kool Savas

Auch wenn der Status, den sich Kool Savas mit seinem legendären Album "Der beste Tag deines Lebens" erarbeitet hat, ein wenig ins Wanken kommt, hat uns Savas Yurderi einige klassische Tracks hinterlassen, die seinen Namen für immer in die Analen des deutschen HipHop meißeln. In der neuen Ausgabe von "Herr Merkt Essentials" werde ich versuchen, die fünf wichtigsten Tracks dieses Künstlers herauszuarbeiten.

- King of Rap (mit Plattenpapzt): Der namensgebende Track an der Seite vom Plattenpapzt. Knochentrocken, on point, stilistisch perfekt.

- Haus und Boot (mit Valezka): Eine unglaubliche Hook von der damals noch und heute wieder in der Versenkung verschwundenen Valezka, gepaart mit zwei 16ern, die die Konkurrenz das Fürchten lehrten, rückten Savas erstmal für das MTViva-Publikum in das Rampenlicht.

- Neongelb (mit DJ Ara): Wahnsinniges Double-Time-Style-Manifest, welches bis heute in seiner technischen Perfektion unerreicht bleibt.

- Das Urteil: Ein Schlüsseltrack in der Karriere des Kool Savas. Ganz HipHop-Deutschland blickt auf den Berliner und wird Zeuge des größten deutschsprachigen Diss-Tracks aller Zeiten. All Time Classic!

- Komm mit mir (mit Ercandize): Auto-Tuning-Hymne und Liebeserklärung in Einem. Unglaublich gute Verschmelzung zweier konträrer Themen. Diese Liste mag von Ihren persönlichen Listen abweichen. Dies tangiert mich jedoch höchstenfalls periphär.

Kool Savas - Der Beweis (Video)


Das ist es also, das lange überfällige Video zum Track "Der Beweis" vom wankenden King of Rap. Ein gelungenes Video, welches die Atmosphäre des Tracks gut unterstreicht. Allerdings bleibe ich dabei, dass auf dem Album mehr kommen muss, damit Savas die Krone nicht endgültig verliert.

Herr Merkt TV: Special Edition II

Verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, die heutige Sonderausgabe von Herr Merkt TV beschäftigt sich mit jenem Genre, welches HipHop in Deutschland den Weg ebnete! Ich spreche nicht von Soul, Jazz oder gar Funk, ich spreche von EuroDance, in welchem Rapper wie ODC, Raz-ma-taz oder Stay-C ihre Skillz über Beats mit hohen BPM-Zahlen legten. Als kleine Reminiszenz an dieses längst vergessene Genre sehen Sie nun bei Herr Merkt TV die besten Videos aus den Neunzigern. Wir beginnen mit dem stärksten Track einer der herausragendsten Gruppen aus den Hochzeiten des Genres. "Fred come to bed" von E-Rotic. Der Kopf hinter E-Rotic macht heute vor allem durch das Aufkaufen von nicht verkauften Einheiten für ehemalige DSDS-Sternchen auf sich aufmerksam.
Mit dem Wechsel hinter den Kulissen schwand auch der Erfolg von E-Rotic. Doch auch Lyane Leigh und Raz-ma-taz machten al SEX Appeal nicht minder erfolglos weiter. "Voulez vous coucher avec moi" stellt eine beeindruckende Fortsetzung des Werkes von E-Rotic dar. Der Erfolg des Eurodance war nicht ein rein europäisches Phänomen, sondern schwappte auch auf das Mutterland des HipHop - die USA - über. Vorreiter der Bewegung war dabei vor allem The Real McCoy aka M.C. Sar & The Real McCoy. Ihr größter Hit sollte "Another night" bleiben. Ein weiterer Exportschlager war "Be my lover" von La Bouche, deren Sängerin Melanie Thornton vor einigen Jahren bei einem Flugzeugabsturz verstarb. Was wäre EuroDance ohne die großen Klassiker wie "Omen III" von Magic Affair, "Feel the heat of the night" von Masterboy oder "Mr. Vain" von Magic Affair? DAmit Sie diese Frage für sich selbst beantworten können, stelle ich Ihnen diese drei Videos nun am Stück vor. Eine beeindruckende Werkschau der großen Hits kann nicht vollständig sein ohne Twenty 4 Seven. Große Musik aus der EuroDance-Hochburg Holland. "Leave them alone"! Was viele nicht wissen ist, dass Captain Hollywood der erste Rapper bei Twenty 4 Seven war, bevor er durch Stay-C ersetzt wurde. Stolz präsentiere ich Ihnen seinen großen Hit "Flyin* high", der aich heuten och auf der sido-DVD Verwendung fand. Der folgende Track zeichnet sich nicht durch hochqualitative Rap-Skillz, sondern vielmehr durch eine sehr eingängige Hook aus. "Fly" von den 2 Brothers on the 4th Floor. Ein weiterer erfolgreicher Act stammt aus der Hansestadt Bremen - Mr.President. Hier das Debut in Original-Besetzung. "Up'n'away"! Auch Pharao dürfte dem ein oder anderen noch ein Begriff sein. Was viele nicht wissen ist, dass der Rapper von Pharao die Rap-Parts auf E-Rotics Debut "Max don't have sex with your ex" übernahm. Wieder einmal etwas dazu gelernt. Nun aber zurück zur Gruppe Pharao und deren Hit "There is a star". Langsam kommen wir zum Ende dieser Tribut-Ausgabe an den Eurodance, welche ich mit Clock abschließen möchte, die in Deutschland nie einen Fuß auf den Boden bekamen, obwohl sie den am derbsten flowenden MC - ODC - am Start hatten. Überzeugen Sie sich selbst auf "Everybody"! Ich hoffe, Sie fanden Gefallen an dieser Ausgabe und möchte mich nun von Ihnen verabschieden. Bis demächst.

