Bass Sultan Hengzt - Der Schmetterlingseffekt (Review)

Künstler: Bass Sultan Hengzt erste Assoziation: holprige Raps mit niveaulosen Texten erste Reaktion: ignorieren Durch diese Verhaltensweise habe ich es bis vor wenigen Wochen geschafft, eine der überraschendsten Wandlungen des bisherigen Deutschrap-Jahres zu verschlafen. Mehrere Interviews ließen mich interessiert aufhorchen, nach dem Genuss der Videos zu "Ketten raus Kragen hoch 2007" und "Schmetterlingseffekt" verfestigte sich meine Kaufentscheidung, was für die unbedingte Qualität dieser beiden Tracks spricht. Auch die weiteren Tracks des 28 Tracks starken Albums (inklusive Skits und Premium Tracks) gehen größtenteils klar, was nicht zuletzt an der musikalischen Untermalung der begnadeten Produzenten m3 und Noyd liegen dürfte, die einen Banger nach dem Anderen raushauen. Außer m3 und Noyd durften lediglich Phrequincy (auf "Seelenfrieden"), ProDues (auf "Klassenfahrt", "Nix zu verlieren", "Einzelkampf Orgis Advocate" und "Das letzte Mal") und Syruz (auf "Schritt für Schritt") die Regler bedienen. Eine gute Entscheidung, da dies dem Album eine wohltuende Kohärenz verleiht und das Niveau oben hält. Den wenigen Ausfällen (z.B. "Scheiss was drauf") steht eine große Zahl von gelungenen Tracks gegenüber, wobei Hengzt vor allem auf persönlicheren und nachdenklicheren Tracks wie "Tattoo", "Mein Engel" oder "Morgen wird ein besserer Tag" an der Seite von Automatikk glänzt. Neben Automatikk sind auch sido, Xavier Naidoo, Orgi, Godsilla und Josof auf der Feature-Liste vertreten. Dabei hätte ich auf Orgi und Godsilla durchaus verzichten können, während sido und Xavier Naidoo auf den jeweiligen Tracks ("Seelenfrieden" bzw. "Ich gehör nicht dir") überzeugen und auch Josof nicht weiter negativ auffällt. Der abschließende Track "Das letzte Mal" besticht durch hohe Qualität und stellt gleichzeitig den Rücktritt von Hengzt aus der Deutschrap-Szene dar. Schade eigentlich, da ich gerade anfing, ihn zu mögen. So ist Bass Sultan Hengzt schließlich zu einem jener Rapper geworden, die er zu Beginn seiner Karriere grundlos gedisst hatte. Texte mit Substanz, technisch in Ordnung und mit einem Hauch von Massenkompatibilität. Wertung: 4/6

Kommentare:

  1. Tja, jeder wird mal "erwachsen". Ich konnt mit ihm nie viel anfangen, aber durch die "Entwicklung" in letzter Zeit fand ich ihn auch immer erträglicher. Bin echt mal gespannt was er als nächstes bringt, er hat nämlich angekündigt "endlich gute Musik" machen zu wollen.

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  2. Ich habe Hengzt auch sehr lange gehatet. Aber ich habe schon auf dem letzten Album einige Tracks gefunden, die ich cool fand. Aber Schmetterlingseffekt ist wirklich nochmal eine andere Liga. Krass wie der sich weiterentwickelt hat.

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