Sera Finale - Die nächste Kugel im Lauf (Review)

Der ehemalige Ostblokker und jetztige Geld-Liebhaber Sera Finale präsentiert mit "Die nächste Kugel im Lauf" sein nunmehr zweites Solo-Album. Dabei legt er im Vergleich zu "Serafiniert" nochmal zu und wandelt somit Nahe an der Perfektion. Kein Track fällt negativ auf, das Album weist eine unheimliche Dichte auf, die sicherlich vereinzelt zu Gänsehaut-Momenten führen kann. Sera umschwärmt seine Heimatstadt ("Berlin"), seine Jugendliebe ("Mit ihr"), seine aktuelle Liebe ("Queen vom Kiez II"), seine Mutter ("Mama"), Gott ("Mein Freund") und natürlich - wie es sich für ein HipHop-Album mit Berliner Prägung gehört - sich selbst ("Ich feier mich"). Viele persönliche Töne, die im monumentalen Track "Manifest" kulminieren, welcher als lupenreine Fortsetzung des großartigen "Endlich" durchgeht und als klares Highlight eines sehr guten Albums heraussticht. Alleine die soeben genannten Tracks würden einen Kauf dieses größtenteils von Djorkaeff produzierten Werkes rechtfertigen, allerdings darf es auch gerne etwas mehr sein. So überzeugt Sera auf dem großartigen Opener "Das ist", dem Titeltrack "Die nächste Kugel im Lauf" und bastelt zusammen mit Orgi69 und Godsilla mit dem Track "Wenig Zeit" eine wahrhafte Bombe, auf der mich sogar erstmals Orgi überzeugen kann. Damit wäre die Feature-Liste auch schon abgehandelt, da Sera Finale die restlichen Tracks ausschließlich alleine bestreitet. Dies tut dem Album aufgrund der angenehmen Stimme und des butterweichen Flows des Protagonisten mehr als gut, so dass man das Album nach dem ersten Durchhören gerne auf Dauerrotation setzt. "Die nächste Kugel im Lauf" ist, anders als der Titel vermuten lässt, ein sehr persönliches Album und stellt sich in der Schlange zur Wahl zum Album des Jahres ganz weit vorne an. Kaufbefehl! Wertung: 5/6

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