Ein offener Brief an die "Juice"

Verehrte Juice-Redaktion, in der am kommenden Freitag erscheinenden Ausgabe des HipHop-Magazins "Juice" findet sich ein prinzipiell lesenswerter Artikel über die stetig wachsende HipHop-Blogosphäre. Es ist begrüßenswert, dass auch etablierte Medien auf dieses Untergrund-Phänomen aufmerksam machen, allerdings finde ich es schade, dass in dem Artikel nur englischsprachige Blogs berücksichtigt wurden, da es auch einige lesenswerte deutschsprachige Blogs gibt. Lassen wir nun das Gelaber um den heißen Brei! Was haben Sie sich nur dabei gedacht, als Sie meinen Blog unter den Tisch fallen ließen? Haben Sie etwa Angst um Ihre Leserzahlen? In meinen Augen haben Sie hierdurch Ihre Glaubwürdigkeit verloren, zumal wir eine MySpace-Freundschaft pflegen! Sind MySpace-Freundschaften denn gar nichts mehr Wert? Ich spiele mit dem Gedanken, Ihnen Massiv auf den Hals zu hetzen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Abonnent Herr Merkt

Wochenrückblick

Lange ist es her, seit ich Sie mit meinem letzten Beitrag beglückte. Besorgte Gemüter möchte ich beruhigen und Ihnen versichern, dass es mit diesem Blog auf jeden Fall weiter geht. Doch warum dann die lange Pause? Die Antwort ist so simpel wie offensichtlich. Vergangene Woche ist einfach nichts aufregendes passiert, was in meinen Augen einen eigenen Beitrag verdient hätte. Ersschlechterrapper D-Bo veröffentlichte vergangenen Freitag ein Album, für welches jede weitere geschriebene Zeile zu viel Aufmerksamkeit bedeuten würde. Massiv verkündet stolz das Release-Date seines offiziellen Albums "Ein Mann, ein Wort" und "schenkt" den Fans zur Einstimmung drei verschiedene Vorab-Singles. Allerdings frage ich mich, was genau daran das Geschenk sein soll, da diese Singles alle für teures Geld zu kaufen sind. Wer mich aufklären möchte, kann dies gerne tun. Jedoch hat SonyBMG anscheinend gelernt und limitiert eine dieser Singles auf 1000 Stück. Somit dürften sich die Kosten für das Einstampfen der nicht verkauften Exemplare wenigstens bei dieser Veröffentlichung in Grenzen halten. Kool Savas verfehlt mit seiner Internet-Single "Der Beweis" klar sein Ziel und schafft es nicht, den von ihm sicherlich gewollten Hype zu erzielen. Dies liegt in meinen Augen auch daran, dass versäumt wurde, rechtzeitig ein Video nachzuschieben. So steht "Tot oder lebendig" unter keinem allzu guten Stern, zumal Die Ärzte mit "Jazz ist anders" am selben Tag ein Album werfen, welches einige Spontankäufer abwerben könnte. Kollegah tut es dem koolen Savas gleich und verbreitet mit "Veni vidi vici" einen Promotion-Track zum am 16.11.07 erscheinenden Album "Alphagene" im Internet! Kollegah kam und sah, aber siegen sieht anders aus. Die dritte Ausgabe des beliebten Samplers "Kennenlernrunde" wird auf unbestimmte Zeit verschoben, da sich bei der Sichtung des aktuellen Materials nicht genügend würdige Tracks fanden. Bewerbungen werden gerne unter herr.merkt@banjofan.de entgegen genommen. Mit dem "Word Up"-Magazin geht ein neues HipHop-Mag an den Start. Das Magazin ist kostenlos und kann neben diversen Auslagestellen im Großraum Stuttgart auch online betrachtet werden. Eine gute Sache, wobei ich es als störend finde, dass man sich das Magazin nicht als pdf-Datei herunterladen kann. Personen, die sich an Sachbeschädigungen (vor allem zu Lasten der Deutschen Bahn AG) erfreuen, können sich hier ein kostenloses Graffiti-Magazin als pdf-Datei auf den Rechner ziehen. Jay-z schenkt uns am 06.11.07 sein neues Album "American gangster" und vorab ein Video zum Track "Blue magic" mit Pharell. Ich habe Jay-z und auch Pharrell schon stärker gehört. Enttäuschend. Auch das Aggro Berlin Großaufgebot minus Kitty Kat drehte mit "Keiner kann was machen" ein Video ab. Fler und B-Tight gehen gerade noch so als Mittelmaß durch, Tony D verfehlt die Hürde klar, während sido den Track mit einem hervorragenden Part rettet. In gut vier Wochen erscheinen die verlorenen Kassetten des Olli Banjo. Für nähere Informationen und weitere Updates möchte ich gerne auf die großartige Seite "Banjofan" verweisen. Am 26.10.07 bringt der talentierte Mädness sein Album "Unikat" auf den Markt. Pflichtkauf! Wer noch nicht überzeugt ist, kann sich hier das Snippet zum Album anhören und hier die kostenlose EP "Aus dem Nichts" herunterladen. Hiermit möchte ich diesen Wochenrückblick schließen. Bleiben Sie mir treu!

Das HipHop Quartett #1

Herr Merkt: Verehrte Leserinnen und Leser, ab heute werde ich in losen Abständen drei Mitstreiter einladen, um über die aktuellen Vorkommnisse in der HipHop-Szene zu diskutieren. Mein Name ist Herr Merkt und ich werde versuchen, die Diskussion zu leiten. Genug der einführenden Worte, stellen Sie sich vor! Torben: Hallo, mein Name ist Torben. Ich komme aus Wanne-Eickel und höre Berlin Crime und die alten Aggro-Sachen. Heidi: Ich bin die Heidi und weiß gar nicht, was ich sagen soll. Torben: Vielleicht deine Maße? Heidi: Du Schwein! Herr Merkt: Bitte reißen Sie sich zusammen. Schließlich wollen wir hier eine anregende Diskussion führen. John, Sie haben Sich noch nicht vorgestellt. John: Vielen Dank. Ich bin John und kann mit den aktuellen Entwicklungen im HipHop weg von den vier Elementen hin zum Gangstertum nichts anfangen. Ich wünschte, alles wäre noch so wie in den Neunzigern als Blumentopf, Torch und Curse das Sagen hatten! Herr Merkt: Eine interessante Aussage. Aber denken Sie nicht, dass auch die aktuelle Form von HipHop, wie sie sido, Olli Banjo oder Kool Savas praktizieren, ihre Daseinsberechtigung hat? John: Wer ist Olli Banjo? Heidi: Deutschlands schönster Rapper! Kennst du den nicht? Der ist so süß! Herr Merkt: Nun aber zurück zu meiner Frage! Beschränken Sie sich bei Ihren Ausführungen auf die Rapper die Sie kennen! John: Alles klar. Ich will nicht anmaßend sein und behaupten, sido und Kool Savas hätten gar keine Daseinsberechtigung, allerdings haben diese Künstler noch nie gebreakt und haben deshalb nichts mit Rap zu tun. In meinen Augen! Herr Merkt: Das ist sicher eine Argumentationsweise! Was denken die Anderen? Torben: Bleib mir weg mit diesen Popschwuchteln! Herr Merkt: Ich muss auf das Sie bestehen. Mich dürfen nicht einmal alle Duzen, mit denen ich schlafen möchte, nicht wahr Heidi. Heidi: Hihi. Herr Merkt: Kommen wir auf die Popschwuchteln zurück? Was veranlasst Sie zu dieser Aussage? Torben: Schau Dir... Herr Merkt: Hmm... Torben: Schauen Sie sich doch mal die neuesten Sachen von denen an. Weichgespülter Pop. Nur Schwuchteln machen Lieder für ihren Sohn. Ich höre nur noch Bassboxxx, Frauenarzt, Orgi und Hirntot. Die machen noch richtigen Rap. John: Das hat doch nichts mit Rap zu tun! Herr Merkt: Ich neige eher dazu, John zuzustimmen. So bewegen sich sido und Kool Savas, aber auch Olli Banjo doch näher an den traditionellen HipHop-Werten als dies die von Ihnen genannten Künstler tun, Torben. Torben: Ach klappe! Herr Merkt: Themawechsel. Welches Album ist Ihr Favorit der letzten Monate? John: Seit Curse "Feuerwasser" kam nur noch Müll! Heidi: Ich mag das Album von Marteria. Ich hab gehört, der war früher mal Modell! Voll süß! Herr Merkt: Das überrascht mich jetzt aber. Die Musik ist doch etwas sperrig. Heidi: Ich habe noch nicht reingehört, aber das Cover ist so süß. Zum Knuddeln! Herr Merkt: Torben, was hat Sie beeindruckt? Torben: Die letzten Hirntot-Veröffentlichungen. Aber sowas wird in Deinem .... Herr Merkt: Ihrem ... Torben: Blog ja ignoriert. Alles schwules Gewäsch. Wie kann man nur die Entwicklung von Bass Sultan Hengzt loben? Früher hätte der sich selbst gedisst! Und Sera Finale ist die größte Schwuchtel. Kein Plan, was sich Orgi dabei gedacht hat! Herr Merkt: Mäßigen Sie Ihren Tonfall. Orgi wird sich wohl gedacht haben, dass da ein junger hungriger Künstler mit sehr viel Talent ein vielversprechendes Album im Petto hat, das der Öffentlichkeit nicht länger vorenthalten werden sollte. Torben: Pff.... John: Sera Finale kenn ich nicht. Aber aus Berlin kam ja noch nie was Gutes! Herr Merkt: Gut, kommen wir zum nächsten Thema! Kool Savas veröffentlicht in Bälde sein neues Album "Tot oder lebendig". "Der Beweis" kann man sich schon bei MZEE herunterladen. Was halten Sie von dem Track. "Tot oder lebendig?" John: Tot. Savas war für mich schon immer tot. Er ist Schuld daran, dass Rap sich derart entwickelte! Torben: Savas ist schwul! Heidi: Der hat doch ne Freundin! Herr Merkt: Die Dikussion ist ja bis jetzt nicht gerade fruchtbar. Ich denke, Savas ist noch lebendig, muss aber definitiv auf dem Album persönlicher Inhalte bringen. Aber die wurden ja schon angedeutet. Torben: Wenn ich schon perönlich höre, kriege ich das Kotzen! Ich will Porno-Styles!!! John: Bloß nicht! Herr Merkt: Aggro Berlin hat für die nächsten Monate auch einiges an Aktivität angekündigt! Da wären die dritten Alben von Fler und sido, die beide für November angekündigt sind. Kann das gut gehen? Torben: Aggro sind für mich seit "Mein Block" gestorben! Nur noch Kommerz! John: Aggro sind für mich irrelevant! Heidi: Kann man den Negerdildo irgendwo kaufen? Herr Merkt: Hmm, keine Ahnung, aber das ist ja auch nicht das Thema. Um meine Frage selbst zu beantworten, so denke ich, dass eines der beiden Alben - ich tippe auf sido - auf Dezember verschoben wird, damit man sich nicht gegenseitig im Weg steht. Ich persönlich erwarte seit "Ich" sehr viel von sido. Heidi: Ich fand den Song für seinen Sohn süß. Herr Merkt: Der war in der Tat gut. Torben: Gibts hier ne Kotztüte. Hätte ich gewusst, was das hier für ne Schwuchtelveranstaltung wird, wäre ich nicht gekommen. Herr Merkt: Immer ruhig bleiben. Über welches Thema würden Sie sich gerne austauschen. Torben: Keine Ahnung. Herr Merkt: Welches Album erwarten Sie denn sehnlichst? Torben: Auf was Neues von Hirntot! Herr Merkt: Das kann ja noch eine Weile dauern, nachdem das gesamte Hirntot-Material beschlagnahmt wurde. Torben: Das sind wenigstens noch richtige Gangster! Herr Merkt: Man könnte auch von geistiger Umnachtung sprechen, aber das ist wohl eine Sache der Sichtweise. John: Ich hätte nie gedacht, dass ich Ihnen einmal zustimmen würde, bei dem Müll, den Sie hier immer von sich geben! Herr Merkt: Ich werte das dann einmal bedingt als Kompliment. Gibt es noch etwas, das Sie unbedingt loswerden möchten? Heidi: Ich bin seit gestern wieder Single und suche einen neuen Lover. Bitte melden! John: Keep it real! Torben: Hirntot 4 Life! Herr Merkt: Vielen Dank! Damit möchte ich das heutige HipHop-Quartett abschließen, nicht ohne Sie auf das großartige Album "Freakshow" von Mach One & Darn hinzuweisen, welchem ich zu meiner Schande keine Beachtung schenkte. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. Bis zum nächsten Mal!

B-Tight aka Bobby Dick - Ghetto Romantik (Review)

Nur ein gutes halbes Jahr nach dem Solo-Wurf "Neger Neger" legt Bobby Dick mit seinem Mixtape "Ghetto Romantik" nach und erhält dabei Unterstützung von illustren Gästen wie Deine Eltan, Automatikk, Joe Rilla, Afro Hesse, She Raw, Seryoga, Kaisa, Frauenarzt, Shizoe, Harris, sowie sämtlichen Aggro Berlinern und Sektenmuzikern. Wer für die Produktionen verantwortlich zeichnet, erschloss sich mir trotz intensivem Studium des Booklets nicht ganz, was wohl daran liegen dürfte, dass die meisten Beats unlizensierte Ami-Instrumentals sind. Als Highlights gehen der Aggro-Allstar-Track "Keiner kann was machen", auf dem vor allem sido seine Mitstreiter an die Wand rappt, das kurze "Ich seh was" mit einem guten Greckoe, "Es is wie's is" mit dem überraschenden Gast Afro Hesse, das mit einem großartigen Beat versehene "Hure" mit Smoky und Frauenarzt, "Nix zu verlieren" mit Grüne Medizin über den "Hell on earth"-Beat, "Ich und du" mit Lieblingsrapper Harris, sowie der Titeltrack "Ghetto Romantik". Dagegen hätte der Auftritt von MOK nicht sein müssen, der auf "Hardcore" einem vielversprechenden Beat nicht würdig wird. Auch "Sommer" mit Frauenarzt und Chuky fällt in die Kategorie "Skip-Stoff", was vor allem an den Gästen liegt, denen ich nicht länger als 10 Sekunden zuhören kann. Auch Orgi 69 neutralisiert auf "Alle grölen" den guten Part des Gastgebers. Generell sind das große Manko dieses Mixtapes die vielen (unter)-durchschnittlichen Gäste, die den einen oder anderen vielversprechenden Track zerstören, sowie der Umstand, dass zu wenige Eigenproduktionen verwendet wurden. Schade eigentlich, da gute Ansätze vorhanden sind, die man, hätte man sich mehr Zeit gelassen, noch ausbauen hätte können. So wird dieses Mixtape nicht allzu lange für Gesprächsstoff sorgen. Wertung: 2,5/6

80s Flashback (Review)

Deutscher Rap meets 80s! Sicher bin ich nicht der Einzige, der bei dem vorliegenden Sampler mit einem Fiasko mittleren Ausmaßes rechnete und nun ob des Resultats positiv überrascht ist. Sicherlich ist hier nicht alles Güteklasse A, allerdings liefern alte Bekannte wie sido, Harris & HP Baxxter, Snaga & Pillath und Illo amtliche Tracks ab, die über die weniger gelungen Tracks hinwegtrösten. Der Sampler beginnt mit einem von Ex-Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben gesprochenen Intro, bei dem kein Auge trocken bleibt und einer mediokren Nummer von Das Bo und Petone namens "Das Blech 2007". Weiter geht es mit einem guten, aber nicht überragenden Track "Bin Da Da" vom Big Baus Samy Deluxe, der auch auf "Bleib bei mir" einen Gastauftritt hat. Auch ASD-Kollege Afrob gibt sich auf dem bereits bekannten Track "Flashback" mit Emory eher durchschnittlich, so dass es an den anderen Akteuren liegt, Glanzpunkte zu setzen. So liefert sido mit "Ich brauch Schlaf" ein mehr als gelungenes 2007-Update des LL Cool J Hits "I need love". Snaga & Pillath haben auf "Bis es knallt" wieder einmal eine sehr hohe Punchline-Dichte und repräsentieren zwischen all den Hamburgern fleißig ihre Heimatstadt. Der talentierte Emory steuert auf Illos Ode an die Frauen "Oh mein Gott" eine gelungene Hook bei, die perfekt mit dem Beat und den sehr guten Raps harmoniert. Das heimliche Highlight stellt für mich jedoch die Cover-Version des Grauzone-Hits "Eisbär" dar, die Harris und Scooter Front-Mann HP Baxxter abliefern. Hier kann man vor allem bei Hans-Peters Refrain und den Zeilen "dann müsste ich nicht mehr schreien" kaum noch an sich halten. Ganz großes Kino! Eine kleine Enttäuschung stellt dagegen die Jan Delay/Dendemann-Kollabo "Sturm und Drang" dar, wo ich vor allem mit Dendemanns Raps gar nichts anfangen kann. Sowas nennt man dann wohl Geschmackssache. Auch die Kollabo von Nico Suave und Henning Wehlandt haut mich nicht gerade vom Hocker, genauso wie Denyo an der Seite von Rocko Schamoni. Alles in Allem handelt es sich beim Flashback also um eine durchwachsene Angelegenheit, woei einige Perlen ans Tageslicht befördert werden. Guter Ansatz und Futter für die Party-Playlists. Wertung: 3,5/6

Marteria - Base Ventura (Review)

Fußball-Talent bei Hansa Rostock, Modell in sämtlichen Metropolen, Rapper mit Underground-Fame. Für einige ein sozialer Abstieg, für die HipHop-Szene ein Glücksfall. Als Marsimoto adaptierte der Rostocker erfolgreich das Quasimoto-Gimmick ins Deutsche und lieferte einen kleinen Klassiker, als Marteria führt die deutsche Synchron-Stimme von Jesus ihren Weg gekonnt fort und liefert ein schwer zugängliches, dafür aber um so intensiveres Album ab, welches mit der Zeit unsagbar an Größe gewinnt. Es wäre übertrieben zu behaupten, Marteria verfüge über einen Jahrhundert-Flow oder die krassesten Reime, allerdings schaffen es wenige Alben, den Hörer derart in ihren Bann zu ziehen, wie dies mit "Base Ventura" gelingt. Als Highlights denke ich die Tracks "Tyrannosaurus Rap", "Image" mit einem Godsilla, der mir immer besser gefällt, "Keine isst" (kein Tippfehler!), "Fusion 2007", sowie sämtliche Skits mit Deinen Weedlingsrappern ausgemacht zu haben. Allerdings sind auch die anderen Tracks nicht von schlechten Eltern und bestechen teilweise durch unglaubliche Bässe. Weitere Features kommen unter anderem vom großartigen Mädness, der wohl bald sein Debut-Album "Unikat" wirft, dem omnipräsenten Orgi69, der auch hier nicht sonderlich negativ auffällt und Gabreal. Nach dem Genuss dieses Albums wird man von Marterias Auftritt auf der "Feuer über Deutschland DVD" enttäuscht sein, allerdings ist dies bei Weitem kein Grund, sich nicht auf dieses Album einzulassen. Sureshot, wie ein großes deutsches HipHop-Magazin sagen würde. Wertung: 4,5/6

Feuer über Deutschland 2: Download Special

Keine Sorge, verehrte Leserinnen und Leser, Herr Merkt geht nicht unter die Raubkopierer. Vielmehr möchte ich hier einige legale Downloads zusammentragen, die die Künstler bei "Feuer über Deutschland 2" bewarben. Da ich noch nicht die Zeit hatte, in die jeweiligen Veröffentlichungen hinein zu hören, möchte ich mich dafür entschuldigen, falls Ihnen einige der Veröffentlichungen nicht zusagen sollten. Rano und Laas Unltd. Uneak & Das K Shaban & Russisch Roulette Trump Sicherlich werden Sie beim aufmerksamen Betrachten der DVD weitere Hinweise auf Downloads finden, allerdings habe ich aus Gründen der Qualitätssicherung lediglich Links von Künstlern gepostet, die mich auf der DVD oder der zugehörigen Bonus-CD überzeugten. Nun wünsche ich Ihnen viel Spass beim Genuss der Veröffentlichungen!

Feuer über Deutschland Teil 2 (Review)

Vorweg sei geschickt, dass bei annähernd 6 Stunden Material nicht jede einzelne Minute eine Offenbarung sein kann. Behält man dies im Hinterkopf, wird man von der vorliegenden DVD sehr gut unterhalten. So bietet "Feuer über Deutschland Teil 2" einige interessante Paarungen, wobei vor allem Der Neue Westen, Team Snuff Pro, Team Blut (trotz affigen "Blut, Blut, Blut"-Schreien), Trump, Gregpipe, MB 1000 und Liquit Walker, sowie Ali As und Pretty Mo, die ohne Gegner antraten (blieben Pat und Patrick mit Absicht fern?), die Qualität hoch halten. Peinlich berührt hat mich lediglich der Auftritt eines Gewissen Kerix, der an diesem Tag wohl besser im Stau stecken geblieben wäre und die Lacher des gesamten Publikums - im negativen Sinne - auf seiner Seite hatte. Der Rest des Lineups, zu dem unter anderem Later, Smo und Saddam Syed von Illvibe Records, Mädness und Marteria von Magnum 12/Kehlkopf, ein stark verbesseter Basic, sowie der halbe Freundeskreis des Hosts Snaga gehörten, boten Standard-Battle-Shit mit vereinzelten Glanzpunkten. Snaga machte als Host eine gute Figur und bemühte sich größtenteils um eine faire Grundstimmung, was auch meistens gelang. Die einzige Ausnahme war das Female-Crew-Battle, bei dem Emely nach einer Punchline nicht mehr an sich halten konnte und nur mit Mühe von physikalischen Attacken gegen ihre Gegnerinnen abgehalten werden konnte. Vollkommen unverständlich, vor allem, wenn man die Verse, die sie danach ihren Gegnerinnen um die Ohren schlug, berücksichtigt. Heiß her ging es auch beim Einzelbattle zwischen Micro und Phreaky Flave, bei welchem die Atmosphäre zum Schneiden dick war und beide Kontrahenten den Eindruck machten, nahe am Wasser zu sein. Ein falsches Wort und einer der Beiden hätte losgeheult. No homo! Als Bonusmaterial wurden "exklusive" Accappellas von so illustren Künstlern wie Sentino, Olli Banjo oder Pillath, sowie ein Video zu Snagas Anthem "Feuer über Deutschland" beigefügt. Schade nur, dass die Accappellas gar nicht mehr so exklusiv waren, da sie zwischen dem Zeitpunkt der Aufzeichnung und der Veröffentlichung teilweise bereits auf den Alben der entsprechenden Künstlern verwendet wurden. Allerdings kann dies nicht wirkich ein Kritikpunkt an dem Komplettpaket sein, welches durch eine Bonus-CD mit insgesamt 24 Tracks von Künstlern wie Der Neue Westen, Maddest, Illvibe Allstars, Alex Hope und Basic One vervollständigt wird. So ist die "Feuer über Deutschland 2"-DVD ein gelungener Überblick über die aktuelle HipHop-Szene und gehört damit in die DVD-Sammlung eines jeden hiphop-affinen Individuums. Wertung: 4/6